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Erfahrungsbericht: Trockenwerden mit Belohnung


Mehrere Phasen durchlief meine Tochter, um von der Windel wegzukommen. Rückblickend war es insgesamt bestimmt ein Zeitraum von acht bis zehn Monaten, über den sich diese Phasen erstreckten. Sie hat dabei die komplette Bandbreite abgedeckt, von absolutem Interesse an Töpfchen und Toilette, bis hin zu vollständiger Ablehnung. Am Ende hat es dann zum Glück ziemlich reibungslos geklappt. Dank eines Tricks. In diesem Erfahrungsbericht erzähle ich Dir davon, wie das Trockenwerden mit Belohnung bei meiner Tochter funktioniert hat.

Töpfchen & Co spielerisch ausprobieren lassen

Als meine Kleine ungefähr zwei Jahre alt war, habe ich ihr ein Set aus Töpfchen und Toilettenaufsatz gekauft. Wie bei allen Sachen, die Mama oder Papa aus einem Paket rausholen, war meine Tochter sehr aufgeregt und neugierig. Ich habe sie gefragt, ob ich ihr das Töpfchen oder den Aufsatz mal zeigen und erklären soll. Sie war einverstanden und hat sich sofort aufs Töpfchen gesetzt.

Sie wollte es gleich ausprobieren, auf dem Töpfchen Pipi zu machen. Sie mochte in dieser „Test-Phase“ auch gar nicht mehr die Windel anziehen. Also haben Mama und Papa die Windel mal weggelassen. Das Ganze ging aber auch nur gefühlt einen Nachmittag – länger nicht. Danach war wieder Windel anlegen angesagt. So schnell, wie sie auf dem Töpfchen saß, so flink war ihr Interesse auch schon wieder verflogen. Für einen langen Zeitraum. So lange, dass ich schon dachte, sie würde für immer Windeln tragen.

Gegen Ende dieser Phase, als sie etwa 32 Monate alt war, wurde es anstrengend. Bei fast jedem Stuhlgang, landete eine Riesenladung leider auch neben der Windel, in der Hose. Die richtige Windelgröße hatte sie an. Wir mussten jede Menge Hosen ausspülen und saubermachen. Nach fast drei Jahren Windelwechseln waren Mama und Papa es damit richtig leid. Wir hatten einfach keine Lust mehr darauf.

Keinen Druck aufbauen

In dieser Zeit hat vor allem ihre Mama ihr immer lieb und ohne Vorwürfe erklärt, dass große Mädchen, die auch bald in den Kindergarten kommen, Kacka in die Toilette und nicht in die Windel machen.

Sale

Mit dem Pipi machen war es weniger kompliziert. Aus Neugier benutzte meine Tochter tatsächlich ein paar Mal den Toilettenaufsatz. Dort hat sie auch Pipi gemacht. Um das zu erreichen, mussten wir sie einige Male auf den Sitz setzen und die ersten Male hat sie sich irgendwie nicht so richtig getraut, Pipi zu machen. So war jedenfalls mein Eindruck. Immer und immer wieder haben wir sie, ohne Druck aufzubauen, auf dem Sitz platziert. Irgendwann war es dann endlich so weit. Mit einem Mal lief es, im wahrsten Sinne des Wortes und sie hatte den Dreh raus. Ab diesem Moment wollte sie eigentlich immer auf der Toilette Pipi machen. Aber eben nur Pipi.

Das große Geschäft war immer noch etwas für die Windel und leider nicht für die Toilette. Auf diese Weise ging es dann wieder einige Zeit dahin. Mit Windel für den Stuhlgang und Toilette fürs Pipimachen. Bis wir dann an oben beschriebener Phase angelangt waren, in der immer etwas neben der Windel landete und Mama und Papa restlos mit Saubermachen und Wäschewaschen bedient waren.

Trockenwerden mit Belohnung: Ein Quetschie war die Rettung

Es galt also nun noch zu erreichen, dass meine Kleine nicht nur Pipi, sondern auch Kacka auf der Toilette erledigte. Das war gar nicht so einfach. Schon fürs Pipimachen hat sie einige Zeit gebraucht, bis es dann mal geklappt hat. Auch jetzt war wieder Geduld gefragt. Immer wieder setzten wir sie mehrere Male am Tag auf den Sitz, nur um festzustellen, dass sie doch keine Lust hatte, sich auf diese Weise zu erleichtern. Sie bevorzugte immer noch die Windel fürs große Geschäft.

Die Mutter eines befreundeten Kindergartenkindes gab uns dann den entscheidenden Tipp, der bei uns auch tatsächlich gut funktionierte. Die Rede ist vom Trockenwerden mit Belohnung. Für jedes große Geschäft auf der Toilette gab es einen Quetschie. Zusätzlich konnte meine Tochter auf einem Blatt, das wir an der Seitenwand einer Küchenarmatur aufgehängt haben, einen Aufkleber von einem Stickerbuch anbringen. Letztlich hat sie vor allem der Quetschie überzeugt und natürlich wollte sie danach dann immer mehr Quetschies, auch ohne Zusammenhang mit Toilette. Aber es war nicht allzu schwer, ihr die Fixierung auf Quetschies wieder abzugewöhnen. Das positive Endergebnis hat dies am Ende einfach überwogen.

Das Belohungssystem hat bei uns super funktioniert. Allerdings gibt es dazu auch kritische Stimmen.

Es kann immer mal was in der Hose landen

Ohne Druck aufzubauen oder vorwurfsvolle Stimme haben wir als Eltern unserem Mädchen immer wieder zu verstehen gegeben, dass sie einfach sagen soll, wenn sie mal muss. Bis auf relativ wenige Ausnahmen klappt das mittlerweile sehr gut. Sie gibt früh genug Bescheid und Mama oder Papa begleiten sie auf die Toilette und setzen sie auf den Aufsatz. Manchmal lesen wir ihr was vor und sie kann sich so lange Zeit nehmen, wie sie möchte.

Es gab ein paar wenige Situationen, in denen sie ohne Ankündigung in die Hose gemacht hat. Allerdings immer nur Pipi. Da stand sie dann plötzlich auf dem Kletterpodest und meinte nur: „Papa, ich muss Pipi!“. Natürlich war es schon zu spät. Auf solche Situationen musst Du Dich auf jeden Fall einstellen, das geht meines Erachtens nicht anders. Aber wenn es mit der Toilette schon ganz gut klappt, dann sind und bleiben das Ausnahmen, die irgendwann ganz verschwinden werden.


Trockenwerden mit Belohnung? Wie sind Deine Erfahrungen dazu? Schreibe uns gern einen Kommentar.

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