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Ich bin Rhesus-negativ: Was bedeutet das für meine Schwangerschaft?


Bereits bei der ersten Mutterschaftsvorsorgeuntersuchung in der Schwangerschaft wird Euch Blut entnommen. Unter anderem wird die Blutgruppe und ein spezielles Protein bestimmt. Danach wisst Ihr, ob Ihr Rhesus-positiv oder Rhesus-negativ seid. Was dies bedeutet, versuche ich Euch heute zu erklären.

Was ist der Unterschied zwischen Rhesus-positiv und Rhesus-negativ?

Wenn Ihr Rhesus-positiv seid, besitzt Ihr spezielle Proteine auf der Zellmembran der roten Blutkörperchen. Rhesus-negative Personen besitzen diese nicht. Etwa acht von zehn Menschen tragen den Rhesusfaktor auf ihren roten Blutkörperchen. Seid Ihr bei den acht Rhesus-positiven Menschen dabei, hat dies für die Schwangerschaft keine Konsequenz.

Rhesus-negativ und schwanger

Das Problem hierbei ist, dass Ihr nicht wisst, welche Blutgruppe Euer ungeborenes Kind hat. Gehen wir davon aus, dass Ihr Rhesus-negativ seid, aber Euer Baby Rhesus-positiv.

Da es spätestens bei der Geburt zu einer „Blutübertragung“ von Eurem Rhesus-positiven Baby in Euren Rhesus-negativen Blutkreislauf kommt, befindet sich im mütterlichen Blut zunächst sowohl Rhesus-negatives als auch Rhesus-positives Blut. Auch während der Schwangerschaft kann es dazu kommen, zum Beispiel bei einer Fruchtwasseruntersuchung oder bei Blutungen.

Euer Immunsystem reagiert sofort auf diese „Fremdkörper“ indem es Antikörper bildet, die die roten Rhesus-positiven Blutkörperchen des Kindes zerstören.

Bei der ersten Schwangerschaft entsteht daraus in der Regel kein Problem! Jedoch kann Euer Körper bei einer Folgeschwangerschaft mit einem Rhesus-positiven Baby diese vorhandenen Antikörper wieder aktivieren. Wenn diese in den Blutkreislauf Eures ungeborenen Kindes gelangen, greifen sie die Rhesus-positiven Blutkörperchen an und zerstören sie. Daraus folgt eine Blutarmut, die eine Verminderung des Sauerstoffgehaltes im Blut Eures Babys mit sich bringt.

Rhesus-negativ: Schwangerschaft in Gefahr?

Zum Glück hat die Medizin in der heutigen Zeit eine Lösung für dieses Problem. Mit Hilfe einer Spritze überlistet man das mütterliche Immunsystem. Diese solltet Ihr auf jeden Fall um die 28. Schwangerschaftswoche und nach der Geburt bekommen. Ebenfalls solltet Ihr diese „Anti-D-Immunglobulin-Spritze“ zum Beispiel nach einer Fruchtwasseruntersuchung oder nach Blutungen in der Schwangerschaft gespritzt bekommen. Diese Spritze enthält Antikörper gegen Rhesus-positives Blut. Diese Antikörper töten Rhesus-positive Blutkörperchen des Babys ab, sofern sie denn in den Blutkreislauf der Mutter gelangt sind.

Euer Körper erkennt die von außen zugeführten Antikörper und bilden keine eigenen, denn körpereigene Antikörper würden in Eurem Blutkreislauf erhalten bleiben, von außen zugeführte bauen sich schon nach kurzer Zeit wieder ab. So gibt es bei der zweiten Schwangerschaft keine Probleme!

 

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