Kinderwunsch – Hebammenarbeit vor der Schwangerschaft


Es ist verrückt. Wenn man auf Online-Plattformen wie Instagram mal genau hinschaut, gibt es dort zig Profile, die sich mit dem Thema “Kinderwunsch” auseinandersetzen. Und ich spreche hier nicht von zig Hunderten. Sondern von zig Tausenden.

Der verzweifelte Kinderwunsch

Was mir aber bei sehr vielen dieser Profile aufgefallen ist: Viele befinden sich gerade mal im ersten Jahr nach Absetzen des Verhütungsmittels. Das bedeutet: Viele scheinen mit ihren blank liegenden Nerven sich ziemlich verrückt zu machen.

Und nein, ich spreche hier nicht von den Frauen und Paaren, die wirklich aufgrund einer bekannten medizinischen Ursache vergebens versuchen, ein Kind zu bekommen und seither eine kaum zu heilende Wunde mit sich herumtragen.

Ich spreche hier von den Frauen und Paaren, bei denen es eben im besten aber gleichzeitig auch irgendwie traurigsten Fall aufgrund von selbst produziertem Stress nicht zu einer spontanen Schwangerschaft kommt. Auf dem Weg zu einer Schwangerschaft spielen Ernährung und Sport genauso eine Rolle wie Rauchen und das soziale Umfeld. Weniger eine Rolle spielen sollten aber diese völlig übertrieben eingesetzten Ovulationstests?!

Im Alleingang auf dem Weg zum Wunschkind

Wenn man in guter frauenärztlicher Betreuung ist, sollte man wissen, inwieweit es einmal zu Hindernissen auf dem Weg zum Wunschkind kommen kann oder eben nicht. Und wenn sich Schwierigkeiten herauskristallisieren, sollte es Aufgabe des Frauenarztes sein z.B. die Funktionalität der Eierstöcke zu überprüfen.

Aber willkürlich und in einer absolut übertriebenen Häufigkeit zu Hause Ovulationstests durchzuführen, halte ich für extrem unproduktiv. Leider scheint es jedoch in Mode gekommen zu sein, auf sämtlichen Online-Plattformen wie Instagram täglich den Status seines Ovulationstests oder den 20. negativen Schwangerschaftstest in nur 2 Wochen zu posten. Sogar in jeder kleinsten Verdunstungslinie auf einem Schwangerschaftstest einen willkürlichen zweiten Strich zu erahnen.

Ihr lieben Frauen da draußen, denen ich es allen wirklich von Herzen wünsche, schwanger zu werden: entspannt Euch! Ihr wärt nicht die erste, die schwanger wird, nachdem sie mit dem Thema gedanklich schon nahezu abgeschlossen hat. Viel wichtiger als Ovulationstests und völlig unnötiges “gegeneinander kämpfen” (welcher Kinderwunsch-Account wird als erstes schwanger?) ist eine vernünftige, kompetente Betreuung beim Frauenarzt und gerne auch das Aufsuchen einer Hebamme. Ja, Ihr lest richtig!

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Unterstützung durch die Hebamme

Das Tätigkeitsgebiet von uns Hebammen beginnt nämlich bereits vor jeglicher Schwangerschaft und Geburt – mit dem Kinderwunsch!

Oftmals werden so noch mögliche Problembereiche aufgedeckt: Wie ist eigentlich der Schilddrüsenwert? Gab es frühkindliche Erkrankungen beim Mann? Wie schaut es eben aktuell mit Sport und Ernährung aus? Spielt vielleicht tatsächlich “nur” die Psyche eine quer schießende Rolle? Viele Dinge lösen sich simpel und oft auch ganz von allein – aber erwartet nicht, dass Ihr nach zehn Jahren mit dauerhaftem hormonellen Verhütungsmittel gleich im ersten Zyklus den goldenen Treffer erzielt.

Achtung: Je nach hormoneller Beschaffenheit der Frau ist eine sofort eintreffende Schwangerschaft im ersten Zyklus nach Absetzen des Verhütungsmittels definitiv möglich! In der Regel dauert es aber gute sechs Wochen bis die künstlich zugeführten Hormone komplett vom Körper abgebaut sind. Ab diesem Zeitpunkt sind sie auch nicht mehr im Blut nachweisbar.

Es ist jedoch ratsam, nach dem Absetzen der Pille bis zur ersten natürlichen Blutung weiter zu verhüten (beispielsweise mit einem Kondom). Dies liegt daran, dass sich erst dann die Gebärmutterschleimhaut auf die normale Größe aufgebaut hat. Die meisten Pillen heutzutage sind gestagenbetont und sorgen dafür, dass die Schleimhaut nur noch aus einem dünnen Film besteht. Wenn sich dann eine befruchtete Eizelle einnistet, steigt die Gefahr einer Fehlgeburt.

Fazit: alles kann, nichts muss. Und eine gute Beratung durch den Frauenarzt und/oder die Hebamme ist wesentlich besser und wichtiger, als nervenzerreißende “Kleinkriege” in den sozialen Medien.

Alles Liebe,

rosarot.babyblau

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