Ausfluss in der Schwangerschaft

SSW-Update: Eileiterschwangerschaft? (7. SSW)


Dienstag, 1. April 2014

Seit ein paar Tagen geht es mir gar nicht gut. Mir ist übel, ich spüre ein seltsames Ziehen und Drücken im Bauch und bin hundemüde. Seit gestern gesellten sich unfassbare Kopfschmerzen und erhöhte Temperatur (38,5 Grad Celcius) dazu.

Ich bin Weltmeister im Grübeln und zermartere mir nun auch den Kopf über diese Symptome. Sind das noch ganz normale Schwangerschaftsbeschwerden? Oder passiert gerade etwas Unerwünschtes in meinem Körper? Obwohl ich nicht das Gefühl habe, dass etwas nicht stimmt, schwebt der Gedanke an eine Eileiterschwangerschaft wie ein Damoklesschwert über mir.

Einerseits war bei der letzten Untersuchung nur die Fruchthöhle und noch kein Embryo erkennbar (siehe “Woche 5”). Anderseits stieß ich in den letzten Tagen eher auf gemischte Reaktionen, als ich verkündete, dass ich wieder schwanger bin. Zunächst folgte die Frage, wie weit ich sei. Und als ich dann wahrheitsgemäß antwortete „Noch ganz frisch, vielleicht sechste der siebte Woche“, blickte ich meist in erstaunte Gesichter: „So früh sprichst Du schon darüber? Na hoffentlich geht alles gut!“

Das hoffe ich selbstverständlich auch, aber die verhaltenen Glückwünsche und hochgezogenen Augenbrauen verunsichern mich in meinem jetzigen Zustand enorm. Genau wie die Berichte von den Fehlgeburten anderer Frauen.

Bereits in der ersten Schwangerschaft erzählte mir ein Arbeitskollege von den drei Fehlgeburten seiner Frau – alle drei vor der 12. Woche. Ich war damals in der achten Woche und entsprechend in Sorge. Und auch diesmal wurden mir diverse Erfahrungen von Fehlgeburten zugetragen. Nicht ausgeschmückt und detailliert, meist eher ganz beiläufig in einem kleinen Nebensatz. Doch mit jeder Bemerkung in diese Richtung wurde ich an das erhöhte Risiko in den ersten Schwangerschaftswochen erinnert. Das macht mich mürbe und schürt meine Ängste, egal wie positiv ich denken will.

Aber zurück zu meinen Beschwerden. Wie üblich in solchen Situationen befrage ich das Internet (wohlwissend, dass das meine Unsicherheit wahrscheinlich noch bestärken wird). Ich gebe „Eileiterschwangerschaft Fieber“ bei Google ein und finde auch prompt die Symptome einer Eileiterschwangerschaft:
Plötzliche Schmierblutungen und mäßige bis starke Schmerzen, oft nur auf einer Seite. Hinzukommen meist Fieber und heftige Müdigkeit. Beim Verdacht auf eine solche Schwangerschaft sollten Frauen sofort den Arzt aufsuchen!“ (siehe “Eileiterschwangerschaft“)

Formulierungen wie diese lassen viel Raum für Interpretationen… Schmierblutungen habe ich keine. Soweit so gut. In meinem Unterleib geschieht gerade etwas, das sich alles andere als gut anfühlt. Aber was sind mäßige bis starke Schmerzen? Es tut weh, ja. Es ist aber noch auszuhalten. Ich habe Fieber und bin super müde – schlafe gerade so viel wie noch nie und werde trotzdem nicht fitter. Doch so geht es sicherlich vielen Frauen in den ersten Schwangerschaftswochen.

Ich rufe in der Frauenarztpraxis an und schildere meine Symptome. „Soll ich bis Freitag warten? Am 04. April findet ja der nächste reguläre Ultraschall statt?“, frage ich. „Nein, kommen sie bitte sofort“, erwidert die Arzthelferin.

Ich packe meine sieben Sachen, schnappe unser Mädchen und laufe mit ihr in die Praxis. Wir wohnen direkt auf der gegenüberliegenden Straßenseite, was ungemein praktisch ist. Da ich keinen Termin habe, warten wir eine geschlagene Stunde im Wartezimmer. Ich schicke währenddessen kleine Stoßgebete zum Himmel, dass sie keine Angst bekommt, wenn ich auf dem Stuhl untersucht werde. Ich musste sie leider mitnehmen, weil Thomas arbeitet.

Dann sind wir endlich dran und unser Mädchen flirtet quietschvergnügt mit dem Frauenarzt, während ich meine Symptome schildere. Für ihn klingt es nach einem gewöhnlichen Infekt, aber um auszuschließen dass er nichts von der Schwangerschaft herrührt, möchte er mich untersuchen.

Ich setze mich auf den Stuhl, fordere unser Mädchen auf sich seitlich hinter mich zu stellen und sie schaut von dort aus gespannt zu. Mit neugierigen Blicken betrachtet sie den Ultraschallstab und was gleich passiert. Ich jedoch habe nur noch Augen für den Monitor und mein Herz hüpft vor Freude, als ich das kleine Herzlein auf dem Ultraschall entdecke. „Alles ist in Ordnung, Frau Szabó! Was ich hier sehe, ist eine intakte Schwangerschaft!“ Puh!

In diesem Moment zieht unser Mädchen – von Angst keine Spur – unsere volle Aufmerksamkeit auf sich, indem sie geradeheraus und unüberhörbar beschreibt, was sie beobachtet: „Stab in die Muschi hineingeschoben!“. Ich lächle verlegen, werde knallrot und nehme mir vor, in Zukunft öfter Vagina oder Scheide statt Muschi zu sagen – nur für den Fall, dass sie von nun an öfter als Kommentatorin anwesend sein wird.

Ich ziehe mich an und mein Arzt empfiehlt mir Paracetamol gegen die starken Kopfschmerzen. Ich hatte eine Ibuprofen genommen, doch Paracetamol sei besser erforscht und wird bei Schwangeren wohl als ungefährlich und gut verträglich – als das Schmerzmittel der Wahl – betrachtet.

Wir verlassen die Praxis und werden von der strahlenden Sonne empfangen. Ich atme erleichtert auf und rufe Thomas sofort an: „Ich hab das kleine Herzlein schlagen sehen! Alles ist in Butter!“

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Ein Kommentar zu SSW-Update: Eileiterschwangerschaft? (7. SSW)

  1. “„Stab in die Muschi hineingeschoben!“. Ich lächle verlegen, werde knallrot und nehme mir vor, in Zukunft öfter Vagina oder Scheide statt Muschi zu sagen – nur für den Fall, dass sie von nun an öfter als Kommentatorin anwesend sein wird.”

    Oh Gott. Das finde ich, ehrlich gesagt, super peinlich! Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Mutter die Scheide/Vagina vor ihrem Kind als “Muschi” bezeichnet?! Hilfe…

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