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Laufen üben – So kreativ hat meine Kleine ihre Welt erobert


Es gibt nur wenige Momente in den ersten Monaten in der Entwicklung Deines Babys, die Dir stärker in Erinnerung bleiben als der, in der Dein Kind das erste Mal aufrecht läuft und nicht mehr auf allen Vieren krabbelt. Laufen ist ein Riesenschritt hin zu Selbstständigkeit und Unabhängigkeit von den Eltern. In diesem Blogbeitrag erzähle ich Dir davon, wie das mit dem Laufen üben bei meiner Tochter ablief.

Kein Halten mehr mit Wäschekorb

An einer Stelle neben der Wickelkommode steht ein kleiner Wäschekorb aus geflochtenem Stroh. Er ist derart niedrig, dass meine Tochter ihre Ärmchen darauflegen und ihn problemlos schieben konnte. Das ging los, also sie ungefähr 8 oder 9 Monate alt war. Urplötzlich, wie aus dem Nichts, stand sie an besagtem Wäschekorb -aufrecht, beide Hände auf dessen Rand abgestützt. Bis über beide Ohren grinsend fing sie an, den damals für sie noch unglaublich schweren Korb zu schieben.

Dabei hatte sie die ganze Zeit einen sehr fröhlichen Gesichtsausdruck, der mir irgendwie zeigte, dass sie sich über die Tragweite ihrer Aktion im Klaren war. Sie hatte gerade einen wichtigen Entwicklungsschritt gemacht.

Wann können Babys laufen?
Die meisten Babys sind ca. 1 Jahr alt, wenn sie ihre ersten freien Schritte machen. Die Spannbreite ist groß. Es gibt Kinder, die im Alter von ca. 9 Monaten mit dem Laufen beginnen. Andere lassen sich Zeit und laufen erst im Alter von 20 Monaten.

Laufen üben mit Hilfsmittel

Von nun an gab es absolut kein Halten mehr. Mindestens zwei Mal am Tag wurde der Wäschekorb hervorgeholt, dessen Deckel heruntergepfeffert und losgelegt. Sie schob ihn kreuz und quer durch die Wohnung. Ein Lauflernwagen war bei uns deshalb überflüssig. Das Schieben des Korbs funktionierte ohne Probleme, da es in dem Bereich, in dem sie unterwegs war, keinen Teppich gibt. Sie konnte sich darauf konzentrieren, mehr oder weniger aufrecht zu laufen – gestützt auf den Wäschekorb.

Sie trainierte das eigenständige Laufen fast exzessiv. Dabei wurde sie im Laufe der Zeit richtig schnell. Natürlich ist sie anfangs auch öfters hingefallen, ist zur Seite weggekippt, hat das Gleichgewicht verloren oder hat sich auf ihren Popo gesetzt. Das gehört beim Laufen üben einfach dazu.

Jedes Mal hat sich meine Tochter wieder aufgerappelt und weiter gings. Für mich fühlte es sich so an, als wüchse mit jedem Schritt ihre Begeisterung darüber, selbstständiger geworden zu sein. Selbstständigkeit spielt ohnehin eine große Rolle bei ihr. Auch später, als sie dann zweieinhalb oder drei Jahre alt war, hat sie darauf viel Wert gelegt. „Ich mach das alleine“, sagte sie immer, bevor sie sich die Schuhe anzog oder die Jacke zumachte.

Laufen üben ohne Hilfsmittel

Nach ein paar Wochen haben wir ihr dann mal den Wäschekorb versuchsweise weggenommen bzw. ihr gesagt, dass sie es ja auch mal ohne Korb probieren könne. Das hat sie im ersten Moment nicht so richtig überzeugt. Doch nach ein paar Tagen hat sie es dann von selbst versucht.

Es waren ihre Großeltern da, als es so richtig losging. Oft braucht es solche Situationen, bei denen nicht nur wir Eltern zugegen sind. Vor Oma und Opa kann sie sich beweisen und ein bisschen angeben. So auch beim eigenständigen Laufen.

Meine Kleine rappelte sich hoch, stand auf und fing an zu laufen. Dieses Mal ohne deckellosen Wäschekorb. Nach ein paar Schritten, es waren immer nicht allzu viele, ließ sie sich in die Arme von Oma oder Opa fallen, die auf niedrigen Stühlen saßen. Diese ersten, wirklich freien Schritte waren natürlich noch sehr unsicher. Es kamen viele Versuche dazu, in denen sie schon nach einem Schritt wieder hinfiel. Man konnte in ihren Augen aber einen starken Willen erkennen, es immer und immer wieder zu probieren. Sie versuchte es auch immer wieder und hatte auch dann noch großen Spaß dabei, wenn sie auf allen Vieren landete.

Spielerisch die Welt erobern

Das Interessante an dieser Entwicklung war, dass meine Tochter nach ein paar Tagen das Interesse am Laufen wieder verlor. Sie schnappte sich wieder den kleinen Wäschekorb und legte los. Wahrscheinlich weil sie diese Art der Fortbewegung als Spiel betrachtete. Als fetziges Abenteuer, mit dem sie spielerisch ihre damals noch kleine Welt eroberte.

Nach ein paar Wochen konnte sie dann tatsächlich frei laufen. Einfach so. Natürlich mit Unsicherheiten und vielen Wacklern, aber sie konnte laufen. Das Laufen üben hat sie mit viel Ehrgeiz betrieben. Wie eine Sportlerin, sodass es ihr dann relativ leichtfiel schließlich alleine zu laufen. Ganz nach dem Motto: Übung macht den Meister.

Sie fand es so toll, endlich allein laufen zu können, dass sie sich danach gleich der nächsten Aufgabe stellte: Treppen steigen. Aber das ist eine andere Geschichte, die ich in einem anderen Beitrag erzählen werde. Bis dahin wünsche ich Dir und Deinem Baby viel Erfolg beim fleißigen Trainieren!

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