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Hat mein Kind Würmer? Parasiten bei Kindern erkennen und behandeln


Eine Wurmerkrankung bei Kindern ist kein Thema, mit dem man gerne hausieren geht. Wir leben viele Monate im Jahr in den Tropen und letztens hat es uns tatsächlich erwischt. Meine Tochter und vermutlich auch ich hatten einen Madenwurmbefall. Mein erster Gedanke war, dass dies an den ungünstigen hygienischen Bedingungen Asiens läge. Bei näherer Recherche stellte sich allerdings heraus, dass auch in Deutschland Kinder Würmer haben. Wie Du erkennst, ob Dein Kind Würmer hat und wie Du Parasiten behandelst, erkläre ich Dir hier.

Welche Wurmarten sind bei Kindern verbreitet? 

Falls Du den Verdacht hast, dass Dein Kind Würmer hat, dann ist zuerst einmal Entwarnung angesagt. Normalerweise sind Wurmerkrankungen in Mitteleuropa nicht gefährlich. Die häufigsten Würmer, die es in Deutschland gibt, sind Maden-, Spul- und Bandwürmer.  

Maden- und Spulwürmer zählen, genauso wie Hakenwürmer, zur Gruppe der Fadenwürmer beziehungsweise Nematoden. Bandwürmer werden auch als Cestoden bezeichnet. Weitere Parasiten, die allerdings nur sehr selten vorkommen, sind Saugwürmer und Egel, die den lateinischen Namen Trematoden tragen. In Deutschland sind Madenwürmer die häufigsten Darmparasiten bei Kindern.  

Warum hat mein Kind Würmer?

Alle drei Parasitenarten werden entweder durch den Verzehr von verunreinigtem Wasser, befallenen Lebensmitteln oder über verschmutzte Finger übertragen. Die winzigen Eier gelangen über den Mund in den Verdauungstrakt. Im Darm angekommen, schlüpfen die Würmer und vermehren sich anschließend rasant. Außerdem sorgen sie für gesundheitliche Beeinträchtigungen.  

Wer mit Hund oder Katze zusammenlebt, der sollte besondere Hygiene walten lassen, weil sie häufig Träger verschiedener Parasiten sind. Wenn Du einige Tipps im Zusammenleben mit dem Haustier berücksichtigst, dann sollte Dein Kind keine Wurminfektion bekommen.

Wie stelle ich fest, ob mein Kind Würmer hat?

Achte auf den Allgemeinzustand Deines Kindes. Es gibt einige Anzeichen, die auf eine Wurmerkrankung hindeuten. 

Würmer bei Kindern: Symptome 

Je nach Wurmart unterscheiden sich die Auswirkungen auf den Organismus.  

  • Madenwürmer: Abends und nachts verursachen die Würmer einen starken Juckreiz am After. Die Weibchen kommen zur späten Stunde zur Eiablage in die Analregion. Ein typisches Anzeichen ist das starke Jucken in diesem Bereich. Teilweise kratzen die Kleinen sich blutig. Häufig gelangen dabei Eier unter die Fingernägel und werden später wieder oral aufgenommen. Die kleinen, rund 2-3 mm großen, weißen Tiere sind in der Poregion und teilweise auch im Stuhlgang zu identifizieren. 
  • Spul- und Bandwürmer: Dein Kind zeigt allgemeines Unwohlsein, Müdigkeit, Durchfall, Appetitlosigkeit oder Heißhunger gepaart mit Gewichtsverlust und Bauchweh. Hin und wieder sind im Kot 20 bis 40 Zentimeter große Spulwürmer oder Bandwurmabschnitte zu finden.  

Untersuchung durch den Arzt 

Wenn Du den Eindruck hast, dass Dein Kind Würmer haben könnte, solltet Ihr sofort zum Artz gehen. Dieser wird normalerweise mehrere Stuhlproben untersuchen. Typisch ist auch das sogenannte Tesa-Abstrich-Präparat. Es wird an die Haut des Afters geklebt. Anschließend wird es unter dem Mikroskop auf Wurmeier und –befall überprüft. Ist der Befund positiv, dann beginnt die Therapie.  

Wie werden Würmer bei Kindern konventionell behandelt? 

Es gibt wirksame Wurmkuren sowohl in Tabletten- als auch Saft-Form auf dem Markt. Wenn Dein Kind Würmer hat, sollte die gesamte Familie gegen die Würmer behandelt werden, damit eine erneute Infektion ausgeschlossen wird. In unserem Fall habe ich ein Präparat in Tablettenform eingenommen, meine Tochter hat einen Saft mit Orangengeschmack bekommen.  

Die Wurmmittel werden unter dem medizinischen Begriff Anthelminthikum zusammengefasst. Dahinter verbergen sich Medikamente unter anderem mit den folgenden Wirkstoffen: 

  • Albendazol 
  • Flubendazol 
  • Ivermectin 
  • Dietyhlcarbamazin 
  • Niclosmit 
  • Pyrantel 
  • Santonin 

Bespreche die Einnahme der Medikamente genau mit dem Arzt. Viele Präparate können starke Nebenwirkungen wie zum Beispiel Bauchschmerzen, Durchfall, Leberentzündung oder Allergien verursachen. Auch darüber solltest Du Dich aufklären lassen.  

