Schwangerschaftstest

SSW-Update: Ein positiver Schwangerschaftstest (5. & 6. SSW)


Samstag, 15. März 2014

Es ist Samstag und eigentlich hätte ich meine Periode bekommen sollen. Mein Körper funktioniert – obwohl ich unsere Tochter (fast 3 Jahre) noch stille – wie ein Uhrwerk. Im 35 Tage Rhythmus startet meine Blutung immer pünktlich samstags morgens. Nur heute nicht. Ich werde stutzig und überlege, ob das Antibiotikum, das ich letzte Woche gegen meine Mittelohrentzündung nehmen musste, meinen Zyklus durcheinander gebracht hat. Oder bin ich etwa schwanger?!

Weihnachten 2013 verkündete Thomas, dass er sich ein zweites Kind vorstellen könnte und so ließen wir seitdem die Verhütung weg. Seine Entscheidung machte mich super glücklich, denn schon seit Monaten wünschte ich mir nichts sehnlicher, als ein Geschwisterchen für unser Mädchen.

Das es jetzt schon im zweiten Zyklus geklappt haben soll, konnte ich kaum glauben. Wir waren alle drei die letzten Wochen abwechselnd krank und unsere intime Zeit entsprechend knapp. Wenn ich wirklich schwanger bin, grenzt das an ein Wunder!

Samstagnachmittag schnappe ich unser Mädchen, düse heimlich mit ihr zur Drogerie und kaufe einen, nein lieber zwei Schwangerschaftstests. Wieder zu Hause angekommen, stürme ich sofort ins Bad. Alleine. Ich weiß, dass es ein paar Tage dauern kann, bis die Konzentration der Schwangerschaftshormone im Urin so hoch ist, dass der Test ein entsprechendes Ergebnis zeigt. Ich weiß auch, dass empfohlen wird, den Test mit Morgenurin durchzuführen. Doch ich platze vor Neugier.

Ich uriniere in ein Plastikgefäß, während unser Mädchen versucht die Badtür zu öffnen. „Einen kleinen Moment bitte!“, rufe ich nervös. Hatte zum Glück abgeschlossen. Ich halte den Streifen exakt 20 Sekunden in den Becher. Nicht länger und nicht kürzer, will ja nicht das Ergebnis verfälschen. Unser Mädchen hämmert mittlerweile laut gegen die Tür. „Noch einen kleinen Augenblick!“ Dann sehe ich wie die Flüssigkeit ins Kontrollfenster zieht. Das erste Fenster bleibt weiß, im zweiten ein Streifen. Nicht schwanger! Enttäuscht verstaue ich den Test im Badschrank und widme mich meiner ungeduldigen Tochter.

Etwa eine Stunde später, krame ich den Test noch einmal hervor. Und was sehe ich? Eine zarte, sehr feine Linie im ersten Fenster!! Uff! Statt – wie auf der Packungsanleitung empfohlen, ein paar Minuten zu warten, hatte ich den Test viel zu früh weggelegt. Jetzt bin ich ja doch schwanger!!

Ich freue mich riesig, aber gleichzeitig bin ich etwas besorgt. Wie wird Thomas wohl reagieren? Bei der ersten Schwangerschaft fing er mich auf – damals brach ich beim positiven Test in Tränen aus, weil ich ungeplant schwanger wurde und gerade erst in meine Selbstständigkeit gestartet war. Er lachte als ich ihm den Test zeigte und nahm mich in die Arme. Doch heute? Thomas entschied sich zwar bewusst und aus freien Stücken für ein zweites Kind, aber unsere finanzielle Situation ist alles andere als sicher, er ist Alleinverdiener und wir wissen schließlich, wie anstrengend die ersten Jahre mit einem Kind sind (siehe „Neuer Nestling: Wir bekommen ein zweites Kind“).

Ich sage es ihm am Abend als unser Mädchen tief und fest schläft. Er reagiert verhalten und nachdenklich, aber positiv. Wir reden lange und intensiv über die Konsequenzen dieser „zwei Streifen“. Spekulieren über die Veränderungen, die auf uns zukommen. Sprechen über unsere Bedenken, Zweifel und Hoffnungen. Unsere Gefühle sind sehr gemischt, aber die Zuversicht, dass wir das packen überwiegt – zumindest bei mir. Thomas ist relativ neutral.

Montag, 17. März 2014

Zwei Tage später rufe ich beim Frauenarzt an und vereinbare einen Termin. „Ich möchte so spät wie möglich kommen, damit man auf dem Ultraschall auch etwas erkennt“, sage ich zur Arzthelferin. Sie versichert mir, dass der 24. 03. 14 ein guter Termin ist und dass man dann auf jeden Fall etwas sehen könne.

Montag, 24. März 2014

Die Untersuchung beim Frauenarzt ist frustrierend. Er sieht die Fruchthöhle, aber noch keine Anlagen. Ich bin enttäuscht, hatte ich doch ausdrücklich um einen Termin gebeten, bei dem etwas erkennbar ist. Mein Arzt reagiert super und ermuntert mich, dass alles genau so aussieht wie es zu diesem Zeitpunkt aussehen sollte. Er erzählt mir, dass er heute bei einer anderen Frau einen Embryo und einen Dottersack entdeckt hat, bei der letzte Woche (wie bei mir) nur eine Fruchthöhle zu sehen war. Dennoch bin ich unruhig.

Ich habe offensichtlich zu viel von den Risiken einer frühen Fehlgeburt gelesen und gehört. Angeblich könne man ab der sechsten Schwangerschaftswoche auf jeden Fall etwas auf dem Ultraschall erkennen und in die sechste Woche hatten die Arzthelferinnen mich anhand meiner Zyklusangaben schließlich datiert. „Kann man in der sechsten Woche nichts erkennen, ist die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter sehr hoch“ (siehe “Eileiterschwangerschaft“). Das Internet kann einen in solchen Lebenslagen echt verrückt machen!

Obwohl es mir gut geht und ich keine körperlichen Beschwerden habe, spüre ich leise Ängste in mir aufsteigen. Thomas reagiert in dieser Situation einfach spitze: „Was soll denn schief gehen? Ich bin ein joggender Vegetarier und wir ernähren uns nicht von Konservendosen – das kann doch nur exzellentes Genmaterial sein.“ Ich schmunzle über diese optimistische Aussage und so seltsam es auch klingen mag, Thomas’ Zuversicht beruhigt mich ungemein.

Nichtsdestotrotz freue ich mich auf den nächsten Ultraschalltermin, doch der ist leider erst in 11 Tagen, am Freitag, den 5. April 2014.

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