Woche 37 – Turbulenter Jahreswechsel und Rückblick


4.1.15

Das Jahr 2014 liegt hinter uns, Pauline ist nun schon 8,5 Monate und Mathilda 3 Jahre alt.

Im Nachhinein muss ich sagen, die ersten 6 Monate zu viert waren am anstrengendsten für uns, körperlich, nervlich und emotional eine große Herausforderung. Alles musste sich einspielen und jeder seinen Platz und seine Aufgaben finden. Inzwischen sind wir ein eingespieltes Team, wir kennen unsere Stärken und Schwächen und meistens unsere Grenzen.

die mädels

Immer schön flexibel bleiben

Die Bedürfnisse der Kinder bestimmen hauptsächlich den Tagesablauf und unsere Freizeit-/Urlaubsplanungen (anders würde es einfach nicht funktionieren, zumindest bei uns). Dabei muss man sehr gut mit ständigen Änderungen umgehen können, weil sich die Bedürfnisse oft nicht planen lassen. So kommt es am Wochenende oft vor, dass wir uns am Morgen bestimmte Aktivitäten oder einen Ausflug vorgenommen haben und im Laufe des Tages feststellten, dass sich das so nicht realisieren lässt, weil es mit Schlafens- oder Essenszeiten der Kinder kollidiert, oder das Wetter spielte nicht mit, oder nach dem dritten Mal wickeln und einer weiteren Mahlzeit war es zu spät für den Zoo… Am Anfang konnte vor allem ich schlecht damit umgehen, denn ich freue mich immer ganz besonders hier mal rauszukommen. Wenn es dann doch wieder nur der wirklich schöne, riesige örtliche Spielplatz wurde (bei dem ich mittlerweile aber jeden Grashalm mit Namen kenne ;-)), war ich schon enttäuscht. Allmählich habe ich mich aber mit der Tatsache, dass wir flexibel bleiben müssen, arrangiert. An manchen Tagen freue ich mich schon über einen Drogeriemarktbesuch oder Ausflug zum 500 Meter entfernten Bäcker.

Höllentrips im Auto

Zum Thema Ausflüge gehört irgendwie auch das Autofahren mit Kindern. In unserem Fall würde ich von Höllentrips reden, denn so gut wie keine Autofahrt mit Pauline vergeht ohne ohrenbetäubendes Geschrei, bei dem es schwerfällt, sich auf den Straßenverkehr zu konzentrieren. Bei Mathilda und uns liegen regelmäßig die Nerven blank. Längere Strecken werden wir bis auf weiteres vermeiden, zumindest bis zur Urlaubszeit. So ganz unbekannt ist uns diese Situation leider nicht, auch Mathilda hat eine Zeitlang im Auto gebrüllt, bis wir halten konnten oder sie erschöpft eingeschlafen ist. Manchmal bin ich schon neidisch auf die Leute, deren Kinder schon in der Garagenausfahrt eingeschlafen sind, aber wir sind nicht allein mit dem Problem und auch das ist nur eine Phase…

Wenn es dunkel wird…

Die Nächte mit Pauline sind unterdessen immer noch sehr durchwachsen. Wenn ich sie abends ins Bett bringe, ist nie klar, wie lange ihre erste Schlafetappe dauert. Oft wacht sie nach einer halben Stunde wieder auf und möchte nochmal trinken. Wenn sie gesund und nicht überdreht ist, schläft sie auch mal bis ich ins Bett gehe, also einige Stunden. Die Rahmenbedingungen und einige Punkte im Tagesablauf lassen wir immer gleich, damit nicht zu viel Unruhe entstehen kann und die Kinder nicht überreizen. Manchmal lässt es sich trotzdem nicht vermeiden, nach einem aufregenden Tag fällt es beiden Mädels schwer, in den Schlaf zu finden. Stefan muss dann Mathilda wieder und wieder Geschichten erzählen und Schlaflieder summen und Pauline nuckelt und nuckelt und nuckelt an mir… An unserer abendlichen Aufteilung hat sich durch das Einschlafstillen bei Pauline (noch) nichts geändert, Stefan kümmert sich um Mathilda und ist auch nachts für sie zuständig falls sie aufwacht und etwas braucht, was aber sehr selten der Fall ist. Zu wissen, dass Kinder im Normalfall ab einem gewissen Alter nachts auch wunderbar ruhig durchschlafen können, beruhigt mich sehr. Im besten Fall muss ich noch 6 bis 10 anstrengende Monate durchhalten, dann schläft vielleicht auch Pauline gut. Im Moment haben wir noch den Plan, sie mit circa einem Jahr ins Kinderzimmer zu Mathilda auszulagern. Gleichzeitig oder etwas zeitversetzt möchte ich auch gerne abstillen…, mal sehen ob wir das hinbekommen. Am Ende entscheidet Pauline ab wann sie bereit ist für diese großen Änderungen.

