U1 Neugeborenen-Erstuntersuchung

Die U1 Untersuchung – erste Vorsorge im Leben deines Babys


Die U1 Untersuchung ist die allererste Untersuchung im Leben Deines Babys. Gleich nach der Geburt werden alle lebensnotwendigen Funktionen untersucht, um sicherzugehen, dass Dein Baby gesund ist und die Geburt unbeschadet überstanden hat.

Wann findet die U1 Untersuchung statt?

Die U1 Untersuchung findet gleich nach der Geburt Deines Babys statt. Wenn Du in einem Geburtshaus oder Zuhause entbindest, dann führt Deine Hebamme die U1 Untersuchung durch. Insgesamt dauert die U1 Untersuchung ca. 10 Minuten.

Was macht der Arzt bei der U1 Untersuchung?

Bei der U1 Untersuchung händigt Dir der Arzt das gelbe Kinderuntersuchungsheft aus. Dieses gelbe Untersuchungsheft begleitet Euch bis zur U9, die im Alter von sechs Jahren stattfindet. In dieses Heft werden unter Anderem folgende Daten eingetragen:

  • Geburtsjahr
  • Geschlecht
  • Körpergewicht
  • Körperlänge
  • Kopfumfang

APGAR-Test

Außerdem wird bei der U1 Untersuchung der sogenannte APGAR-Test gemacht. Die Anfangsbuchstaben stehen für folgende Kriterien, die bei Deinem Baby überprüft werden:

  • Aussehen
  • Puls
  • Gesichtsbewegungen (Grimmassieren)
  • Aktivität
  • Respiration (Atmung)

Getestet werden diese jeweils eine, fünf und zehn Minuten nach der Geburt. Für jedes Kriterium kann Dein Neugeborenes maximal 2 Punkte erhalten. Insgesamt also 10 Punkte. Die volle Punktzahl bedeutet, dass Dein Baby kerngesund ist, bei weniger als 9 werden eventuell weitere Untersuchungen durchgeführt. Aber kaum ein Baby erreicht sofort die volle Punktzahl, denn die meisten Babys sind noch blau angelaufen und haben noch keine rosige Haut. Außer Dein Baby schreit gleich lauthals los! Denn das regt die Durchblutung an und die Haut wird schneller rosig. Der APGAR-Test ist eine einfache standartisierte Methode, um den Gesundheitszustand Deines Babys festzustellen, und zeigt auch, wie gut sich Dein Baby an das Leben außerhalb Deines Mutterleibes anpassen kann.

Weitere Bestandteile der U1

  • Etwas Blut wird aus der Nabelschnur entnommen, um es auf den Sauerstoffgehalt zu untersuchen. So überprüft der Arzt, ob Dein Baby während der Entbindung ausreichend mit Sauerstoff versorgt wurde. Falls nicht, leitet er sofort entsprechende Maßnahmen ein.
  • Eventuell verschlucktes Fruchtwasser wird mit Hilfe eines Katheters abgesaugt, und es wird überprüft, ob Nase und Speiseröhre frei sind.
  • Der Arzt verabreicht Vitamin-K-Tropfen, um eine Unterversorgung auszugleichen, die eine Blutgerinnungsstörung verursachen könnte. Da das Vitamin K in der Muttermilch sowie vielen Nahrungsmitteln wie Blattgemüse, Kohl, Salat oder Karotten enthalten ist, wird es Deinem Baby mit der richtigen Ernährung auch daran nicht mangeln. Die Vitamin-K-Tropfen sind also nur eine reine Vorsichtsmaßnahme, um dein Baby zu schützen.

Was kannst Du als Mutter tun?

Generell kann man als Mutter während der U1 Untersuchung nicht viel machen. Vielleicht bekommst Du sogar gar nichts davon mit, weil Du in den ersten Minuten nach der Geburt so erschöpft bist oder weil Du genäht werden musst. Dann wirst Du froh sein, dass jemand sich um Dein Neugeborenes kümmert. Wenn der Vater bei der Geburt dabei ist, kann er Dir hinterher berichten, wie die Untersuchung genau abgelaufen ist.

Beim Vorstellungsgespräch in der Klinik kannst Du besprechen, wie du dir den Ablauf nach der Geburt wünschst. In manchen Kliniken ist es möglich, das Kind zuerst auf Deine Brust zu legen, oder sogar zu stillen, bevor das ganze Prozedere losgeht — vorasgesetzt, es gab keine Komplikationen bei der Geburt oder Auffälligkeiten bei Deinem Baby.

Egal wie Deine Geburt abläuft, Du kannst Dir sicher sein, dass die Ärzte und Deine Hebamme während der U1 alles Notwendige tun werden, damit Dein Baby den bestmöglichen Start ins Leben genießen kann. Natürlich werden nach der U1 Untersuchung noch einige weitere Tests und Screenings während der ersten Tage in der Klinik durchgeführt. Ab dem dritten Lebenstag ist Dein Baby dann bereit für die zweite große Untersuchung, die U2. Sie wird entweder noch in der Klinik oder in der Kinderarztpraxis durchgeführt.

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