Woche 55 – Abendritual und Einschlafstillen


Seit Pauline (1 Jahr alt) auf der Welt ist, wird sie zum abendlichen Einschlafen gestillt. Tagsüber schläft sie meist ohne Protest im Wagen, in der Trage, im Auto oder sogar einfach auf meinem Arm ein.

Bis jetzt hatte ich auch kein Problem mit dem Einschlafstillen, es funktioniert zuverlässig und schnell und ist eine sanfte Einschlafhilfe.

Kein Glück mit Schnuller und Co.

So langsam aber wäre es (zumindest für mich) schön, wenn auch mal der Papa oder sogar Oma, Freundin oder Babysitter eine Chance hätten, sie ins Bett zu bringen. Bisher akzeptiert sie nämlich noch nicht mal ihren Papa beim abendlichen Zu Bett gehen. Sobald er sich mit ihr der Schlafzimmertür nur nähert, fängt Pauline an zu weinen. Wenn sie sich im Schlafzimmer einigermaßen beruhigt hat, deutet sie ständig auf die Tür und möchte auf keinen Fall hingelegt werden. Selbst tragen, kuscheln oder ein Buch anschauen helfen da nicht. Schnuller und Milchflasche mag sie überhaupt nicht und wenn man ihr die Trinklernflasche mit Wasser anbietet, wird sie richtig wütend. Kuscheltier und Schmusetuch haben leider auch total versagt. Sie kommt einfach nicht zur Ruhe, beziehungsweise lehnt es strikt ab, von jemand anderem, außer mir, ins Bett gebracht zu werden. Wobei auch ich sie nur mit Einschlafstillen zum Schlafen bringe. Versuche ich es mit tragen, kuscheln etc. wird sie mindestens genauso wütend wie beim Papa. Eine verfahrene Situation.

Automatische Rollenverteilung

Uns ist natürlich klar, dass wir selbst daran “schuld” sind, Pauline ist es einfach nicht anders gewöhnt. Aus Zeitersparnisgründen und etwas Bequemlichkeit hatten wir seit ihrer Geburt die Rollen automatisch ohne großes Nachdenken so verteilt, dass Papa immer Mathilda (unsere 3-jährige Tochter) ins Bett bringt und ich Pauline. Wenn Papa abends mal unterwegs ist, bringe ich beide allein ins Bett. Für mich meistens kein großes Problem, Mathilda ist seit vielen Monaten praktisch ein Selbstläufer, zumindest im heimischen Umfeld und wenn der abendliche Ablaufplan, auch zeitlich, eingehalten wird.

Mathildas abendlicher Ablaufplan

Die immer gleiche Reihenfolge von waschen, umziehen, Bücher lesen oder Geschichte erzählen usw. scheinen Mathilda Sicherheit zu geben, was wiederum Ruhe, Runterkommen und Entspannung bei ihr hervorruft. Fast immer sprechen wir auch den vergangenen Tag nochmal kurz durch. Wir investieren damit abends zwar viel Zeit in ein friedliches Einschlafverhalten, aber ich finde das lohnt sich auch sehr. Mathilda schläft beruhigt und zufrieden in ihrem Bett ein, bis zum Morgen durch, wacht zwischendurch höchstens kurz auf wenn sie schlecht geträumt hat oder krank ist und verlässt ihr Bett nicht. Sie weint und diskutiert nicht, wenn es Richtung Bett geht, denn sie weiß genau was kommt und freut sich meistens schon auf Bücher und Geschichten. Bei der Bücherauswahl darf sie frei entscheiden und nur manchmal (wenn ein besonders aufregender Tag hinter ihr liegt) dauert es etwas länger bis sie einschläft. Alles recht leicht also.

Erstens kommt es anders…., Pläne vs. Realität

Unser Plan war nun ursprünglich, dass Pauline kurz nach ihrem ersten Geburtstag mit ihrem Kinderbett vom Schlafzimmer ins Kinderzimmer umzieht und eigentlich wollte ich im gleichen Aufwasch auch gleich abstillen. Eigentlich.
So wie es aktuell aussieht, muss ich mich von der romantischen Vorstellung, beide Kinder zusammen bettfertig zu machen, zusammen Bücher zu lesen und Schlaflieder zu singen, vorerst noch verabschieden. Pauline ist einfach noch nicht so weit. Sie braucht zum Einschlafen noch absolute Ruhe und die Mama…
Bisher ist es mir leider auch noch nicht gelungen, beide Kinder in einem Raum zum Schlafen zu bringen, sie lenken sich gegenseitig ab und stören sich entweder oder schaukeln sich lustig hoch. Keiner denkt auch nur im Entferntesten ans Schlafen. Es ist mir immer noch ein Rätsel, wie andere Mütter das mit Baby und Kleinkind in einem Zimmer gleichzeitig hinbekommen… Aber vielleicht ist das ja auch wieder so eine Aufgabe wo man reinwachsen muss…
Inzwischen haben wir damit begonnen, den Ablauf ein wenig zu ändern, damit Pauline sich mehr an Papas abendliche Anwesenheit gewöhnt und Mathilda und ich ein bisschen Zeit zu zweit haben.
Mathilda und ich lesen das erste Buch zusammen, während Pauline und Papa im Schlafzimmer auch ein Buch ansehen oder spielen. Danach tauschen wir die Kinder und alles geht wie gewohnt weiter.

Wie wir unserem Ziel näher kommen sollen, wissen wir noch nicht genau, vielleicht hat jemand noch einen brauchbaren Tipp für uns? Besonders beim Thema Abstillen habe ich ein bisschen Sorge, ob wir das sanft und ohne Dramen hinbekommen… Aber: Kommt Zeit, kommt Rat. Manchmal erledigen sich solche Dinge ganz von allein.

Weitere Artikel von uns:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.