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Obstbrei-Test von Ökotest: Ein Gläschen ist mangelhaft


Der Babybrei Test von Ökotest geht in die zweite Runde: Schon Anfang 2019 schickten die “Ökos” in ihrem großen Gemüsebrei-Test Babygläschen mit Kürbis, Pastinake und Co. ins Labor. Jetzt sind Obstbreie an der Reihe. 20 Brei-Gläschen von Dm, Alnatura, Hipp und weiteren Babynahrungs-Herstellern überprüften die Experten auf Schadstoffe und Qualität.

Welcher Obstbrei Testsieger wurde – und welches Babygläschen Ökotest mit der Note Mangelhaft beurteilte, erfährst Du bei uns.

Obstbrei Test von Ökotest: keine Pestizide – aber wenig echtes Obst

Die gute Nachricht zuerst: Wirklich gefährlich ist keiner der getesteten Obstbreie. In keinem der 20 getesteten Babybrei-Gläschen konnten die Ökotest-Laboranten Pestizide oder andere Gifte nachweisen. Übrigens stammten 18 der insgesamt 20 Obstbreie aus Bio-Zutaten, nur zwei konventionelle Produkte wurden getestet.

Allerdings bemängelt Ökotest im Obstbrei-Test den auffallend geringen Frucht-Anteil in vielen Babybrei-Produkten. Viele Hersteller schummeln statt echtem Obstbrei angedickte Fruchtsäfte in ihre Gläschen. So erhöht sich der Anteil an Fruchtzucker, während der Nährstoffgehalt sinkt.

Die Testsieger im Obstbrei-Test 2019

Anders als im Gemüsebrei-Test kann sich im Obstbrei-Test kein Gläschen mit der Note “sehr gut” schmücken. Immerhin vergab Ökotest aber an neun von 20 der getesteten Obst-Gläschen ein “Gut”:

  • Alnatura Birne mit Heidelbeere
  • Alnatura Birne pur
  • Dm Bio Mango in Apfel (Demeter)
  • Dm Bio Pflaume in Apfel (Demeter)
  • Hipp Erdbeere mit Himbeere in Apfel
  • Hipp Pfirsich in Apfel
  • Holle Apfel & Banane mit Aprikose (Demeter)
  • Holle Apfel & Pfirsich
  • Lebenswert Bio Apfel mit Mango Pur (Bioland)

Warum kein Brei ein sehr gutes Testergebnis erhielt? Die Deckeldichtungen sind schuld: Alle getesteten Obstbrei-Gläschen werden mit PVC-haltigen Deckeln verschlossen, die laut Ökotest die Umwelt zu stark belasten.

Obstbrei Test 2019 von Ökotest: Die Verlierer

Die schlechteste Note im Obstbrei-Test vergab Ökotest an den Bebivita Pfirsich mit Maracuja in Birne – eines der zwei Nicht-Bio-Produkte. Dieser Babybrei enthält nur 42 Prozent püriertes Obst und besteht weitestgehend aus verschiedenen, mit Reisgrieß abgebundenen, Saftkonzentraten und Wasser.

Auch in dem zweiten getestete Gläschen des Herstellers steckten den Testern eindeutig zu wenig echte Früchte. Weil der Obst-Anteil hier bei etwas über 50 Prozent lag, kam der Bebivita Erdbeere mit Heidelbeeren in Apfel gerade noch mit einem “Ausreichend” davon.

Ebenfalls auf den hinteren Plätzen landete der Pro-BiJo Früchte-Mix. Der Fruchtanteil war hier zwar ein bisschen höher, doch das Werbeversprechen “ohne Verdickungsmittel” auf dem Etikett passte für Ökotest nicht zu dem Reismehl in der Zutatenliste. Auch hier gab es ein “Ausreichend”.

Warum schnitten so viele Obstbrei im Test schlecht ab?

Nicht nur die umweltschädlichen Dichtungen und der Mangel an frischem Obst führte dazu, dass über die Hälfte der getesteten Obstbrei-Gläschen nur mittelmäßige oder schlechte Testergebnisse erzielten.

Weitere Kritikpunkte im Ökotest Obstbrei-Test waren:

  • Werbung mit Selbstverständlichkeiten: Die Aufschrift “Ohne Konservierungsstoffe und/ oder Farbstoffe lt. Gesetzt” ist laut Ökotest irreführend. Der Hersteller präsentiert den Verzicht auf diese Stoffe als Vorteil, obwohl sie in Babybrei sowieso verboten sind.
  • Die Auslobung “ohne Zuckerzusatz” oder “ungesüßt” stellen einen Obstbrei als gesund dar. Trotz dieser Aufschriften enthielten viele Gläschen immense Mengen an Fruchtzucker – zu viel für Babys, sagen die Tester von Ökotest.
  • Zusatz von Vitamin C: Die Zugabe von Vitamin C (Ascorbinsäure) ist zwar erlaubt, nach Meinung von Ökotest aber überflüssig. Denn die Säure hat im Babybrei allein einen kosmetischen Effekt – sie erhält die frische Farbe.

Generell empfehlen die Experten von Ökotest, Obstbrei nicht als Hauptmahlzeit zu geben, sondern wegen des hohen Zuckergehalts im ersten Lebensjahr nur kleine Mengen in den Milch-Getreide-Brei zu rühren. Alle Obstbreie im Test seien nicht dafür geeignet, regelmäßig pur gefüttert zu werden. Eine bessere Versorgung mit lebenswichtigen Nährstoffen wie etwa Eisen oder B-Vitaminen bekämen Babys mit Gemüse-Fleisch-Brei.

Unser Tipp: Obstbrei selbst kochen

Wenn Du das Obstmus für Dein Baby selbst kochst, hast Du eine bessere Kontrolle über die Zutaten. Ob die Früchte mit Pestiziden belastet sind, weißt Du zwar auch nicht genau – aber zumindest kannst Du bestimmen, wie viele frische Früchte der Brei für Dein Baby enthält. Verwende am besten saisonales Bio-Obst aus Deiner Region und mische kleine Portionen in vollwertigen Getreidebrei. Um alle Vitamine zu erhalten, dünste die Fruchtstücke vorsichtig und füttere den Brei am besten frisch.

Die detaillierten Testergebnisse aus dem Obstbrei Test kannst Du in der Zeitschrift “Ökotest”, Ausgabe Oktober 2019 oder unter ökotest.de nachlesen.

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