Babybrei

Beikost-Start – Tipps & Tricks rund ums Babybrei füttern


Der Beikost-Start steht an und es soll zum ersten Mal Babybrei gefüttert werden. Man putzt fleißig Bio-Karotten oder besorgt einen gut ausgewählten Vorrat an Fertigbrei, hat süße Teller und Löffelchen gekauft und auch die Lätzchen liegen bereit. Mama freut sich auf den nächsten Meilenstein im Alltag mit dem Baby und dann das: Das Baby hat keine Lust und die liebevoll pürierten Karotten werden munter wieder ausgespuckt oder schaffen es erst gar nicht in den Mund. Die einzige, die am Ende Babybrei gegessen hat, ist Mama.

Was tun, wenn das Baby nicht essen will?

Als Erstes gilt: Entspannen und die eigenen Erwartungen runterschrauben. Wie in allen anderen Bereichen in Babys Entwicklung legt auch beim Essen jedes Baby sein eigenes Tempo vor und wo das eine schon gerne munter zugreift, hat das andere einfach noch keine Lust auf feste Nahrung. Hier ein paar Tipps & Tricks, die Dir bei der Einführung der Beikost helfen können:

Ruhig einmal vom Plan abweichen:

Der Ernährungsberater sagt, am Anfang dürfe es nur Karotte sein? Geschmäcker sind verschieden — und das ist bei Babys nicht anders als bei uns Erwachsenen. Wenn die Karotte konsequent wieder ausgespuckt wird, schmeckt es Deinem Kind vielleicht einfach nicht. Probiere also ruhig auch andere Gemüsesorten wie Brokkoli, Zucchini, Fenchel oder Pastinake aus. Es ist aber auch gut möglich, dass Dein Baby den Brei ausspuckt, weil es den Löffel im Mund so ungewohnt findet.

Der Ratgeber schreibt, ab dem 5. Monat sollte man mit der Beikost starten? Auch das ist nicht in Stein gemeißelt, sondern lediglich ein Richtwert. Wenn Du Dich mit dem Füttern am Anfang zu sehr herumquälst und Dein Bauchgefühl Dir sagt, dass Dein Baby vielleicht doch noch nicht bereit ist, dann probiert es einfach nach zwei, drei Wochen einfach noch einmal. Dass Dein Baby reif für die Beikost ist, erkennst Du unter anderem daran, dass der Zungenstoßreflex nachlässt und das Baby nicht mehr alles auf gleichem Weg wieder aus seinem Mündchen herausbefördert.

Den richtigen Zeitpunkt finden:

Essen ist am Anfang anstrengend. Dein Baby sollte also munter und ausgeschlafen sein, wenn es gefüttert werden soll. Klappt es zur ausgewählten Zeit nicht,  ist Dein Baby vielleicht zu müde. Dann macht es Sinn, das Mittagessen schon früher zu geben oder erst nach dem Mittagsschlaf damit anzufangen. Außerdem sollte das Baby natürlich Appetit haben, aber auch nicht zu hungrig sein. Also warte nicht, bis es vor Hunger weint — aber füttere auch nicht direkt nach einer vollen Milchmahlzeit.

Wenn Dein Kind nach ein paar Löffelchen Babybrei kein Interesse mehr zeigt, vervollständige die Mahlzeit mit Muttermilch oder Fläschchen. Wer nach Bedarf stillt, wird anfangs große Schwierigkeiten haben, bei der Beikost feste Zeiten einzuführen. Deswegen ist es hilfreich, immer eine Portion Brei zum Aufwärmen parat zu haben, sobald das Baby Hungersignale wie etwa Schmatzen oder Kaubewegungen zeigt. Nach und nach wirst Du merken, welche Zeiten für Euch ideal sind.

Keine Angst vor Sauerei:

Bei uns wurde zu Beginn grundsätzlich maximal im Body gefüttert und alles was nicht abwaschbar ist, wurde außer Reichweite gebracht. Am Anfang geht einfach mehr daneben als im Mund landet, das ist völlig normal. Lass Dich davon bloß nicht stressen! Schwiegermutters Geheimtipp: Karottenflecken verschwinden spurlos, wenn man die Kleidungstücke in der Sonne trocknen lässt.

Mit der Temperatur herumprobieren:

Natürlich sollte der Babybrei nie so heiß sein, dass sich das Baby verbrennt. Babys haben eine viel empfindlichere Zunge als wir, deshalb im Zweifelsfall lieber zu kalt servieren als zu warm. Abgesehen davon hat jedes Kind unterschiedliche Vorlieben bei der Temperatur des Essens. Meiner mochte den Gemüsebrei zum Beispiel nur fast kalt.

Nicht zu viel verlangen:

Am Anfang geht es noch nicht ums satt werden, sondern um das Ausprobieren und den Spaß an der Sache. Dein Baby soll ein positives Gefühl zum Essen entwickeln und wird dann schon von ganz alleine auf den Geschmack kommen. Es ist völlig normal, wenn am Anfang nur ein paar Löffelchen pro Mahlzeit verzehrt werden. Hier empfiehlt es sich, Babybrei vorzukochen und in kleinen Portionen (z.B. Eiswürfelbehälter) einzufrieren.

Zeit nehmen und Geduld haben:

Ein Löffelchen wird gegessen, dann wird wieder munter gebrabbelt und in der Gegend herumgeschaut. So kann sich eine Mahlzeit schon eine Weile hinziehen. Stelle Dich darauf ein und mach rund um die Essenszeit keine Termine aus, damit die Mahlzeit weder für Dich noch für das Baby zum Stressfaktor wird. Lass’ Dir auch nicht von irgendwelchen Beikostplänen diktieren, wann eine Stillmahlzeit durch eine Breimahlzeit ersetzt sein sollte. Diese Pläne dienen nur der groben Orientierung. In erster Linie besteht der Sinn der Beikost darin, die Milchnahrung Schritt für Schritt zu ergänzen und nicht, sie innerhalb kürzester Zeit zu ersetzen.

Den Mahlzeiten einen festen Raum im Alltag geben:

Das Essen sollte ein fester Agendapunkt im Tagesablauf sein und nicht nebenbei passieren. Gegessen wird z.B. immer in der Küche oder am Esstisch und nicht in der Spielecke. Spielzeug wird während dieser Zeit zur Seite gelegt und auch der Fernseher und das Handy sollten ausgeschaltet sein.

Ich bin übrigens kein Fan davon, wenn beim Essen zu viel Theater veranstaltet wird, um das Baby dazu zu bewegen, den Mund aufzumachen und den Babybrei zu essen. Es beginnt mit dem berühmten “Flugzeuglöffel” und endet bei ausgefallenen Tänzen, die Mama oder Papa aufführen, um das Baby abzulenken um dann unbemerkt den Löffel in den Mund zu schummeln. Beim Essen sollte die Nahrungsaufnahme im Mittelpunkt stehen. Auch wenn es am Anfang vielleicht etwas schwierig und mühsam ist, die Kleinen kommen früher oder später schon auf den Geschmack. Spätestens wenn sie verstanden haben, dass der Brei satt macht. Es kann allerdings nicht schaden, selbst ein paar Löffel mitzuessen — schließlich lernen Babys durch Nachahmung.

Bei uns hat es am Anfang super funktioniert, wenn der Kleine seinen eigenen Löffel in die Hand bekam. Er durfte dann etwas ausprobieren und rummatschen, während ich ihn gefüttert habe. Nach ein paar Tagen hatte er dann genug probiert und sich problemlos füttern lassen.

 

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