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Kindergarten-Mittagessen: Das können Eltern für mehr Qualität tun


Es gehört zur Normalität in Deutschland, dass Kinder im Kindergarten Mittag essen. Meine kleine Tochter isst auch in der Mittagszeit in der Kita. Wirklich überzeugend sind die angebotenen Gerichte allerdings nicht. Geht es Dir mit Deinem Kind ähnlich? In diesem Beitrag gebe ich Dir aus eigener Erfahrung einige Tipps, wie Du besseres Essen in der Kita durchsetzen kannst.

Uns als Eltern ist klar, dass es nicht so einfach ist, für einen Caterer, tolles Essen zu kochen, es heiß anzuliefern und dann an viele Dutzende Kinder zu verteilen. Dennoch: Es geht um die Gesundheit der Kinder. Und die Essensgewohnheiten bilden sich in den ersten Jahren heraus. Ein genauer Blick lohnt sich also und wir Eltern sollten nicht davor zurückschrecken, mögliche Bedenken zum Kita-Essen auch anzusprechen.

Was bei meiner Tochter in der Kita schief läuft mit dem Kindergarten-Mittagessen

Einige Punkte stören mich in Bezug auf die Essensversorgung in der Kita meiner Kleinen. Freitag gibt es oft Süßigkeiten als Hauptgericht, Apfelstrudel mit Vanillesoße beispielsweise. Oder Gerichte, die meiner Meinung nach eher für Erwachsene gedacht sind, wie z.B. riesige Schupfnudeln mit Sauerkraut. Oft gibt es auch sehr fettig frittierte Sachen wie Backfisch. An sich gibt es ja an Backfisch nichts auszusetzen, wenn er eben nicht zu dick und zu fettig paniert ist. Frisches, knackiges Gemüse ist fast nie im Angebot. Es ist also eine Mischung aus unausgewogenen, nicht unbedingt kindgerechten Gerichten, teils mit zu viel Zucker, teils zu fettig.

Nicht falsch verstehen: Als Erwachsener soll ja jeder essen, was er möchte. Die Qualitätsstandards fürs Essen in der Kita und auch in den Schulen sollten meiner Meinung nach aber schon etwas höher sein. Gerade dann, wenn man als Erwachsener anderes Essen bevorzugen würde. Und Themen wie Übergewicht bei Kleinkindern sind einfach nicht von der Hand zu weisen.

Achtgeben und einmischen

Wichtig ist vor allem, erstmal einen Blick auf das angebotene Essen zu haben. Ich muss mich da selbst schimpfen, da ich das lange nicht gemacht habe und die Mittagsgerichte nicht auf dem Schirm hatte. Es hängt bestimmt ein Essensplan aus. Wenn das in Eurer Kita nich der Fall ist, dann bitte daru, dass einer ausgehängt wird. Jetzt heißt es: Regelmäßig nachsehen und beobachten, was angeboten wird. Dann bekommst Du ein Gefühl dafür, was Dein Kind jeden Mittag an Essen vorgesetzt bekommt.

Ein weiterer Tipp von mir: Mach Dir regelmäßig Notizen. Das ist eine wirksame Methode, um herauszufinden, ob es Deinem Kind und seinen Freunden schmeckt. Auch Angaben darüber, wie das Essen angerichtet wird, kannst Du hier machen. Sind die Mahlzeiten immer heiß und trotzdem nicht zerkocht? Dein Kind kann Dir bestimmt ziemlich genau sagen, ob das Essen oft zu matschig oder kalt ist. Wenn Du ein paar Wochen solche Übersichten gesammelt hast, hast Du eine Argumentationsstütze.

Finde Mitstreiter

Du triffst andere Eltern in der Kita. Es spricht nichts dagegen, mal nachzufragen, was die Mutter oder der Vater eines anderen Kindes von den Mahlzeiten hält. Vielleicht sehen andere ja ähnliche Probleme mit dem Kindergarten-Mittagessen? Vielleicht sind andere Eltern auch gewillt, Veränderungen bei der Essensversorgung anzustoßen. Wenn mehrere Eltern die gleichen Beschwerden übers Essen vorbringen, macht das Eindruck und kann durchaus etwas bewirken, jedenfalls viel mehr als nur eine einzelne Stimme. Sprich hierzu auch einfach mal den Elternbeirat an.

Hilfreich ist es zusätzlich, die Kitaleitung anzusprechen. Es kann gut sein, dass diese bereits mit neuen Caterern im Gespräch ist oder plant, einen neuen zu beauftragen. Dann kannst Du nach dem Namen des neuen Caterers fragen und Dir auf dessen Homepage anschauen, was dessen Angebot ist. Du kannst auch versuchen darauf hinzuwirken, dass der Caterer in erster Linie nicht nach den Kosten, sondern nach der Essensplanung ausgesucht werden sollte.

Grundsätzlich gebe ich Dir den Tipp, nicht konfrontativ vorzugehen. Das bringt meistens rein gar nichts. Die Kitaleitung anzugreifen ist nicht förderlich und birgt die Gefahr, als Querulantin oder Querulant abgestempelt zu werden. Abgesehen davon, dass es daraufhin möglicherweise unsachlich wird.

Dranbleiben und hartnäckig Veränderungen einfordern

Falls Du wirklich gern einen anderen Caterer für die Kita hättest, kann ich Dich gleich vorwarnen. Es ist nicht leicht, einen Wechsel beim Essenslieferanten herbeizuführen. Manche beliefern gleich mehrere Kitas in der Gemeinde mit Kindergarten-Mittagessen und haben Rahmenverträge, die nicht von heute auf morgen gekündigt werden können. Das muss dann wohl letztendlich von der Gemeinde als Trägerin der staatlichen Kita kommen.

Wenn Du andere Eltern und die Leitung der Kita schon auf Deiner Seite hast und diese auch an einer Veränderung interessiert ist, ist unter Umständen auch ein konstruktives Gespräch mit dem Caterer möglich. Orientierung für ein Gespräch, in dem es um einen ausgewogeneren Essensplan geht, findest Du im Qualitätsstandard der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Darin findest du Angaben darüber, wie gesunde Gerichte zusammengesetzt sein sollten und wie viel Obst, Gemüse, Fleisch, Getreide usw. im Laufe des Tages bzw. einer Woche auf den Teller kommen sollten. Diese Richtlinien müssen ja nicht bis ins kleinste Detail umgesetzt werden, sie bieten aber wichtige Anhalts- und vor allem Argumentationspunkte.

Ich wünsche Dir, dass Du und Dein Kind zufrieden mit dem Essen in der Kita sein könnt und wünsche in diesem Sinne: „Guten Appetit!“.


Das Kindergarten-Mittagessen und seine Qualität war auch bei Euch schonmal Thema? Wir freuen uns über Eure Kommmentare dazu.

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