Fruchtbarkeitstest fuer die Frau

Fruchtbarkeitstest für die Frau: Gründe, Arten und Kosten


Ein unerfüllter Kinderwunsch gehört für jedes zehnte deutsche Paar zwischen 25 und 59 Jahren zur bitteren Wahrheit. Jedes Mal, wenn ein erneuter Schwangerschaftsversuch wieder nicht geklappt hat, belastet das die Psyche. Irgendwann fängt das Grübeln an: Stimmt etwas mit mir nicht? Ist mein Partner vielleicht unfruchtbar? Bevor Du Dich lange mit verschiedenen Szenarien verrückt machst, lohnt sich ein Fruchtbarkeitstest für die Frau.  

Ist ein Fruchtbarkeitstest bei der Frau notwendig? 

Ehe Du Dich in ärztliche Hände gibst, kannst Du auch selbst Maßnahmen ergreifen. Hast Du Dich schon einmal mit natürlicher Familienplanung (NFP) auseinandergesetzt? Mit dieser Methode identifizierst Du Deinen Eisprung relativ genau. Dieses Wissen kannst Du sowohl zur Verhütung als auch bei Kinderwunsch nutzen. Miss täglich Deine Basaltemperatur, werte Deinen Zervixschleim aus und achte auf andere Eisprungsymptome.

Nutze auch gerne unseren Eisprungrechner. Dort trägst Du einfach den ersten Tag Deiner letzten Periode und die Zyklusdauer ein. Als Ergebnis wird Dir angezeigt, wann Dein Eisprung normalerweise stattfinden müsste.  

Vielleicht dauert Dein Zyklus länger oder kürzer als bei anderen Frauen und deshalb hat es mit dem Baby noch nicht funktioniert? Kannst Du allerdings keine Unregelmäßigkeiten feststellen und bist nach mehreren Monaten nicht schwanger, dann wende Dich an einen Arzt und frag nach einem Fruchtbarkeitstest für die Frau. Am besten bringst Du Deine Aufzeichnungen mit. Der Gynäkologe kann daraus schon jede Menge Informationen ablesen.  

Wie funktionieren Fruchtbarkeitstest beim Gynäkologen? 

Es gibt verschiedene Arten von Fruchtbarkeitstests für die Frau. Bei einem ersten Termin wird dich Dein Frauenarzt zunächst einmal über folgende Punkte befragen:

  • Allgemeinzustand
  • Zyklus
  • Krankheiten
  • Dauer des unerfüllten Kinderwunsches
  • früheren Schwangerschaften  

Wenn Du zu diesem Termin bereits Deine Temperaturkurven und Zervixschleimauswertungen mitbringst, dann unterstützt Du den Arzt damit enorm. Es lassen sich daraus unter anderem Rückschlüsse auf mögliche Hormonmängel ziehen.  

Anti-Müller-Hormon-Test 

Das Anti-Müller-Hormon (AMH) zeigt an, wie groß die ungefähre Anzahl der stimulierbaren Eibläschen ist, die in der Frau heranwachsen. Stimmt der AMH-Wert, und hast Du sonst keine Fruchtbarkeitseinschränkungen, sollte es mit dem Baby schnell klappen.  

Falls Du zwischen 18 und 30 Jahren alt bist, bewegt sich Dein AMH-Wert idealerweise zwischen 1 und 5 Nanogramm (ng). Ab dem 30. Geburtstag sinkt das Hormon ganz natürlich ab, weil weniger Eizellen vorhanden sind. Dein Wert sollte aber auch dann nicht unter 1 ng pro Milliliter Blut sinken, sonst könnte es mit der Erfüllung des Kinderwunsches schwierig werden. Für die Bestimmung des AMH wird einfach Blut abgenommen.  

Geschlechtskrankheiten 

Der Gynäkologe wird Dich bei dem Termin auch auf verschiedene Geschlechtskrankheiten untersuchen. Oftmals schließt dies einen Test insbesondere auf Chlamydien ein. Eine unbehandelte Chlamydien-Infektion kann zum Verkleben der Eileiter und dadurch zur Unfruchtbarkeit führen. Das Problem ist, dass die Erkrankung häufig unentdeckt bleibt. 10 bis 40 % der infizierten Frauen werden durch Chlamydien unfruchtbar.  

