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Die Geburt – Anzeichen, Ablauf und Ankunft

Das Thema, mit dem sich eine Schwangere am meisten auseinandersetzt ist natürlich die Geburt. Gerade diejenigen, die zum ersten Mal schwanger sind, fragen sich, wie sich die Geburt eigentlich ankündigt und wie sie abläuft. Damit auch Du vorbereitet bist, erklären wir Dir, wie sich Dein Kind auf den Weg macht und was genau dabei alles passiert.

Die Schwangerschaft – Vorbereitung auf die Geburt

Eine natürliche Geburt ist nie planbar. Natürlich hat jede Schwangere ganz bestimmte Vorstellungen und Wünsche, wie das Baby auf die Welt kommen soll. Manche wünschen sich eine Geburt in der Badewanne, andere wünschen auf keinen Fall eine PDA, andere wiederum möchten nur von Hebammen begleitet werden. Wünsche sollten bei der Geburtsplanung mit der Hebamme bzw. im Krankenhaus angesprochen werden, jedoch wird Dir die Hebamme sagen, dass es keine Garantie gibt, diese zu erfüllen.

Was jedoch mit Sicherheit gesagt werden kann: Dein Körper leistet bei einer Geburt etwas ganz Großes und ihm wird alles abverlangt! Dein Gewebe dehnt sich und Deine Muskeln sorgen dafür, dass das Baby und die Nachgeburt den Weg auf die Welt finden. Das kann länger dauern, als Du es Dir wünscht und auch mit Komplikationen verbunden sein.

Die Wochen vor der Geburt

In den Wochen vor der Geburt wird Dein Körper Dir Signale geben, die darauf hindeuten, dass es bald losgehen könnte:

  • Es können Übungswehen auftreten, die aber nur selten schmerzhaft sind
  • Dein Baby sinkt tiefer in das Becken
  • Du wirst öfter auf’s Klo gehen müssen, denn Dein Baby drückt mittlerweile stark auf die Blase und den Darm
  • Der Schleimpfropf, der den Muttermund verschließt, fällt ab. Den meisten werdenden Müttern fällt das oft nach dem Toilettengang auf dem Klopapier auf, andere bemerken das gar nicht

Der Geburtsverlauf

Wenn sich der Muttermund öffnet, beginnt medizinisch gesehen die Geburt. Jetzt setzen auch die Wehen ein, zunächst sehr unregelmäßig. Hast Du die 37. Schwangerschaftswoche bereits erreicht, kannst Du Dich auf den Weg in die Klink machen, wenn die Wehen in regelmäßigen Abständen kommen. Bekommst Du die Wehen allerdings früher, solltest Du sofort einen Arzt aufsuchen.

Ab jetzt dauert es ca. 13 Stunden, bis Dein Baby auf die Welt kommt. Beim zweiten oder weiteren Kind sind es oft nur noch acht Stunden. Das sind natürlich nur Durchschnittswerte, die abweichen können.

Latenzphase – unregelmäßige Wehen

In der Latenzphase schiebt sich der Kopf Deines Babys in den Beckenring. Dein Gebärmutterhals wird verkürzt und erweitert und der Muttermund beginnt sich zu öffnen. Einsetzende Wehen kommen oft unregelmäßig – das können zwei bis drei Wehen in 30 Minuten sein, die ca. 30 bis 45 Sekunden dauern. Sie können aufhören oder langsam zunehmen und regelmäßiger werden. Diese Phase kann sehr lange dauern, manchmal sogar bis zu 24 Stunden. In dieser Zeit kannst Du in Deiner gewohnten Umgebung bleiben, Vorbereitungen treffen, Dich entspannen und bewegen und vor allem auch versuchen zu schlafen. Vorausgesetzt, Deine Schwangerschaft verlief unauffällig und Du fühlst Dich wohl.

Eröffnungsphase – regelmäßige Wehen und ein offener Muttermund

Ist Dein Muttermund drei bis vier Zentimeter geöffnet, beginnt die Eröffnungsphase. In dieser hast Du ein bis zwei Wehen im Abstand von etwa zehn Minuten. Bei diesen atmet eine Schwangere oft reflexartig mit und das ist ein guter Zeitpunkt, um sich auf den Weg in die Klinik oder ins Geburtshaus zu machen. Hast Du eine Hausgeburt geplant, solltest Du jetzt Deine Hebamme anrufen.

Die Austreibungsphase – das Baby kommt

Dein Muttermund ist vollständig offen (zehn Zentimeter) und die Wehen kommen stark und regelmäßig in kurzen Abständen. Spätestens jetzt platzt die Fruchtblase und der Kopf Deines Babys befindet sich im Geburtskanal. Du schiebst Dein Kind nun zusammen mit den Wehen aus dem Bauch, während es sich jetzt noch einmal um 90 Grad dreht. Nach ein paar Wehen ist der Kopf draußen und mit den nächsten Wehen folgen Oberkörper, Rumpf und Beine.

Diese Phase kann einige Minuten bis zwei Stunden dauern.