Die richtige Anwendung der Wurmkur

Bei meiner Recherche zur Dosierung und Art der Anwendung von Wurmkuren bin ich auf unterschiedlichste Aussagen gestoßen. Im Falle unseres Präparats mit dem Namen Vermox hieß es zunächst, dass wir nach der Einnahme auf jeden Fall für sechs Monate wurmfrei wären. Dies stellte sich allerdings als falsch heraus. Die Madenwürmer waren nach zwei Monaten bereits wieder zurück. Viele Medikamente töten nur die Würmer, nicht aber die Eier ab. Nach rund fünf Wochen schlüpfen daraus wieder Parasiten. Es ist zuverlässiger, die Behandlung nach zwei bis vier Wochen zu wiederholen. Dosiere allerdings besser nicht selbstständig, sondern lasse Dich ausführlich von Eurem behandelnden Arzt oder in der Apotheke beraten.  

Würmer bei Kindern: Notwendige Hygienemaßnahmen  

Neben der medikamentösen Therapie gegen Würmer solltest Du auf verschiedene Hygienemaßnahmen achten, damit Dein Kind die Würmer nicht immer wieder bekommt: 

  • Wechsle die Bettwäsche direkt am Tag der Einnahme der Medikamente und wasche sie mindestens bei 60 °C. 
  • Schüttle die möglicherweise befallenen Bettlaken, Decken und Handtücher nicht aus, weil Eier der Würmer dadurch auf den Boden gelangen können. 
  • Wasche Eure komplette Wäsche mindestens bei 60 °C. 
  • Wechsle Unterwäsche und Handtücher täglich. 
  • Reinige die Spielsachen und wasche die Stofftiere oder isoliere sie für mindestens drei Wochen. 
  • Schneide die Fingernägel aller Deiner Kinder kurz. 
  • Regelmäßiges Händewaschen (mit warmem Wasser und Seife) nach dem Toilettengang, dem Spielen im Freien und vor dem Essen ist zwingend erforderlich.
  • Wasche den Afterbereich Deines Kindes regelmäßig und gründlich.  
  • Sauge und wische gründlich die Böden, insbesondere um die Betten herum.
  • Wische regelmäßig alle glatten Oberflächen.

Die Wurmeier können im Staub überleben teilweise mehrere Monate und durch die Luft wieder in den Körper gelangen. Desinfektionsmittel helfen gegen die Würmer nicht.  

Gibt es eine Methode, Darmparasiten natürlich zu bekämpfen? 

Wer die Würmer gerne auf natürlichem Weg loswerden möchte, der findet auch einige Optionen. Aber Achtung: Gerade bei Kindern ist es oft schwierig oder unmöglich, diese natürlichen Methoden durchzuführen. Du solltest Deinem Nachwuchs auf keinen Fall Abführmittel geben!

Natürliche Wurmbekämpfung – für Erwachsene

Die folgenden natürlichen Methoden zur Wurmbekämpfung kannst Du anwenden, wenn Du, Dein Partner oder erwachsene Geschwisterkinder befallen sind:

  • Papaya-Kerne: Iss einen Teelöffel frischer oder getrockneter, zerkauter Papaya-Kerne morgens auf nüchternen Magen. Danach trinkst Du ein großes Glas Wasser. Diese Kur solltest Du mindestens eine Woche lang durchführen. Der Geschmack der Kerne ist sehr pfeffrig. Ich persönlich habe eine gute Wirkung mit den Kernen erzielt, konnte das Aroma aber nach rund fünf Tagen einfach nicht mehr ertragen. Wem es ähnlich geht, der greift idealerweise zu Tabletten aus Papayakernen.  
  • Kürbiskerne: Der enthaltene Wirkstoff Cucurbitacin lähmt die Parasiten. Anschließend können sie problemlos ausgeschieden werden. Zur Behandlung mischst Du rund 15 Kerne mit etwas Honig und isst das Ganze ebenfalls morgens auf nüchternen Magen. Rund zwei Stunden später solltest Du ein natürliches Abführmittel anwenden und die gelähmten Würmer damit ausspülen.  
  • Oregano-Öl: Jugendliche und Erwachsene können auch Kapseln mit Oregano-Öl dreimal täglich einnehmen, um die unerwünschten Gäste im Darmtrakt loszuwerden.  
  • Knoblauch: Die Aminosäuren der Knolle enthalten Schwefel und wirken damit gegen die Parasiten im Körper. Zur Behandlung zerquetschst Du drei Knoblauchzehen und mixt sie mit etwas Milch. Lass die Mischung für 12 Stunden im Kühlschrank ziehen und trinke das Anti-Wurm-Elixier anschließend nach dem Aufstehen. Auch diese Kur wird für mindestens eine Woche empfohlen. 
  • Kokosnuss: Die Tropenfrucht hilft ebenfalls bei Parasitenbefall. Iss morgens eine kleine Portion und führe drei Stunden später ab. Zusätzlich empfiehlt sich die Einnahme von zwei bis vier Esslöffeln Kokosöl täglich.  

Wenn Dein Kind Würmer hat, dann empfehle ich als erstes den Besuch beim Kinderarzt. Der Profi wird Dir die passenden Tipps und Medikamente geben, damit Ihr schnell von den lästigen Tieren befreit seid.

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