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Mein Nachwuchs steht auf Lippenstift, Make-up und Co. – Dürfen sich Kinder schminken?


Kennst Du Sophia, die Tochter von Daniela Katzenberger und Lukas Cordalis? Sie trägt mit ihren 4 Jahren bereits Make-up. Damit ist sie keine Ausnahme. Es gibt viele Kinder, die sich gerne schminken und das Make-Up von Mama benutzen. Manche Kids haben sogar eigene Kosmetiksets. Ist das in Ordnung oder gar gesundheitsschädlich? 

Schminke bei Kleinkindern: die Gefahren 

In diesem Beitrag geht es nicht darum, dass sich Kinder im Karneval einmal ein Löwengesicht schminken lassen. Daran ist sicherlich nichts auszusetzen. Speziell zu Faschingsschminke für Kids gibt es einen interessanten Test der Stiftung Warentest. Hier wird gezeigt, dass die meisten Sets tatsächlich unbedenklich sind.  

Aber es gibt kleine Mädchen und Jungs, die sich im Alltag die Lippen anmalen, Lidschatten auftragen und sogar Wimperntusche benutzen. Das mag für manche Betrachter der kleinen Schönheiten niedlich erscheinen. Dennoch stecken in Alltags-Make-ups oft gesundheitsschädliche Stoffe, wie: 

  • Formaldehyd dient als Konservierungsstoff. Die Bedenken gegenüber der Substanz sind groß, weil sie bereits im Tierversuch als krebserzeugend getestet wurde. Zudem reizt Formaldehyd die Haut und kann sie schädigen. Die Europäischen Kommission möchte zukünftig die Zulassung von Formaldehyd in Kosmetik verbieten. Ab einer Menge von über 0,05 % muss auf der Verpackung explizit erwähnt werden, dass Formaldehyd enthalten ist. Häufig wird Formaldehyd auch als Triclosan, Sodium Hydroxymethylglycinate, Hexamidine Diisethionate, 2-Bromo-2-Nitropropane-1,3-Diol oder Quaternium-15 bezeichnet. 
  • Mineralöle werden in zahlreichen Kosmetikprodukten, wie zum Beispiel Lippenstiften verwendet. Sie legen sich wie ein undurchlässiger Film auf die Haut. So können weder Luft noch Feuchtigkeit eindringen. Gleichzeitig besitzt Mineralöl keine pflegenden Eigenschaften. Mineralöle verbergen sich auf Verpackungen hinter den Namen Mineral Oil, Petrolatum, Paraffinum Liquidum, Paraffinum Subliquidum, Cera Microcristallina, Microcrystalline Wax, Ozokerit, Ceresin, Vaseline. 
  • Phthalate die fett- und wasserlöslichen Weichmacher können sich im Körper anreichern. Insbesondere die Funktion der Bauchspeicheldrüse kann darunter leiden. Phthalate scheinen aber auch Übergewicht und Diabetes zu begünstigen. Weitere Bezeichnungen für Phthalate sind Diethyl Phthalate, Diethylhexyl Phthalate und Di-n-Butylphthalat (DBP). 
  • Silikone dichten die Haut ab. Das verhindert, dass Feuchtigkeit verloren geht, aber führt auch zu Pickeln und Akne. Silikone sind grundsätzlich nicht schädlich, haben aber auch keinen pflegenden Effekt. Es ist wichtig, dass Silikone gründlich abgewaschen werden, damit die Haut wieder atmen kann. Silikone in Kosmetik tragen Namen mit den Endungen „-cone“ oder „-xane“, wie zum Beispiel Dimethicone, Methicone, Polysiloxane und Cyclomethicone. 
  • Parabene stehen im Verdacht Krebs zu erregen. Außerdem besitzen sie eine ähnliche Wirkung wie körpereigene Hormone und können so den Hormonhaushalt durcheinanderbringen. Die Begriffe Propylparaben, Btylparaben, Methylparaben, Ethylparaben, Isobutylparaben und Isopropylparaben werden synonym verwendet. 
  • Tenside / Emulgatoren lassen die Haut aufquellen. Mit der Zeit verliert die Haut dadurch ihrer Schutzfunktion. Schadstoffe können dann mehr oder weniger ungehindert in unseren Körper eindringen. Polyethylenglykol wird kurz PEG genannt. Tenside treten unter verschiedenen Namen auf, eine ausführliche Liste findest Du hier.  
  • Duftstoffe klingen erst einmal nach einer angenehmen Zutat für Kosmetikprodukte. Leider sind künstliche Duftstoffe hautreizend und können allergische Reaktionen auslösen.  