Nach der Geburt

Die Plazenta

Du hast es fast geschafft. Dein Baby ist endlich da, es liegt auf deiner Brust und Ihr habt zum ersten Mal Blickkontakt. Das ist ein wunderschöner Moment für alle Beteiligten. Allerdings wirst Du noch Nachwehen verspüren, denn Deine Gebärmutter zieht sich zusammen, die Plazenta (auch “Mutterkuchen” genannt) wird sich jetzt von der Gebärmutterwand lösen und mit den nächsten Wehen nach draußen gedrückt.

Die Hebamme kontrolliert, ob die Plazenta vollständig ist und lässt eventuelle Reste noch von den Geburtshelfern entfernen. Löst sich die Plazenta nicht innerhalb von zehn Minuten nach der Geburt, wird Deine Hebamme dafür sorgen, dass Dein Baby an Deiner Brust saugt. Das kann die Nachwehen anregen und den Vorgang unterstützen.

Eventuelle Verletzungen an Scheide und Damm werden jetzt durch die Geburtshelfer versorgt.

Das Baby

Soald das Baby auf der Welt ist, schauen Deine Geburtshelfer auf die Uhr, um die Geburtszeit festzustellen. Anschließend prüfen sie den Puls des Kindes, indem sie an die Nabelschnur fassen. Gleichzeitig werden Muskelspannung und Hautfarbe geprüft. Hat Dein Baby eine gute Muskelspannung und einen Puls von ca. 100, wird es abgetrocknet und an Füßen und Rücken gerieben, um die Atmung anzuregen. Oft findet mit dem ersten Atemzug der erste Schrei statt.

Nun darf auch der frischgebackene Vater – sofern er das möchte – aktiv werden. Innerhalb der ersten Lebensminute Deines Babys wird die Nabelschnur durchgeschnitten. Diese wird an zwei Stellen abgeklemmt, dazwischen darf sie vom Papa durchtrennt werden. Ist der Puls des Babys jedoch zu niedrig und setzt die Atmung nicht ein, wird die Nabelschnur früher durchtrennt, damit das Baby schnell versorgt werden kann.

Fast gleichzeitig findet nun auch der sogenannte APGAR-Test statt. Eine, fünf und zehn Minuten nach der Geburt wird dieser von der Hebamme und von einem Arzt durchgeführt. Hier werden Atmung, Puls, Muskeltonus, Hautfarbe und Reflexe des Babys geprüft. Es werden für jeden Bereich null bis zwei Punkte vergeben. Bei zehn Punkten ist das Baby gesund, ein niedriger Wert ist aber kein Grund zur Besorgnis. Oft wird erst beim dritten Test die volle Punktzahl erreicht, da sich Dein Baby erst einmal an die neue Umgebung gewöhnen muss. Hat es auch da eine zu niedrige Punktzahl, wird der Arzt entsprechende Maßnahmen einleiten. Um Punkte zu vergeben, reicht es oft, das Baby genau zu beobachten. Deshalb kann es währenddessen auf Dir liegen bleiben. Hat es Komplikationen gegeben, wird der Test auf dem Versorgungstisch stattfinden.

Das erste Stillen

Ist Dein Baby fit und gesund, darf es eine Weile auf Dir liegen bleiben und eventuell schon aus deiner Brust trinken. Der Saugreiz wird die Milchbildung in Deinen Brüsten anregen, die im Moment wertvolle Vormilch enthalten. Erst nach ein paar Tagen wird die richtige Milch einschießen. Hat Dein Baby getrunken, ist es Zeit für die erste Vorsorgeuntersuchung.

Die U1 – Baby’s erste Vorsorge

Bei der ersten Vorsorgeuntersuchung, die noch im Kreißsaal stattfindet, prüfen Hebamme und Geburtshelfer die Gesichtsmerkmale und Körperproportionen Deines Babys. Weiterhin werden Wirbelsäule, Finger, Zehen und After geprüft und die Blutgefäße der Nabelschnur gezählt. Natürlich wird das Baby auch gemessen und gewogen. Alles wird anschließend schriftlich festgehalten und in das gelbe Untersuchungsheft eingetragen, das Dein Kind nun zu allen Vorsorgeuntersuchungen begleiten wird. Oft wird hier auch der Name des Babys aufgeschrieben und der Papa mit einbezogen.

Anschließend kommt das Baby wieder auf Deine Brust. Jetzt haben Mama, Papa und Kind Zeit, sich in aller Ruhe kennenzulernen, denn die nächsten zwei Stunden dürfen meistens noch im Kreißsaal verbracht werden. In dieser Zeit überprüft eine Hebamme immer wieder Deinen Allgemeinzustand und steht Euch zur Seite, wenn Ihr sie braucht.

Dann werdet Ihr auf Euer Zimmer gebracht und dürft Euch endlich von den Strapazen der Geburt erholen. Falls Du eine ambulante Geburt in Betracht ziehst, wirst Du nach der Geburt noch etwa vier Stunden im Kreißsaal bleiben, bevor Ihr nach Hause gehen dürft. Vorausgesetzt, Dir und Deinem Baby geht es gut und es gab keine Komplikationen.

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