Papa werden

Papa werden – So war der erste Windelwechsel


In diesem Beitrag schildere ich meine eigenen Erfahrungen im Umgang mit den ersten aufregenden Stunden nach der Geburt meiner kleinen Tochter. Papa werden ist herausfordernd. Das stellte ich insbesondere in einer schwierigen Situation körperlicher Erschöpfung fest. Nämlich in dem Moment, in dem ich die Kleine das erste Mal allein wickeln sollte. Was ich dabei trotz Müdigkeit gelernt habe, stelle ich Dir in 3 wichtigen Tipps für frischgebackene Väter (und Mütter) vor.

Wenn das Adrenalin nachlässt

Meine Kleine wurde ganz in der Früh geboren. Wir waren die ganze Nacht wach und dementsprechend müde. Die Geburt verlief Gottseidank ohne Komplikationen für Mutter und Kind.

Neugeborene scheiden bekanntlich als ersten Stuhlgang in den Stunden nach der Geburt das Kindspech – Mekonium – aus. Das erste Mal, dass sie in ihre winzige Windel gemacht hatte, haben wir gar nicht so richtig mitbekommen. Der Geruch hatte es uns schlussendlich dann doch verraten.

Gar nicht so einfach: Das erste Mal wickeln

Nach den ersten medizinischen Untersuchungen war ich nun an der Reihe, meine Süße in das Untersuchungszimmer auf der Geburtsstation zu bringen und sie zu wickeln. Ihre Mutter wurde von Ärzten untersucht und sollte auch endlich mal durchschnaufen. Und natürlich lag es an mir, dem stolzen Papa, den ersten wirklichen Wickelvorgang vorzunehmen. Ganz so, wie ich es in den beiden Vorbereitungskursen von Hebammen gelernt hatte. Leider lag der Kurs schon einige Wochen zurück.

Ich packte meine Tochter in das fahrbare Beistellbett und machte mich auf den Weg Richtung Untersuchungszimmer, um sie das erste Mal zu wickeln. Bei der Geburt war ich natürlich sehr aufgeregt gewesen und das Adrenalin hatte mich wachgehalten. Nun aber ließ es nach und die Müdigkeit forderte ihren Tribut. Ich konnte mich kaum konzentrieren, das muss ich wirklich so sagen. Ich hatte ziemliche Angst, der Kleinen irgendwie wehzutun oder sie fallenzulassen. Ich machte also die Windel auf… und da war diese grünliche, klebrige Masse.

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Die Rettung: Eine hilfsbereite Stationsschwester

Ich versuchte verzweifelt, diesen grünen Kleber mit einem Reinigungstuch von den Beinchen zu wischen, um ihr eine neue Windel anlegen zu können. Doch es klappte einfach nicht. Ich muss offen gestehen, dass mich diese Situation überforderte. Jetzt im Nachhinein, mit gefühlten Millionen von Wickelvorgängen, kommt mir das seltsam vor. Mittlerweile habe ich Routine. Damals allerdings habe ich meinen kleinen Wonneproppen einfach nicht sauber gekriegt.

Eine der Stationsschwestern hat meine wachsende Verzweiflung mitbekommen. Ich muss wohl ziemlich hilfsbedürftig ausgesehen haben. Wahrscheinlich haben schon so einige frischgebackene Väter in dieser misslichen Lage gesteckt, aber das ist nur eine Vermutung. Klar, die junge Mutter hatte natürlich viel mehr geleistet als ich. Sie hatte gerade ein Baby zur Welt gebracht. Ich war allerdings – obwohl nur Zuschauer – ebenfalls todmüde.

Die Schwester kam dann zu mir rüber an den Wickeltisch. Sie schob mich sanft zur Seite, schnappte sich ein paar Reinigungstücher und schwuppdiwupp – nach ungefähr einer Minute war meine Kleine sauber. Und ich war sehr dankbar über diese Hilfe.

Papa werden: 3 praktische Tipps

Akzeptiere Dein eigenes Unwissen

Das Tolle an der Reinigungsaktion durch die Schwester war, dass ich sogleich merkte, dass ich mich keineswegs allein der Situation stellen musste. Denn nun erklärte mir die hilfsbereite Schwester genau und ruhig, wie ich meinem Baby am einfachsten eine neue Windel anlege. Das war nicht so einfach, ich hatte es mir jedenfalls einfacher vorgestellt. Die Erklärung gab mir wieder etwas Sicherheit.

Die Schwester zeigte mir zum Beispiel, wie die Windel umgeschlagen wird damit der Nabelrest nicht schmerzhaft gequetscht wird. Sie half mir auch beim Bewegen meines Winzlings, der sich in meinen Händen nicht wie ein Wesen mit Knochen und Muskeln verhielt, sondern eher wie etwas festerer Wackelpudding.

Ich kann Dir also den Ratschlag geben: Akzeptiere es, wenn du das Gefühl hast, nicht weiter zu kommen. Es ist völlig in Ordnung, sich im Krankenhaus von Profis helfen zu lassen. Nimm diese Hilfe ohne schlechtes Gewissen an. Falls Du es mit müdem Geiste noch schaffst, nutze die Gelegenheit und lerne vielleicht sogar noch was dazu. Zum Beispiel schnelles Wickeln und sicheres Bewegen Deines Babys.

Erste Erfahrungen mit Baby: Nimm die Situation an

Du hast Dir bestimmt vor der Geburt, ähnlich wie die angehende Mutter, Dinge wie das erste Wickeln, die Zeit unter der Geburt und danach ausgemalt. So, wie Du es gerne hättest. Doch das funktioniert meistens nicht auf diese Weise. Nimm die Situation an, wie sie sich Dir darstellt. Versuche, das Beste für dein neugeborenes Kind daraus zu machen. Auch wenn es nicht Deinem Plan entspricht.

Das habe ich auch versucht: Nachdem die Schwester mein Baby schnell saubergemacht hatte, habe ich es mit ihrer Anleitung irgendwie geschafft, meiner Kleinen einen Body anzuziehen. Ich konnte sie ja nicht halb nackig aufs Zimmer zurückbringen. Ich weiß zwar nicht mehr genau, wie, aber ich habe das irgendwie hinbekommen. Und das obwohl ich vorher beim Reinigen und Wickeln kläglich versagt hatte.

Sei gelassen im Umgang mit dem Neugeborenen

Als ich meiner Tochter den Body anzog, habe ich versucht, sie mit Gelassenheit zu bewegen und trotz meiner Müdigkeit auf die Erläuterungen der Schwester zu achten. Obwohl sie sich so weich wie Pudding in meinen Händen anfühlte und total zerbrechlich wirkte, habe ich es doch erreicht, sie hin- und herzudrehen, ihre Miniärmchen in die Ärmel zu stecken und die Knöpfchen zuzumachen. Das alles ohne ihr wehzutun. Sie hat sich jedenfalls nicht beschwert.

Deswegen mein Tipp an Dich: Habe Mut, Dein kleines Wunder hochzunehmen, zu wickeln, festzuhalten, anzuziehen und zu bewegen, so wie Du es eben brauchst. Dein kleines Baby ist darauf angewiesen, dass Du diesen Mut aufbringst!

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