Postkoitaltest (PCT) 

Frauenärzte wenden auch den sogenannten Postkoitaltest (PCT) an. Dabei wird die Beschaffenheit des Zervixschleims kurz vor dem Eisprung vom Gynäkologen getestet. Es soll festgestellt werden, ob das Sekret die Spermien durchlässt oder nicht. Normalerweise wird die Durchlässigkeit des Schleims rund um den Eisprung besser, damit eine barrierefreie Empfängnis möglich ist.  

Das Paar sollte 6 – 12 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr in die Praxis kommen. Dort wird das Sekret entnommen und geprüft, ob und wie viele befruchtungsfähige Spermien enthalten sind. So können verschiedene Befruchtungshindernisse festgestellt werden. Beispielsweise vertragen sich Zervixschleim und Spermien mancher Paare nicht. Ist der Zervixschleim zu zäh, kommen die Samenzellen nur schwer durch. Steigt der Östrogenspiegel zum Eisprung hin an, wird das Sekret normalerweise flüssiger. Ist das nicht der Fall, kam es eventuell überhaupt nicht zum Eisprung. Es könnte ein hormonelles Ungleichgewicht vorliegen.  

Andererseits kann es auch an der männlichen Fruchtbarkeit liegen, wenn kaum oder überhaupt keine befruchtungsfähigen Spermien vorhanden sind. Auch für Männer gibt es Fruchtbarkeitstests. Wie diese genau funktionieren, hat meine Kollegin Mareike bereits ausführlich in einem Beitrag erklärt.  

Welche Tests werden in Kinderwunschzentren durchgeführt? 

Ist der Frauenarzt mit seinem Latein am Ende, überweist dieser seine Patientinnen oftmals an spezielle Kinderwunschzentren. Denn dort arbeiten Experten ausschließlich an der Problematik des unerfüllten Kinderwunsches.  

Hysterosalpingokontrastsonografie (HSKS) 

Teilweise werden hier nochmal die gleichen Untersuchungen wie beim Frauenarzt vollzogen. Zudem prüfen die Ärzte die Gebärmutter und Eierstöcke noch mittels vaginalen Ultraschalles. Damit können die Fachleute auch sehen, wie sich die Eibläschen im Laufe des Zyklus entwickeln. Für die Untersuchung führt der Frauenarzt den Ultraschallstab in die Vagina ein.  

Eine besondere Form der Untersuchung ist die Hysterosalpingokontrastsonografie – kurz HSKS. Dabei wird vor dem Einführen des Ultraschallkopfes ein Kontrastmittel gespritzt. Dieses wird in Gebärmutter und Eileiter injiziert. Danach sieht der Fachmann die wichtigsten Geschlechtsteile besser. Diese Untersuchungsmethode wird insbesondere bei der Vermutung verwendet, dass die Gebärmutterhöhle verändert ist.  

Hormonspiegel 

Selbstverständlich wird auch Blut abgenommen. Mithilfe eines umfassenden Blutbildes können weitere körperliche Probleme festgestellt werden. Die Ärzte interessieren sich in diesem Zusammenhang besonders für den Hormonspiegel. Ist dieser aus dem Gleichgewicht, kommen Schwangerschaften nicht zustande oder enden vorzeitig.  

Für die Bestimmung des Hormonspiegels empfehlen Ärzte des Uniklinikums Köln eine Blutentnahme am 2. und 5. Zyklustag. Dabei liegt der Fokus vor allem auf den Hormonen, die maßgeblich für einen geregelten Zyklus sind: 