Diese ganzen Inhaltsstoffe sind schon für Erwachsene nicht gut. Bei empfindlicher Kinderhaut können Sie noch wahrscheinlicher Schaden anrichten. Es ist wichtig, dass wir uns dieses Risikos bewusst sind und die schädlichen Stoffe kennen. Sie sind nämlich nicht nur in Erwachsenen-Schminke enthalten, sondern auch in einigen Kinder-Schminksets. Ein besonders eindringliches und erschreckendes Beispiel, was Make-up bei Kids anrichten kann, liefert die kleine Lydia Craven. Sie erlitt nach dem Schminken schwere allergische Reaktionen und musste im Krankenhaus behandelt werden. Das ist ein unschönes Exempel. Aber nur, wenn wir uns mit sämtlichen Faktoren einer Sache befassen, können wir eine vernünftige Entscheidung treffen.  

Wie gehst Du am besten mit dem Schminkwunsch Deiner Kinder um? 

Es bleibt Dir überlassen, ob Du den Kleinen das Schminken erlaubst oder nicht. Falls Du Dich für ein Verbot entscheidest, dann überlege Dir, ab welchem Alter Du Deinem Nachwuchs Lippenstift & Co. erlauben wirst. Sag Deinem Kind ruhig, dass es sich ab 12, 14 oder 16 Jahren nach Lust und Laune schminken darf, aber bis dahin nicht.  

Der Focus rät, dass sich Jugendliche ab 13 Jahren uneingeschränkt schminken können. Davor sollte es nur unter Aufsicht passiere. Bei unter 5-Jährigen hält das Magazin Make-up für Tabu. Wenn das Thema Schminken bei Deinem Nachwuchs ansteht, dann behandle Sohn und Tochter gleich. Sollte ein Junge Interesse daran haben, einen Nagellack auszuprobieren, erlaube es ihm. Allerdings unter der Voraussetzung, dass Deine Tochter es auch dürfte. Übrigens: Je weniger Du Dich vor den Augen Deines Nachwuchses schminkst, desto geringer ist die Gefahr, dass die Kleinen auch Make-up ausprobieren wollen.  

In meinen Augen besteht das Risiko, dass Verbote das Make-up noch reizvoller machen. Deshalb durfte meine Tochter sich immer an meiner Kosmetik bedienen. Falls Du auch diesen Weg beschreiten möchtest, habe ich einige Tipps für Dich.  

  1. Besorge Naturkosmetik: Je weniger gefährliche Substanzen in den Produkten enthalten sind, desto unbedenklicher ist die Aktion. Mittlerweile gibt es im Drogerie-Markt auch günstige, zertifizierte Bio-Kosmetik, die Du für Dich und Deinen Nachwuchs besorgen kannst.  
  1. Auf Kinderprodukte zurückgreifen: Gerade bei Kindernagellacken existieren eine ganze Reihe von Produkten, die weniger bedenkliche Inhaltsstoffe haben und sogar mit Wasser und Seife abwaschbar sind. Die Marke Logona hat als erster Produzent einen naturreinen, bio-zertifizierten Nagellack auf den Markt gebracht. Der ist zwar nicht speziell für Kinder konzipiert, dennoch können sie ihn benutzen.  
  1. Kein täglicher Gebrauch: Selbst, wenn Dein Kind sich schminken darf, sollte das nicht zum morgendlichen Ritual werden. Die Kleinen brauchen grundsätzlich kein Make-up. Erlaube es nur hin und wieder als Spaß, nicht als kosmetische Maßnahme.  
  1. Abschminken, abschminken, abschminken: Wie die Mama sollte sich auch Dein Kind gründlich abschminken. Viele Kinder mögen das Waschen im Gesicht nicht. Mach deshalb schon vor dem Schminken klar, dass das Make-up auch wieder herunter muss! Oftmals reicht Wasser nicht aus. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit Kokosöl als Make-up-Entferner gemacht. Es ist sanft zur Haut, hat einen antibakteriellen Effekt und riecht angenehm nach Tropenstrand. Auf keinen Fall solltest Du zu konventionellen Abschminkwassern für Mamas greifen. Diese können Kinderhaut reizen.  

Meine Erfahrungen zum Thema Schminken bei Kindern

Meine Tochter hatte eine Phase, in der sie nicht mehr ohne Make-up aus dem Haus gehen wollte. Bei uns war Wimperntusche zwar verboten, das Kindermädchen hatte sie ihr aber irgendwann erlaubt. Als sich die Kleine mit drei Jahren ohne Spiegel perfekt die Lippen nachgezeichnet hat, war ich irritiert, begeistert aufgrund ihrer motorischen Fähigkeiten und auch leicht besorgt. Tatsächlich schminkt sie sich im Moment kaum mehr. Es scheint nur eine Phase von wenigen Wochen gewesen zu sein, die schnell vorbei war. Wie so oft bei Kindern, erledigen sich viele Dinge einfach von selbst.  Im Nachhinein bin ich froh, dass ich nicht zu viel Aufwasch deshalb gemacht habe.

Wie ist es bei Euren Kindern: stehen sie auf Make-up und schminken sich gerne? Wie geht Ihr damit um: völlig okay oder verboten? Wir freuen uns über Eure Kommentare.

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