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6 einfache Montessori-Möbel, die Du kennen solltest


Ich selbst durfte als Kind eine Montessori-Grundschule besuchen und sehe darum mit Freude, dass sich immer mehr Eltern in der Wahl ihrer Spielzeuge, Einrichtung, Erziehung und Bildungseinrichtungen am Konzept Maria Montessoris orientieren. Denn Montessori fängt nicht erst im Kindergarten oder in der Schule an, sondern ganz am Anfang: Zuhause. Wie Du mit Montessori-Möbeln Deinem Kind mehr Teilhabe und Eigenständigkeit ermöglichen kannst und warum sich das lohnen kann? Lies selbst.

Warum Montessori Möbel sinnvoll sein können

Intrinsische Lernmotivation von Kindern

“Hilf mir, es selbst zu tun” ist eines der bekanntesten Zitate Maria Montessoris. Was sich dahinter verbirgt ist eine Einstellung zum Kind und zur Erziehung von Kindern, die zu damaligen Zeiten (Anfang des letzten Jahrhunderts) höchst ungewöhnlich war. Es ist nicht unsere Aufgabe als Eltern, Kinder zum Lernen und Mithelfen zu bewegen. Stattdessen reicht es, dem Kind zu ermöglichen, dass es selbst lernen kann. Denn Kinder bringen eine sehr wertvolle Eigenschaft mit: Die Motivation, die Welt zu verstehen und alles selbst zu erlernen, was wir Erwachsenen oder ältere Kinder schon beherrschen.

Bedürfnis nach Selbständigkeit

Deshalb sind Eigenständigkeit und die Erfahrung von Selbstwirksamkeit für die Entwicklung gesunder Kinder so ungemein wichtig. Wenn sie selbst auswählen dürfen, für welche Lernschritte sie gerade bereit sind und wie viel sie schon selbst können, erspart das viele Konflikte, Druck oder Frustration – auf Seiten von Eltern und Kindern. Statt Lernschritte zu erzwingen, reicht es also, auf dieses kindliche Grundbedürfnis nach Selbständigkeit zu vertrauen und ihm eine dafür möglichst passende Umgebung zu bieten.

Montessori-Möbel einfach erklärt

Hinter dem Begriff Montessori-Möbel verbirgt sich darum nichts anderes als Möbel, die eine kindgerechte Größe haben bzw. den Kindern Teilhabe am Alltag ermöglichen. Oft sind das gar keine “besonderen”, teuren Kindermöbel. Es muss auch nicht “Montessori” drauf stehen und dass sie aus Naturholz sind, ist eher Bonus als Notwendigkeit. Wichtig ist, dass Kinder selbständig damit umgehen und sie zweckmäßig verwenden können – ohne dabei ständig auf die Hilfe von Erwachsenen angewiesen zu sein.

Diese 6 genialen Montessori-Möbel solltest Du kennen

Montessori Kleiderschrank

Die Selbständigkeit und Selbstbestimmung fängt schon am Morgen an. Kinder, die die Möglichkeit haben, ihre Kleidung selbst auszusuchen und anzuziehen, werden mit diesem Vorgang weitaus weniger Probleme haben. Denn Anziehen am Morgen, vor allem unter Zeitdruck, ist ja so eine Sache. Vor allem in konfliktreichen Zeiten entwickelt sich das eigentlich ganz einfach Ritual zum regelrechten Machtkampf.

Das bedeutet nun nicht, dass jedes Kind, das die Möglichkeit hat, sich selbständig anzuziehen, das auch sofort tun wird. Aber Du stellst sicher, dass es die Möglichkeit dazu hat, sobald es so weit ist.

Wichtig bei einem Montessori-Kleiderschrank ist also, dass er nicht zu hoch ist, sodass Dein Kind selbständig den Überblick gewinnen kann. Dazu können Kleiderbügel sehr hilfreich sein, so kann es alles durchsehen, ohne jedes einzelne Teil herauszureißen. Außerdem haben sich meiner Erfahrung nach kleine Kisten bewährt, die das häufig entstehende Chaos verbergen können.

Diese Kindergarderobe von Roba würde sich zum Beispiel perfekt eignen:

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Sie ist insgesamt nur etwa 1 Meter hoch. An der Seite bietet sie sogar noch einen Spiegel, damit kleine Selbst-Anzieher sich danach bewundern können. In den unteren Fächern finden Kleinteile wie Socken oder Unterwäsche Platz. In den Regalabteilen kann man entweder T-Shirts und andere Kleidungsstücke stapeln oder – je nach Ordentlichkeit – kleine Körbe als Schubfächer einlegen.

Montessori im Badezimmer

Aber auch beim Gang zur Toilette und ins Badezimmer können kleine Anschaffungen einen großen Unterschied machen. Denn auch wenn Waschbecken und Toilette die richtige Höhe für Erwachsene haben, wollen die meisten Kinder auch hier “selber machen”.

Wenn Du weder Zeit, Geld noch Platz hast, um einen richtigen Kinderbereich im Bad zu gestalten, muss es vielleicht nicht unbedingt eine teure Anschaffung oder DIY-Konstruktion aus Echtholz sein. Natürlich finden wir Erwachsenen das optisch am ansprechendsten. Für Kinder zählt aber vor allem, dass sie es gut verwenden können – egal, ob Holz oder Plastik. Sie wollen selbst die Zähne putzen, Hände waschen und abtrocknen und einen Spiegel auf Augenhöhe haben. So wie Mama und Papa eben.

Mit einem mobilen Kinderwaschbecken zum Beispiel ist das gar kein Problem. Das Kiddy Wash von Rotho Babydesign lässt sich ganz einfach am Badewannenrand befestigen und dort auch befüllen und wieder ausleeren.

