Babyartikel.de Magazin

Nabelschnurblut spenden – ist das sinnvoll?

Im Mutterleib stellt die Nabelschnur die Versorgung und Ernährung des Babys sicher. Nach der Geburt landet sie nach dem Durchtrennen meist im Klinikmüll. Leider, denn die Nabelschnur enthält wichtige Stammzellen, die Leben retten können. Lies hier, was der Unterschied zwischen einer kostenpflichtigen Eigenspende und einer allgemeinen Spende des Nabelschnurbluts ist und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Du Nabelschnurblut spenden kannst.

Warum das Nabelschnurblut so wertvoll ist

Während der Schwangerschaft versorgt die Nabelschnur Dein Baby. Wenn diese nach der Geburt durchtrennt wird, bleibt Blut aus der Plazenta darin zurück. In diesem Blut befindet sich eine große Menge an Stammzellen.

Stammzellen können dafür genutzt werden, verschiedene Krankheiten wie beispielsweise Leukämie zu heilen. Die Blutstammzellen aus dem Nabelschnurblut sind für diesen Zweck besonders gut geeignet, da sie besser vertragen werden als Stammzellen von erwachsenen Menschen und die Übereinstimmungen zwischen dem Spender und dem Empfänger der Stammzellspende nicht so groß sein müssen wie bei einer Transplantation von reifen Stammzellen.

Wer Nabelschnurblut spenden darf

Um das Blut aus der Nabelschnur zu spenden, musst Du mindestens 18 Jahre alt sein und gesund. Die Schwangerschaft muss ohne Komplikationen verlaufen sein und Dein Baby darf keine Frühgeburt sein.

Zudem wird nicht nur das Nabelschnurblut untersucht, sondern auch das Blut der Mutter. Manchmal spricht auch die Einnahme bestimmter Medikamente gegen eine Nabelschnurblutspende.

Wie wird das Nabelschnurblut entnommen?

Wenn Dein Baby abgenabelt ist, also Du, Dein Partner, die Hebamme oder der Arzt die Nabelschnur durchtrennt hat, wird das Blut aus der Nabelschnur mit einer Nadel aus der Vene der Nabelschnur entnommen und aufgefangen. Im Anschluss wird das Blut in das Labor geschickt, wo es untersucht und eingelagert wird.

Die Entnahme von Nabelschnurblut ist sowohl bei einer natürlichen Geburt als auch bei einem Kaiserschnitt möglich.

Die Nabelschnur muss bei einer Spende zwingend vor dem Auspulsieren durchtrennt werden. Welche Vorteile das Auspulsieren der Nabelschnur hat, kannst Du bei uns im Magazin im Artikel über die Nabelschnur nachlesen.

In welcher Form Du Nabelschnurblut spenden kannst

Du kannst Nabelschnurblut entweder für Dich beziehungsweise für Dein Kind einlagern lassen oder es der Allgemeinheit spenden.

Nabelschnurblut für das eigene Kind einlagern lassen

Wenn Du das Nabelschnurblut für Dein Baby einlagern lassen möchtest, ist dies immer kostenpflichtig. In so einem Fall lagert eine kommerzielle Blutbank das Nabelschnurblut für einen gewissen Zeitraum (meist ca. 20 Jahre) ein, damit Dein Baby in der Zukunft mithilfe seiner eigenen Stammzellen geheilt werden kann.

Je nach Anbieter fallen Kosten zwischen 1000 und 4000 Euro für die Einlagerung an. Das Vorgehen der Blutbanken ist unterschiedlich. Du erfährst beim jeweiligen Anbieter, was im Falle einer Eigenspende beachtet werden muss und was Du tun musst, damit das Nabelschnurblut nach der Geburt zur Blutbank gelangt. In aller Regel musst Du zu diesem Zweck auch mit Deiner Klinik sprechen und Vorsorge treffen.

Ob eine Eigenspende von Nabelschnurblut sinnvoll ist, ist wissenschaftlich sehr umstritten. Es gibt bis heute kaum Studienergebnisse zu diesem Thema und tatsächlich ist es auch so, dass bei einer Transplantation üblicherweise keine Stammzellen von Menschen genutzt werden, die in ihrer Vergangenheit an Leukämie oder anderen schweren Krankheiten erkrankt waren. Dies ist deshalb so, weil man davon ausgeht oder es zumindest für möglich hält, dass auch gesunde Stammzellen einer später erkrankten Person bereits eine Vorstufe der Krankheit in sich tragen und der Patient deshalb jederzeit (wieder) erkranken kann. Insofern erscheint es nahezu absurd, die eigenen Stammzellen für eine Behandlung zu nutzen.

Daneben gibt es bislang nur wenige Erkrankungen, die mit einer Stammzellspende behandelt oder geheilt werden können. Ob und was in der Zukunft möglich sein wird, weiß zum heutigen Zeitpunkt noch niemand.

Nabelschnurblut spenden für die Allgemeinheit

Neben dem Zweck der Eigenspende kannst Du das Nabelschnurblut auch der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. In diesem Fall lagern öffentliche Blutbanken die Stammzellen ein und stellen sie anderen Erkrankten zur Verfügung. Eine solche Spende ist kostenlos, muss meistens jedoch auch vor der Geburt bereits mit einer öffentlichen Blutbank abgestimmt sein. Außerdem solltest Du auch in diesem Fall das Krankenhaus schon im Vorfeld über Deinen Wunsch informieren.

Zu den öffentlichen Nabelschnurblutbanken gehören beispielweise die DKMS, die Universität Erlangen oder die Deutsche Stammzellspenderdatei Nabelschnurblut (DSSD) in Mannheim.

Achtung: Es ist nicht in jeder Klinik möglich, Nabelschnurblut zu spenden. Auf den Webseiten der Blutbanken kannst Du in Erfahrung bringen, mit welchen Kliniken eine Zusammenarbeit besteht und in welchem Ort eine Spende möglich ist.

Die gerichtete bzw. bestimmte Spende

Einen Ausnahmefall ist die sogenannte gerichtete Spende des Nabelschnurblutes. In so einem Fall werden die Stammzellen aus der Nabelschnur an einen erkrankten Verwandten gespendet.

Eine Nabelschnur, mehrere Möglichkeiten: Wofür hast Du Dich entschieden? Hast Du das Blut für Dein Baby einlagern lassen oder gespendet? Oder war Dir das Auspulsieren der Nabelschnur wichtiger?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

*

© 2018 Babyartikel.de MagazinImpressum

Nach oben ↑