  • Schilddrüsenhormone (TSH): Sie können den Eisprung verhindern. Du weißt bereits, dass Du unter einer Schilddrüsenunter- oder -überfunktion leidest? Dann hole Dir bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft unbedingt Deinen Schilddrüsenarzt mit ins Boot.   
  • Östradiol: Mithilfe dieses Hormons kann die Reifung der Eizellen eingeschätzt werden.  
  • Androgene wie Testosteron sind normalerweise für die Ausprägung der männlichen Geschlechtsmerkmale verantwortlich. Aber sie sind auch im weiblichen Körper notwendig und vorhanden. Ist ihr Wert allerdings erhöht, dann kann sich dies nachteilig auf die Reifung Deiner Eizellen auswirken.  
  • Progesteron: Dieses Hormon ist der Gegenspieler des Östrogens. Ist Progesteron zu niedrig, dann ist das Östrogen erhöht und umgekehrt. Progesteron unterstützt die Eizelle bei ihrer Einnistung. Herrscht ein Progesteronmangel, kommt meistens keine Schwangerschaft zustande.  
  • LH und FSH: Sie stammen aus der Hirnanhangdrüse. Das luteinisierende Hormon (LH) startet den Eisprung. Zusammen sind LH und das follikelstimulierende Hormon (FSH) für die Eizellenreifung verantwortlich.  
  • Prolaktin: Ist der Wert zu hoch, kann dieses Hormon die Reifung der Eizellen negativ beeinflussen.  

Hysterosalpingographie (HSG) 

Bei dieser Methode wird wieder ein Kontrastmittel gespritzt. Gebärmutter und Eileiter werden anschließend mittels Röntgenapparatur abgebildet. Der Arzt kann auf den Röntgenbildern sehen, ob die Eileiter möglicherweise verschlossen sind. Auch der Zustand der Gebärmutter lässt sich gut beurteilen.  

Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) 

Hier wird ein sogenanntes Hysteroskop durch Scheide und Gebärmutterhals eingeführt. Durch das Gerät kann der Arzt anschließend Gas aber auch Flüssigkeit in den Körper einleiten. So kann der Mediziner die Gebärmutterhöhle von innen sehen. Probleme wie Myome, Tumore und Veränderungen der Schleimhaut werden sichtbar. 

Bauchspiegelung (Laparoskopie) 

Diese Untersuchung wird häufig bei Endometriose-Patientinnen mit unerfülltem Kinderwunsch gemacht. Sie erfolgt normalerweise unter Vollnarkose. Der Arzt führt ein langes Gerät mit Kamera in den Bauchraum ein. So können Vernarbungen, Myome und Zysten erkannt und teilweise sogar direkt behandelt werden.  

Kosten Fruchtbarkeitstest für die Frau 

Wird bei Dir ein großes Blutbild zur Bestimmung des Hormonspiegels gemacht, übernimmt Deine Krankenkassen normalerweise die Kosten. Bei gesetzlich Versicherten ist dies definitiv der Fall. Besitzt Du allerdings eine private Krankenversicherung, frag sicherheitshalber vorher dort nach. Ein kompletter Hormonspiegel mit zusätzlicher Ultraschalluntersuchung schlägt mit rund 150 Euro zu Buche. Der AMH-Test kostet circa 50 Euro. Er wird aber ebenfalls meist von den Krankenkassen übernommen.  

Bevor Du aufwendigere Untersuchungen wie Gebärmutter- oder Bauchspiegelungen machen lässt, sprich mit dem Arzt und der Kasse. Liegen medizinische Gründe vor, übernehmen die Krankenversicherungen normalerweise ohne Diskussion die Kosten. Bei Kinderwunsch ist dies nicht garantiert, weil hier die Übernahme sowohl vom Befund als auch den Konditionen der Versicherer abhängt.  

Fazit zum Fruchtbarkeitstest für die Frau

Solltest Du Dir schon länger ein Baby wünschen und es klappt nicht, dann wende Dich auf jeden Fall an den Gynäkologen. Es ist besser, Sicherheit zu haben, als ewig im Dunkeln zu tappen. Viele Fruchtbarkeitstests brauchst Du nicht aus eigener Tasche zu bezahlen. Danach hast Du Gewissheit, ob Du prinzipiell auf natürlichem Weg Mama werden kannst oder nicht. Auch bei einem negativen Ergebnis gibt es zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten, abhängig vom Befund.    


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