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Und auch für die Toilette gibt es zahlreiche einfache Lösungen, sie auf Höhe des Kindes zu bringen und damit den eigenständigen Toilettengang zu ermöglichen. Ein Toilettentrainer mit Tritthocker erfüllt genauso seinen Zweck wie einer mit Trittleiter. Im Vergleich zum Töpfchen (selbst wenn das die Form einer kleinen Toilette hat), gibt das Kindern das Gefühl, dieselbe Toilette wie die Erwachsenen nutzen zu dürfen. Auch Toilettenpapier und Spülen gehört dazu.

Montessori Regal für Spielzeug

Wenn Du Dich schon einmal in einer Montessori-Schule oder einem Montessori-Kindergarten umgeschaut hast, sind Dir vielleicht zu allererst die hochwertigen Lernmaterialien aufgefallen. Aber hast Du auch bemerkt, dass diese meist in offenen Regalen auf den ersten Blick zu sehen sind? Die Kinder können also das Angebot schnell überblicken und sich intuitiv entscheiden, wofür sie gerade bereit sind.

Auch hindert diese Art der Präsentation Euch daran, unzählige Kleinteile und Spielzeuge anzuhäufen, mit denen am Ende doch nicht gespielt wird. Stattdessen drückt ein Montessori-Regal Wertschätzung aus für die Gegenstände, die sich darin befinden. Ich kenne auch Eltern, die ihr Montessori-Regal regelmäßig neu bestücken und das restliche Spielzeug in der Zwischenzeit wegräumen. So sorgen sie dafür, dass ihre Kinder immer wieder etwas Interessantes und Anregendes darin finden, ohne von der Menge der Gegenstände überfordert zu sein. Du musst also nicht minimalistisch sein in der Anzahl der zur Verfügung stehenden Spielzeuge – nur in ihrer Präsentation.

Ein solches Regal ist also das einfachste, aber auch eines der wichtigsten Montessori-Möbel. Klassisch werden als Montessori-Regale oft einfache Holzregale verwendet. Das passt aber nicht unbedingt zu jedem Einrichtungsstil. Es spricht also auch nichts gegen etwas, was zum Rest Eurer Möbel passt.

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Auch offene Regale, wie das hier von Roba, lassen sich problemlos in Montessori-Regale verwandeln – abhängig natürlich von Größe und Menge des Spielzeugs.

Montessori Bücherregal

Aber nicht nur das Spielzeug, auch Bücher kannst Du kindgerecht präsentieren. Mit Buchrücken können Kinder, vor allem im Kleinkindalter, nämlich reichlich wenig anfangen. Sie erkennen ihre Lieblingsbücher ja nicht am Titel, sondern am Cover, also an den Bildern vorne drauf.

In einem Montessori Bücherregal stehen die Bücher aufrecht, anstatt darin zu stecken. Damit regst Du Dein Kind an, sich selbständig ein Buch auszusuchen und darin zu blättern. Auch dazu musst Du nicht tief in die Tasche greifen, sondern kannst zum Beispiel einfach Ikea Möbel umfunktionieren. So haben wir einfach vier Gewürzregale von Ikea an die Holzwand gedübelt und so ein DIY-Bücherregal geschaffen.

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Montessori-Bett: Hauptsache in Bodennähe

Ein speziell konstruiertes Montessori-Bett gibt es nicht. Die einzige Anforderung ist, dass Dein Kind von selbst hinein und hinaus kommen sollte.

Die meisten der klassischen Kinderbetten wie das von Pinolino berücksichtigen diese Notwendigkeit bereits und haben herausnehmbare Sprossen. Diese können Eltern dann entfernen, wenn ihr Kleinkind groß genug ist, um sicher und selbständig in und aus dem Bett zu steigen.

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Das genialste Montessori-Möbel: Der Lernturm

Kein Möbelstück hat mir persönlich den Alltag mit Kleinkind so sehr erleichtert wie ein Lernturm (Learning Tower). Und zwar bei beiden Kindern! Denn vor allem beim Kochen wollen meine Jungs unbedingt zu Mama auf den Arm. Es wird dann am sprichwörtlichen Rockzipfel gehangen und genörgelt und schließlich gebrüllt.

Sobald sie aber vom Lernturm aus Teil des Geschehens sein konnten, ging es plötzlich fast immer. Egal ob DIY-Version oder ein fertig konstruierter Lernturm, und egal, ob Du ansonsten Montessori-Möbel für Dein Kind anschaffst oder nicht: Ein Entdecker- oder Lernturm ist meine absolute Empfehlung!

Ein Lernturm ist eine kippsichere Steherhöhung, die es Kleinkindern erlaubt, selbständig hinein und heraus zu klettern. Man kann ihn in der Küche, im Bad und überall dort verwenden, wo kleine Kinder Teil des Geschehens sein wollen. Lerntürme werden manchmal als “Montessori-Lerntürme” verkauft. In Wahrheit sind sie genauso wenig von Maria Montessori entworfen wie alle anderen Montessori-Möbel. Sie folgen lediglich dem Ansatz der Reformpädagogin und ihrem revolutionären Bild vom Kind.

Fazit: Kleine Veränderung, große Wirkung

Wenn Du jetzt also Lust bekommen hast, Montessori-Möbel für Eure Wohnung anzuschaffen, leg los! Du wirst, genau wie wir, begeistert feststellen, wie ganz kleine Veränderungen einen großen Unterschied machen können.


Habt Ihr bereits Montessori-Möbel? Wie sind Eure Erfahrungen damit? Würdet Ihr ein besonderes Möbelstück anderen Eltern empfehlen? Wir freuen uns über Eure Kommentare.

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