Stillreflexe

Die kindlichen Stillreflexe


Für eine erfolgreiche Stillzeit ist vor allem das Ingangkommen und Aufrechterhalten der Milchbildung wichtig. Damit dies gelingt, ist das Zusammenspiel von drei mütterlichen und drei kindlichen Reflexen notwendig. Heute möchte ich Euch etwas über die kindlichen Stillreflexe erzählen.

Der Suchreflex

Mit der Hilfe des Suchreflexes, schafft es das Kind schon direkt nach der Geburt die mütterliche Brustwarze zu finden. Lässt man das Kind auf dem Bauch der Mutter liegen und hat etwas Geduld, schafft dies das Neugeborene ganz ohne Hilfe. Dank ihres natürlichen „Überlebensinstinktes“ zeigt das Neugeborene erstaunliche Fähigkeiten der Kopfkontrolle. Euer Kind sucht durch Hin- und Herbewegen des Kopfes nach Eurer Brustwarze und saugt sich daran fest. Wenn Ihr Eurem Kind beim Weg zur Brustwarze helfen wollt, solltet Ihr den Kopf nicht starr Festhalten. So würdet Ihr den Suchreflex behindern. Außerdem sollten Eure Finger nicht über die Gesichtsbacke des Kindes streichen, da dies das Kind irritiert und es den Kopf in diese Richtung drehen wird. Eine sanfte Unterstützung ist in der Regel ausreichen.

Der Saugreflex

Der Saugvorgang Eures Kindes ist genau genommen ein „Melken“. Aus diesem Grund ist das Saugen ein sehr schwerer Vorgang, der eine große Koordination der Muskeln erfordert. Die Zunge wird in wellenförmigen Bewegungen gegen den Gaumen gedrückt. Durch diesen Druck auf die Milchkanäle, wird die Milch von der Brust zu Eurem Baby transportiert. Da das Trinken an einer Flasche eine komplett andere Trinktechnik benötigt, sollte in den ersten Tagen und Wochen, dem Neugeborenen keine Flasche und kein Schnuller gegeben werden. Das Saugen an der Flasche ist kein „Melken“, sondern eher vergleichbar mit dem Saugen an einem Strohhalm. Wenn Euer Kind nach einigen Wochen gut an der Brust saugt, verlernt es das Stillen durch eine Flasche zwischendurch nicht.

Der Schluckreflex

Den Schluckreflex konnte das Kind schon ausgiebig in Eurem Bauch mit dem Fruchtwasser üben. Die kleine Menge Kolostrum in den ersten Tagen nach der Geburt hilft Eurem Kind ab nun, das Schlucken mit dem Atmen zu koordinieren. So wird das Kind gut trainiert, um größere Mengen Muttermilch zu schlucken, ohne sich zu verschlucken.

Die kindlichen Stillreflexe sind angeboren und entwickeln sich ab der 11. Schwangerschaftswoche. Nach der Geburt ist Euer Baby in der Lage, diese Reflexe mit dem Atmen zu koordinieren. Je weniger Euer Kind gestört und je mehr es unterstützt wird, umso besser und schneller gelingt dies.

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