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5 Tipps zum Wochenbett zu Hause

Zum Wochenbett nach der Klinik sagte meine Hebamme: "Eine Woche im Bett, eine Woche ums Bett und die nächsten Wochen langsam den Radius erweitern."

Die ersten Tage nach der Geburt

Wundere Dich nicht, falls die ersten Tage nach der Geburt ein Wechselbad der Gefühle werden. Jeder Neuanfang ist anders, von der Geburt, den Erwartungen und der Umgebung ganz zu schweigen.

Mein Sohn und ich waren die ersten Tage nach der Geburt in der Klinik. Es war eine Zeit mit gemischten Gefühlen: Erleichterung, dass die Geburt geschafft war, Glück, wenn ich meinen schlafenden oder trinkenden Sohn betrachtete, Freude, wenn ein Engelslächeln über sein Gesicht huschte oder wir kuschelten, Anspannung, wenn das Stillen nicht klappte, Stress, wenn ich meinen weinenden Sohn nicht beruhigen konnte und schließlich die Sehnsucht auf Zuhause. Beeinflusst und verstärkt wurden diese ganzen Gefühle natürlich durch die Hormone, die nach der Geburt so durch mein Blut kursierten – oder eben gerade nicht mehr.

Zuhause ankommen und sortieren

Zu Hause anzukommen und sich zu sortieren, dauert bei allen Babys, Frauen und auch den Männern unterschiedlich lang. Mein Tipp: Mach es Dir so gemütlich wie möglich, wenn Du mit Deinem Baby nach Hause kommst. Toll ist es, wenn Dein Partner oder eine andere nahe stehende Person sich ein bisschen um Euch kümmern kann. Ich war froh, dass ich die erste Zeit nicht Einkaufen, Kochen oder Putzen musste, sondern mich um mein Baby und mich kümmern konnte. Denn schon, nachdem ich eine Weile in der Wohnung herumgewandert war, meldete sich mein Beckenboden. Ein Gefühl, das mich schnell wieder ins Bett oder aufs Sofa zog.

Schön war für meinen Mann und mich immer der Besuch unserer Hebamme. Mein Mann hatte sie angerufen, nachdem wir entlassen worden waren und sie kündigte sich schon für den nächsten Tag an. Das gab uns ein Gefühl der Sicherheit und wir notierten uns Fragen, die wir ihr stellen wollten. Alle Fragen aufzuschreiben hat uns ungemein geholfen, nicht vier von fünf Fragen zu vergessen. Und das man die Fragen vergisst, liegt an den vielen neuen Dingen, rund ums Baby, an die man nun denken muss – evtl. auch am neuen (Schlaf)rhythmus. 😉

Vorstellungen und Istzustand

Wenn Du  in Deinem Wochenbett einiges entdeckst, dass Du Dir vorher anders vorgestellt hast, dann bist Du damit ganz sicher nicht die Einzige!

Hier sind die Dinge, die ich mir anders vorgestellt, bzw. mit denen ich nicht gerechnet hatte:

  • Das Stillen dauerte viel länger als gedacht. In der Klinik (einem "Babyfreundlichen Krankenhaus") hatte ich gelernt, meinen Spatz bei jeder Stillmahlzeit an beiden Seiten anzulegen. Einfach, damit die Milchproduktion richtig in Gang kommt und auch bleibt. Bis mein Spatz da an beiden Seiten durch war, hat das so eineinhalb Stunden gedauert. Nutze die Zeit für ein Nickerchen oder leg Dir ein Buch zurecht und stell ein großes Glas Wasser an Deinen Stillplatz.
  • Mein Baby war schwerer zu beruhigen als gedacht. Aber unsere Wundermittel waren (bei beiden Kindern): Stillen (leider nur für Mama möglich), Rauschen des Herdlüfters (Juhu, auch was für Papa!) und das Rauschen vom Föhn. Diese drei Beruhigungs- und Einschlafhilfen waren mehrfach täglich im Einsatz und retteten uns in 90 % aller Fälle. Nicht wundern! Einfach ein paar Mal ausprobieren!
  • "Babys schlafen am Anfang soooo viel!" Joa, schon! Aber wundere Dich nicht, falls Du einen anderen Eindruck hast. Denn wenn Dein Baby nur dann schläft, wenn Du auf den Beinen bist, dann ist der Erholungseffekt eher mäßig. Daher rate ich Dir: Schlafe mit, wenn Du kannst! Wechsel Dich mit Deinem Partner ab oder bitte eine Freundin auf Dein Baby aufzupassen, während Du ein bis zwei Stunden schläfst. Unser Spatz schlief tagsüber am Besten auf unserem Arm oder im Tuch ein und schlief am Besten weiter, wenn wir uns bewegten. Nachts mussten wir die ersten Wochen abwechselnd im Sitzen schlafen, da er nur auf unserem Bauch ein- oder weiterschlief und wir so auch etwas dösen konnten.
  • Im Auto schlief unser Spatz nicht etwa ein, sondern beschwerte sich lauthals. Er war erst zu beruhigen, als wir rechts ran fuhren. Manchmal konnte ich ihn in den Schlaf stillen und manchmal half nur die Ohren zusammenzukneifen und eine gefühlte Ewigkeit nach Hause zu fahren. Drei Monate später entspannte sich die Situation dann. *Puh!!!!!*

Der erste Besuch zu Hause

Entscheide mit Deinem Partner zusammen, wann die richtige Zeit für die ersten Besucher ist und für wie lange Ihr sie empfangen wollt! Sollten die Tage und Nächte turbulent sein, dann bittet Eure Besucher ruhig, Euch allen etwas zum Kaffee, Mittag- oder Abendessen mitzubringen. So könnt Ihr Euch noch mal frisch machen.

Da wir durch die durchwachten Nächte und die Umstellung noch viel Zeit für uns brauchten, waren unsere ersten Besucher nur für ein Stündchen da, aber das hat die stolzen Großeltern nicht gestört.

Der erste Spaziergang

Den ersten Spatziergang mit unserem kleinen Spatz habe ich noch in sehr positiver Erinnerung. Wir wickelten ihn in ein Tuch und trug ihn durch die Straßen seines neuen Kiez. Es war kein langer Spaziergang, aber wir kamen aus dem Haus und nahmen wieder am Leben teil. Mit dem Tuch waren wir so wunderbar flexibel! Allerdings hat es eine Weile gedauert, bis ich mich mit dem Tuch zurechtgewickelt hatte. Doch nach ein paar Wochen täglichen Übens hat's wunderbar funktioniert. Falls Dir das Gewickel zu nervig ist, dann kauf Dir eine Babytrage mit Neugeboreneneinsatz. Daran muss man sich zwar auch gewöhnen, aber es geht schneller.

Der neue Alltag beginnt

Irgendwann beginnt der neue Alltag mit Deinem Baby. Meist, wenn der Partner wieder arbeiten geht. Auch da muss man sich erst einmal wieder zurechtfinden, um die neuen und alten Programmpunkte (Baby versorgen, Dich versorgen, Termine, Treffen mit Freunden und Familie, Haushalt, ...) nach und nach unter einen Hut zu bringen. Sei nicht enttäuscht, wenn andere schneller zu mehr Terminen gehen oder scheinbar locker den Haushalt schmeißen. Bleib da bei Dir!

Ich wünsche Dir ein schönes, kuscheliges Wochenbett!

Deine Anne

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