Gebärmutter

Die Gebärmutter – Was Du unbedingt über sie wissen musst


Herz, Lunge, Nieren, Leber, Darm – das sind Organe, über die schon Grundschüler grob Bescheid wissen. Und auch an den weiterführenden Schulen stehen die menschlichen Organe mehrfach auf dem Lehrplan. Erinnerst Du Dich noch an den Tag, an dem im Biologieunterricht die Gebärmutter (med. Uterus) besprochen wurde? Nein? Ich mich auch nicht. Als ich mich das erste Mal in meinem Leben genauer mit meinem Uterus auseinandersetzte, war ich bereits 26 Jahre alt. Und schwanger.

An sich ist es schon erstaunlich, dass der Gebärmutter im Schulunterricht nur so wenig Bedeutung geschenkt wird. Und ein wenig traurig ist es auch. Deshalb und weil der Uterus ein sehr spannendes Organ ist, möchte ich ihn Dir heute näher vorstellen.

Aufbau der Gebärmutter

Der Uterus sieht wie eine kleine, auf den Kopf gestellte Birne aus. Oben befindet sich der runde Gebärmutterkörper, unten der Gebärmutterhals, der in die Scheide hineinragt. Am Ende des Halses befindet sich der Muttermund, die äußere Öffnung der Gebärmutter. Der Uterus ist ungefähr 5 cm breit, 7 bis 10 cm lang und zwischen 30 und 120 g schwer. In der Schwangerschaft steigt das Gewicht der Gebärmutter auf bis zu 1 kg an.

Die Wand der Gebärmutter besteht aus drei Schichten: Schleimschicht (Endometrium), Muskelschicht (Myometrium) und Bindegewebe (Perimetrium), wobei das Endometrium die innere Schicht und das Bindegewebe die äußere Schicht darstellt. In seinem Inneren ist der Uterus hohl. Dieser Raum nennt sich Gebärmutterhöhle.

Die Aufgaben der Gebärmutter

Die schönste Aufgabe der Gebärmutter ist es natürlich, dem Baby in der Schwangerschaft ein kuscheliges Nest zu bieten. Doch schon davor ist die Gebärmutter wichtig, denn sie nimmt auch im Zyklus eine bedeutende Rolle ein.

Das Endometrium im Zyklus

Die innere Schicht der Gebärmutter wird im Laufe des Menstruationszyklus auf- und wieder abgebaut. Dies geschieht in drei Phasen:

  • Menstruationsphase: Während Deiner Periode scheidet Dein Körper ca. 100 ml Blut, Gewebereste und Schleim aus. Deine Regelblutung besteht unter anderem aus der Gebärmutterschleimheit, die sich im vorangegangenen Zyklus aufgebaut hat.
  • Aufbauphase: Der steigende Östrogenspiegel zu Beginn des Zyklus sorgt dafür, dass das Endometrium in der 1. Zyklushälfte aufgebaut wird. Die Gebärmutter bereitet sich schon jetzt auf ein Baby vor.
  • Absonderungsphase: Nach dem Eisprung bewirken die Hormone Östrogen und Progesteron, dass sich das Endometrium weiter verdickt. Blutgefäße verästeln sich und Nährstoffe werden in die Gebärmutterhöhle abgegeben. Die Gebärmutterschleimhaut ist nun hoch aufgebaut und wartet darauf, dass sich eine befruchtete Eizelle einnistet. Wenn das nicht passiert, bildet sich der Gelbkörper zurück. Die Frau bekomme ihre Periode und alles beginnt von vorne.

Die Gebärmutter in der Schwangerschaft

Hattet Ihr zum Eisprungzeitpunkt ungeschützten Geschlechtsverkehr und die Samenzelle befruchtet die Eizelle, so kann sich die befruchtete Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut einnisten.

Voraussetzung für eine Einnistung ist, dass die Schleimhaut gut aufgebaut ist. Der Frauenarzt kann die Höhe der Gebärmutterschleimhaut bei einem Ultraschall messen. Entwickelt sich das Endometrium nicht optimal, kann zum Beispiel eine Hormonbehandlung durchgeführt werden.

Während der Schwangerschaft wächst der Uterus mit. Sie kann sich bis zu einem Volumen von 5 Litern ausdehnen und ist damit am Ende der Schwangerschaft ungefähr so groß wie zwei Fußbälle. Faszinierend, oder?

Der Anstieg des Progesteronspiegels sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut bei einer Schwangeren nicht abgestoßen wird. Einige Frauen empfinden das Wachsen der Gebärmutter als schmerzhaft. Dabei werden auch die sogenannten Mutterbänder gedehnt, Muskeln, die dafür sorgen, dass die Gebärmutter im Körper an der Stelle gehalten wird, an die sie gehört. Hierbei kann es zu Dehnungsschmerzen kommen, die im Verlauf der Schwangerschaft meistens abnehmen oder verschwinden.

In der Gebärmutterhöhle ist das Baby bestens geschützt. Anhand der Größe der Gebärmutter bzw. der Lage des oberen Randes können der Arzt oder die Hebamme ertasten, wie weit Deine Schwangerschaft vorangeschritten ist bzw. wie sie sich entwickelt. Dieser Wert wird als Fundusstand in den Mutterpass eingetragen.

Die Gebärmutter während der Wehen

Der Uterus ist ein Muskel. Bei der Geburt zieht sich dieser zusammen. Das, was Du während der Wehen spürst, sind Kontraktionen Deiner Gebärmutter.

Die Rückbildung

Nach der Geburt muss sich der Uterus wieder in ihren Ausgangszustand zurückbilden. Wenn Du Dich darüber wunderst, dass Du auch nach der Geburt noch Wehen spürst, kann ich Dich beruhigen: Dies ist ganz normal. Die Gebärmutter muss sich, um wieder auf die Größe einer Birne zu schrumpfen, zusammenziehen, um wieder auf ihre Ausgangsgröße zu schrumpfen.

Übrigens: Bei Frauen, die bereits eines oder mehrere Kinder geboren haben, sind die Nachwehen oft schmerzhafter und dauern länger an, weil die Muskeln von Kind zu Kind ein bisschen schlaffer werden. Die Gebärmutter einer Mutter ist meist ein wenig größer und schwerer als die einer Frau, die noch kein Kind geboren hat.

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