Nabelschnur

Die Nabelschnur – Was passiert nach der Geburt?


Die Nabelschnur dient zehn Monate lang dem Austausch wertvoller Nährstoffe und Sauerstoff zwischen Mutter und Baby. Eltern sollten sich vor der Geburt Gedanken machen, wie mit der Nabelschnur fortgefahren wird, wenn das Baby zur Welt gekommen ist. Bleibt sie für einige Minuten dran oder wird sie sofort abgenabelt? Und was passiert mit dem Nabelschnurblut und der Plazenta? Wir zeigen Dir, was Du bei Deinen Gedankengängen beachten solltest!

Nicht nur während der Schwangerschaft ist die Nabelschnur ein wahres Wunderwerk. Auch nach der Geburt des Babys hat sie eine wichtige Aufgabe: Die Nabelschnur pulsiert noch eine Weile und sorgt so dafür, dass das Baby eine extra Portion an Nährstoffen, Sauerstoff und Mineralien bekommt. Auch das restliche Blut des Babys, welches sich in der Plazenta befindet, wird zu ihm transportiert. Während dieser Versorgung beginnt das Baby gleichzeitig mit der Atmung, sodass es für einen gewissen Zeitraum sowohl über seine eigene Atmung, als auch über die Plazenta versorgt wird, solange es nötig ist. Somit ist ein sanfter Start ins Leben ermöglicht!

Anschließend ist die Aufgabe der Nabelschnur erfüllt. Sie färbt sich weiß, hört auf zu pulsieren und schließt sich von innen. Dieser ganze Vorgang kann zwischen 5 und 30 Minuten dauern, je nachdem wie stabil das Baby in seinem Kreislauf und seiner Atmung ist.

Auspulsieren der Nabelschnur – Vorteile

Viele Hebammen warten bis zum Auspulsieren der Nabelschnur, weil es für Mutter und Baby klare Vorteile, aber keine Nachteile bietet:

  • mehr Sauerstoff und Nährstoffe
  • 30-40% mehr Blutvolumen
  • erhöhter Eisenvorrat, 45% höhere Ferritinkonzentration, seltener Eisenmangel
  • erhöhte Eisenvorräte können die neurologische Entwicklung verbessern
  • vermindertes Risiko einer Anämie
  • mehr Stammzellen
  • leichtere Lösung der Plazenta
  • bessere Feinmotorik im Vorschulalter

Wichtig beim Auspulsieren der Nabelschnur ist, dass das Baby nicht über Plazentaniveau gehalten wird, um ein zurückfließen des Bluts aus dem Baby in die Nabelschnur zu vermeiden.

Gründe für frühes Abnabeln

Wenn es aus medizinischer Sicht Komplikationen bei der Geburt gibt, ist dies ein Indikator dafür, die Nabelschnur sofort zu durchtrennen und nicht zu warten bis sie auspulsiert ist.

Gründe können z.B. sein:

  • Nabelschnur liegt um den Hals des Babys
  • Rhesus-negative Frauen, die Probleme mit der Antikörperbildung haben
  • Babys mit gesundheitlichen Problemen nach der Geburt, z.B. Frühchen

Tut das Abnabeln weh?

Die Frage können wir Dir mit einem klaren NEIN beantworten. Ist die Zeit gekommen um die Nabelschnur zu durchtrennen, wird sie an zwei Stellen abgeklemmt und Vater, Geburtshelfer oder Hebamme schneidet zwischen dieser Abtrennung durch. Das tut auch dem Baby nicht weh, da die Nabelschnur keine Nerven besitzt. Da die Nabelschnur ein dickes, gewundenes, elastisches Kabel ist, wundern sich viele Menschen, wie fest durchgeschnitten werden muss. Dennoch ist das Abnabeln für Vater oder Geburtshelfer ein einmaliges und unvergesslicher Moment.

Nabelschnurblut

Möchtest Du das Nabelschnurblut spenden oder einlagern lassen, musst Du diesen Wunsch vorher unbedingt äußern.

Nabelschnurblut enthält wertvolle und einzigartige Stammzellen. Sie stellen die Grundlage regenerativer Medizin dar und bieten die Möglichkeit zu neuen Therapieoptionen um z.B. vermehrt im Alter auftretende Erkrankungen zu therapieren. Denn das Besondere ist, dass die Stammzellen noch nicht auf bestimmte Funktionen festgelegt sind, wie z.B. für das Gehirn oder die Niere. Sie lassen sich flexibel einsetzen und sind daher so wertvoll. So werden Entnahme und Einlagerung von Nabelschnurblut und Nabelschnurgewebe mehr und mehr zur gängigen Praxis.

Außerdem kann man Stammzellen ohne Probleme gewinnen. Arzt oder Hebamme desinfizieren den Rest der mütterlichen Nabelschnur und leiten das Blut mit Hilfe einer Kanüle und zusammen mit einem gerinnungshemmenden Mittel in einen keimfreien Plastikbeutel. Dieser wird gekühlt zu einer Stammzellbank transportiert. Stammzellbanken gibt es verschiedene. Willst Du das Blut aus der Nabelschnur aufheben für den Fall, dass Dein Kind schlimm erkrankt, dann muss das Blut in eine private Stammzellbank gebracht werden. Die Kosten hierfür sind hoch. Neben einer einmaligen Gebühr von 1000 bis 2000 Euro, ist ein jährlicher Betrag von bis zu 50 Euro zu zahlen. Möchtest Du das Nabelschnurblut stattdessen der Allgemeinheit zur Verfügung stellen und spenden, ist dies kostenlos und wird in einer öffentlichen Stammzellbank gelagert.

Und was passiert mit der Plazenta?

Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Für gewöhnlich wird die Plazenta, oder auch Mutterkuchen genannt, entsorgt. Doch immer mehr Frauen entscheiden sich, daraus spezielle Globulis herstellen zu lassen, um dem Kind bei Erkrankungen therapieren zu können. Andere wiederum nehmen die Plazenta mit nach Hause, bemalen sie mit Farbe um einen Farbabdruck als Erinnerung zu haben und wieder andere, vergraben sie in ihrem Garten. Möchtest Du, dass Deine Plazenta nicht entsorgt wird, musst Du diesen Wunsch aber ebenfalls rechtzeitig vor der Geburt äußern.

2 Kommentare zu “Die Nabelschnur – Was passiert nach der Geburt?

  1. Danke für den wertvollen Beitrag!

    Wir sind noch immer am überlegen, ob wir eine Nabelschnurbluteinlagerung machen sollen. Viele haben mich darauf hingewiesen, dass das Auspulsieren der Nabelschnur wichtig wäre. Auf vielen Seiten wird kritisch berichtet.

    Auf dieser Ratgeberseite wird das ganze wieder sehr “locker” beantwortet, das eine würde das andere nicht komplett ausschließen…

    https://ratgeber.kigorosa.de/nabelschnurblut-auspulsieren-lassen-pro-und-contra-einer-glaubensfrage/

    Wir sind echt verunsichert, was sagt ihr dazu?

    1. Hallo Rita,
      unseres Wissens nach ist das Auspulsieren im Regelfall sinnvoll, allerdings ist wissenschaftlich nicht genau belegt, wie lange dieser Vorgang exakt dauern sollte bzw. muss, um den größtmöglichen Vorteil daraus zu ziehen. Sprich das Thema doch mal bei der Informationsveranstaltung oder beim Vorgespräch in Eurer Geburtsklinik an. Und gib’ hier gerne Bescheid, wie sich die Fachleute dort dazu geäußert haben.
      Viele Grüße,
      Dein Babyartikel.de Team

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