PCOS

Trotz PCOS zum Wunschkind


Du möchtest schwanger werden und Dein Frauenarzt hat PCOS diagnostiziert oder den Verdacht geäußert, dass das PolyCystische Ovarsyndrom die Ursache dafür ist, dass du immer noch nicht schwanger bist?

Ich erkläre Dir heute, was PCO bedeutet und wie sich dieses Syndrom auf die Fruchtbarkeit auswirken kann.

Was ist PCOS?

Zunächst einmal müssen wir zwischen PCO und PCOS unterscheiden.

PCO bedeutet „polyzystische Ovarien“ oder auf Deutsch: In mindestens einem Deiner Eierstöcke (=Ovarien) wurden bei einem Ultraschall viele (=poly) kleine Zysten (=zystisch) nachgewiesen. Bei diesen Bläschen handelt es sich nicht um klassische Zysten, wie man sie aus dem gynäkologischen Bereich sonst kennt, sondern um unreife Eibläschen.  

PCOS dagegen ist der Name eines Syndroms. Von einem Syndrom sprechen Ärzte, wenn mehrere Symptome miteinander einhergehen. Eines der Symptome von PCOS sind die polyzystischen Ovarien. Daneben leiden Frauen mit PCOS allerdings an weiteren Krankheitszeichen, die gemeinsam mit (oder manchmal sogar ohne) die Zysten am Eierstock als PCO-Syndrom bezeichnet werden. PCOS ist eine hormonelle Störung.

5 bis 10% aller Frauen weltweit sind von PCO(S) betroffen.

Woran erkennt der Arzt PCOS?   

Die Diagnose PCO(S) wird häufig im Rahmen von Untersuchungen festgestellt, die der Gynäkologe durchführt, wenn eine Frau schwanger werden möchte, es nach mehreren Monaten des Probierens aber noch nicht ist.

PCO: Der Ultraschall

Wenn Du unter PCO leidest, erkennt der Frauenarzt dies bei einem Ultraschall. Dabei wird er an Deinen Eierstöcken viele kleine Bläschen feststellen, die wie an einer Perlenkette aneinandergereiht sind. Häufig sind außerdem die Ovarien selbst vergrößert.

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Wie wird PCOS diagnostiziert?

Das PCO-Syndrom diagnostiziert Dein Frauenarzt dann, wenn zwei der folgenden drei Merkmale bei Dir erfüllt sind:

  • Bei einem Ultraschall stellt der Arzt mindestens acht Zysten an mindestens einem Deiner Eierstöcke fest.
  • Dein Zyklus ist gestört: Dies ist er dann, wenn Dein Menstruationszyklus länger als 35 Tage andauert (=Oligomenorrhoe) oder Du gar keine Regelblutungen bekommst (=Amenorrhoe)
  • Der Spiegel Deiner männlichen Hormone (=Androgene) ist zu hoch. Dies kann der Arzt anhand einer Blutuntersuchung feststellen. Die sogenannte Hyperandrogenämie äußert sich beispielsweise darin, dass Du auch als Erwachsene noch unter Akne leidest oder Dein Körper übermäßig behaart ist (=Hirsutismus).

Tatsächlich ist es so, dass der Frauenarzt die typischen PCO-Zysten gar nicht feststellen muss, trotzdem aber korrekt ein PCO-Syndrom diagnostiziert, wenn Dein Zyklus zum Beispiel zu lang andauert und Dein Androgenspiegel erhöht ist.

Wie wirkt sich PCOS auf die Fruchtbarkeit aus?

Zu viele männliche Hormone im Blut führen dazu, dass die Eizellen nicht heranreifen können. Dies ist auch der Grund dafür, weswegen an Deinem Eierstock mehrere kleine Bläschen parallel zu sehen sind: Es handelt sich dabei um nicht weiterentwickelte Follikel.

Wenn ein Eisprung nur selten oder gar nicht stattfindet, kannst Du nur schwer oder überhaupt nicht schwanger werden.

Wie kann der Arzt PCOS behandeln?

Wenn Du einen Kinderwunsch hast, wird Dein Frauenarzt das PCO-Syndrom anders behandeln als bei einer Frau, die nicht schwanger werden möchte. Wenn eine Schwangerschaft nicht erwünscht ist, kann die Anti-Baby-Pille helfen, den Hormonhaushalt in Schach zu bringen und die männlichen Hormone zu unterdrücken.

Bei Frauen mit Kinderwunsch gibt es verschiedene Möglichkeiten, PCO oder PCOS zu behandeln:

  • Wenn Du übergewichtig bist und Dein Arzt eine Insulinresistenz (=Vorstufe von Diabetes) festgestellt hat, können Dir Sport, eine Ernährungsumstellung und eine damit einhergehende Reduzierung des Körpergewichts helfen, um den Hormonhaushalt wieder ins Lot zu bekommen.
  • Tabletten: Ein vielfach eingesetzter Wirkstoff zur Behandlung von PCOS ist Metformin. Es handelt sich dabei um ein Mittel zur Behandlung von Diabetes Typ 2, das auch bei PCOS gute Erfolge erzielen kann. Studien zufolge kann Metformin auch Frauen mit PCOS helfen, bei denen keine Insulinresistenz nachgewiesen wurde.
  • Myo-Inositol: Relativ neu und wohl auch erfolgreich eingesetzt werden außerdem rezeptfreie Nahrungsergänzungsmittel, die (myo)Inositol beinhalten. Inositol reguliert den Insulinstoffwechsel und wirkt sich positiv auf den LH/FSHQuotienten aus, der bei Vorliegen von PCOS häufig gestört ist. Oder anders: Dieses Mittel kann Deine Hormone wieder in ein natürliches Gleichgewicht bringen und bei Frauen mit PCO wieder zu einem Eisprung führen.
  • Clomifen: Dieser Arzneistoff wird verwendet, um einen Eisprung auszulösen. Nicht jede Frau reagiert gleich gut auf diese Tabletten, die – ebenso wie das oben genannte Metformin – auch Nebenwirkungen mit sich bringen können.
  • Operation: Früher reduzierte man die Eibläschen am Eierstock bei einer Bauchspiegelung, indem man in den Eierstock einstach. Diese Methode war recht erfolgreich, jedoch mit Risiken (Verwachsungen, Vernarbungen etc.) verbunden. Heute wird der sogenannte „Ovarian Drilling“ deshalb immer seltener durchgeführt und von der Fertiloskopie abgelöst. Bei dieser ambulanten Technik ohne Narben werden mit einer kleinen Nadel Einstiche in den Eierstock vorgenommen. Eine Fertiloskopie steht indes immer am Ende der Behandlung und wird meist nur dann durchgeführt, wenn der Einsatz von Clomifen keine Wirkung zeigte.

Wie Du siehst, gibt es viele Möglichkeiten, PCOS zu behandeln. Eine Frau mit PCOS kann mit der richtigen Behandlung schwanger werden. Wahrscheinlich dauert es einige Zeit bis Du die Diagnose PCOS verkraftet hast. Lass Dich nicht entmutigen und besprich gemeinsam mit Deinem Arzt die nächsten Schritte.

Weitere Informationen zu PCOS und der Behandlung des polyzystischen Ovarialsyndrom kannst Du beim Verein PCOS Selbsthilfe e. V. nachlesen.

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