Krankheiten zum Jahreswechsel

In den letzten Tagen war es besonders aufregend für die Mädels, meine Eltern waren nämlich zu Besuch und wir haben alle zusammen Silvester gefeiert. Pauline ist immer noch etwas angeschlagen, ziemlich erkältet und ständig müde, kein gutes Zeichen. Vorhin hatte sie auch wieder etwas Fieber, ich hoffe das wird nicht schlimmer. Auch bei mir machen sich inzwischen Stress und Schlafmangel deutlich bemerkbar. Nachdem ich seit drei Wochen permanent Halsschmerzen mit Schluckbeschwerden habe, gegen Ende der Woche auch noch Schüttelfrost und Heiserkeit dazu kam, habe ich meinem Hausarzt kurz vorm Wochenende einen Besuch abgestattet. Er meinte nur, in meinem Hals sei alles entzündet und verschrieb mir ein leichteres Antibiotikum, was sich mit dem Stillen verträgt. In der Nacht auf Samstag ging es mir plötzlich so schlecht, dass ich mitten in der Nacht heftig erbrechen musste. Ich hatte das Gefühl, dass ich das Medikament nicht so gut vertrage, aber vielleicht hab ich auch zusätzlich ein Virus erwischt, keine Ahnung. Jedenfalls kam es zu der stressigen Situation, dass ich im Bad über der Schüssel hing und Pauline nebenan im Schlafzimmer schrie, weil sie schlecht Luft bekam und allgemein schwächlich war und niemand konnte sie sofort beruhigen. Stefan ist am Freitagmorgen für eine Woche in seinen wohlverdienten Tauchurlaub geflogen, dafür bleibt meine Mama noch ein paar Tage da und hilft mir, vor allem mit Mathilda und dem Haushalt. Pauline lässt sich immer noch nur von Stefan oder mir beruhigen, was in den kommenden Tagen auch noch erhöhten Schwierigkeitsgrad bedeutet. Ich habe großen Bammel vor der kommenden Woche ohne Stefan, aber nun gibt es kein Zurück mehr.
Zum Glück hat Mathildas Kindergarten ab morgen wieder geöffnet, dann ist es vormittags etwas ruhiger.

Pauline deutet und wirft

Ganz abgesehen von den unschöneren Dingen gibt es auch schon wieder schöne Neuigkeiten von Pauline zu berichten: seit Anfang der Woche deutet sie mit dem Zeigefinger auf die verschiedensten Dinge und schaut uns dabei an und grinst. Wenn wir dann mit ihr nah hingehen oder ihr den Gegenstand geben, freut sie sich sehr und quietscht. Am Tisch kann sie uns nun schon relativ deutlich klarmachen, was sie haben möchte und das verbessert unsere gemeinsame Kommunikation ganz ungemein.

Seit gestern übt sie zusätzlich fleißig das Werfen von Gegenständen aller Art. Das heißt, alles was sie in die Finger bekommt, fliegt früher oder später im hohen Bogen durch die Luft. Irgendwo habe ich gelesen, dass damit das Loslassen von Gegenständen geübt wird und das Baby etwas über Höhe und Entfernungen lernt. Die unterschiedlichen Geräusche beim Aufprall sind sicher auch spannend. Leider findet Mathilda diese Übungen ebenfalls lustig, dass sie gerne mit einstimmt und auch das Eine oder Andere durchs Zimmer wirft. Für sie ist es nicht wirklich logisch, dass Pauline das darf und sie nicht. Hier ist wieder jede Menge Geduld und Einfühlungsvermögen gefragt… Unsere abendliche Wohnzimmeraufräumaktion, bei der zumindest Mathilda kräftig mithilft, dauert jedenfalls länger als vorher.

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