Geburtsvorbereitende Maßnahmen (37+2)


Es heißt, dass geburtsvorbereitende Maßnahmen nachweislich zur Geburtserleichterung und zur Verkürzung der Geburtsdauer beitragen. Ob das wirklich so ist? Ich finde das Thema recht schwierig, weil ja wirklich jede Geburt einzigartig ist und sich im Nachhinein wohl kaum sagen lässt, ob nun der Himbeerblättertee, die Akkupunktur, das Heublumendampfbad oder gar die Mischung aus allem (oder gar nichts davon) etwas bewirkt hat.

In der ersten Schwangerschaft probierte ich alles mögliche aus, vor allem weil ich wie fast alle Erstgebärenden total ungeduldig war und mein Baby am liebsten schon Tage vor dem errechneten Geburtstermin im Arm gehalten hätte. Allerdings verstand ich damals nicht, dass die geburtsvorbereitenden Maßnahmen nicht schwangerschaftsverkürzend sind. Das Baby kommt zur Welt, wenn es bereit ist, egal welchen Zirkus ich vorher veranstalte. Und so war es dann auch: Unser Mädchen schlüpfte exakt am errechneten Geburtstermin – keinen einzigen Tag früher.

Diesmal bin ich sehr entspannt, was die Dauer der Schwangerschaft anbelangt. Unser Bub soll sich so viel Zeit nehmen wie er mag. Aber der Gedanke, dass die geburtsvorbereitenden Maßnahmen meinem Körper unter der Geburt eventuell doch helfen, gefällt mir. Sie schaden jedenfalls nicht (es gibt keine Nebenwirkungen) und deswegen baue ich sie auch diesmal wieder in meinen Schwangerschaftsendspurt ein.

Damm-Massage

In der 35. Woche startete ich mit der Damm-Massage, da sie „eine der ältesten und besten Methoden ist, um die Beckenboden-Muskeln gesünder zu machen, ihre Durchblutung und Elastizität zu verbessern und sie zu entspannen“.

Ich investiere dafür fast jeden Abend etwa 10-15 Minuten und spüre seitdem deutlich wie mein Gewebe weicher und elastischer wird. Leider habe ich bei der Gelegenheit auch meine alte Dammschnittnarbe im Spiegel entdeckt, was mich zugegebenermaßen etwas beunruhigte. Ich kann sie bei der Massage deutlich fühlen und hoffe nun inständig, dass die Haut an dieser Stelle „stabil“ genug bleibt und nicht erneut reißt.

Himbeerblättertee

Himbeerblättertee bewirke eine weichere Beckenmuskulatur, effektivere Wehen bei Geburtsbeginn;  er soll den Körper entschlacken und die Geburt insgesamt erleichtert (siehe „Hebammenkräuter“).

Wie Schwangere welchen Himbeerblättertee und vor allem in welcher Dosierung zu sich nehmen sollen, darüber scheiden sich die Geister. Ich orientierte mich an den Angaben aus dem Buch „Die Hebammensprechstunde“ von Ingeborg Stadelmann. Dieser Klassiker ist eine naturheilkundliche Begleitung zu Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillzeit und eines meiner Lieblingsbücher. Stadelmann arbeitete eng mit der Bahnhof- Apotheke Kempten zusammen, wo ich meinen Tee auch kaufte.

Sie empfiehlt ab der 34. Woche etwa 3-4 Tassen täglich zu trinken. Ich begann in der 37. Woche und trinke seitdem täglich 1-2 Tassen Himmbeerblättertee. Mehr mag ich einfach nicht.

Akupunktur zur Geburtsvorbereitung und Geburtserleichterung

In der ersten Schwangerschaft habe ich mir ab der 36. Schwangerschaftswoche einmal wöchentlich kleine Akkupunkturnadeln in die Beinmeridiane stechen lassen, weil das wohl die Geburtsdauer von Erstgebärenden im Schnitt von zehn auf acht Stunden verkürzt. Die Geburt dauerte allerdings (von den ersten richtigen Wehen an gerechnet) trotzdem über zehn Stunden…

Diesmal gibt es keine Akkupunktur für mich. Nicht weil ich das nicht möchte, sondern weil ich keine passenden Akkupunkturtermine finden konnte. Aber die zweite Geburt soll ja angeblich eh schneller verlaufen. Mal schauen, ob das auch ohne Akkupunktur der Fall ist.

Heublumendampfsitzbad

Ab Beginn der 38. Schwangerschaftswoche helfen Heublumendampfsitzbäder das Dammgewebe weich und geschmeidig werden zu lassen (ähnliche Wirkung wie Damm-Massagen). Bei Erstgebärenden sind sie empfehlenswert, da deren Beckenbodenmuskulatur meist noch sehr fest ist. Aber auch in den nachfolgenden Schwangerschaften sind sie ratsam, vor allem dann, wenn bei vorangegangenen Geburten ein Dammschnitt erforderlich war.

Da ich ja gerissen bin und geschnitten wurde, begebe ich mich seit dieser Woche (38. SSW) einmal wöchentlich auf mein Dampfsitzbad und ab dem Geburtstermin dann beliebig oft. Die Heublumen kaufte ich ebenfalls in der Bahnhof- Apotheke Kempten und von einer Freundin bekam ich einen Bidet-Einsatz für die Toilette. Dieser ist unheimlich praktisch, da ich nun nicht, wie bei der ersten Schwangerschaft, einen Topf in die Toilette stellen muss.

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