Toxoplasmose

Toxoplasmose – Ein Risiko in der Schwangerschaft


Eine Toxoplasmose-Infektion ist für Dich harmlos, aber für Dein ungeborenes Kind kann es schwere Folgen haben. Wie man sich ansteckt und welche Risiken damit verbunden sind erfährst Du jetzt.

Was ist Toxoplasmose?

Eine Toxoplasmose ist eine Infektion mit bestimmten Parasiten, den sogenannten “toxoplasma gondii”. Solch eine Infektion kommt häufig vor und Schätzungen zeigen, dass ein Drittel der Menschen weltweit bereits Kontakt mit diesen Parasiten hatte. Toxoplasmen leben in Säugetieren wie Rindern, Schweinen, Mäusen oder Ratten. Um sich zu vermehren und Eier zu legen brauchen die Parasiten eine Katze. Frisst die Katze z.B. das Fleisch einer infizierten Maus, so bilden die Parasiten Eier, die die Katze über den Kot ausscheidet. Nach einigen Tagen werden diese Toxoplasmen selbst infektiös und können im Erdreich lange überleben. Eine Weiterverbreitung durch Wind und Regen erfolgt rasend schnell, weswegen auch so viele Menschen bereits Kontakt zu Toxoplasmen hatten.

Wie kommt es zu einer Ansteckung?

Der häufigste Weg, sich mit Toxoplasmose zu infizieren, ist der Verzehr von infiziertem Fleisch. Rohes oder nicht ausreichend erhitztes Fleisch, beispielsweise ein Rindersteak, kann zu einer Ansteckung führen. Außerdem kann auch Obst und Gemüse verseucht sein, die Erde im eigenen Garten und natürlich Katzenkot selbst.

Welche Symptome deuten auf eine Toxoplasmose hin?

Sehr häufig – in etwa 85-90% der Fällen – bleibt eine Infektion mit Toxoplasmen unentdeckt, da sie ohne Symptome verläuft. Manchmal kann es aber zu grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Gliederschmerzen und Abgeschlagenheit kommen. Eine eindeutige Diagnose kann nur eine Blutuntersuchung geben. Bei einer akuten Erkrankung in der Schwangerschaft muss schnell gehandelt werden.

Wie gefährlich ist eine Toxoplasmose?

Normalerweise ist eine Infektion völlig harmlos. Viele Menschen hatten Kontakt zu den Erregern und sind dann auch immun. In der Schwangerschaft kann die Toxoplasmose jedoch sehr gefährlich werden. Für Dich als Schwangere nicht, aber für Dein ungeborenes Kind. Die Infektion mit Toxoplasmen kann zu schweren Entwicklungsverzögerungen und Frühgeburten führen – im schlimmsten Fall sogar zu einer Totgeburt. Teilweise treten die Auswirkungen auch erst Monate nach der Geburt auf. Viele Kinder leiden unter Augenschäden, Hörproblemen und Lernschwierigkeiten. Aus diesem Grund ist Toxoplasmose in der Schwangerschaft eine meldepflichtige Krankheit.

Wie wird eine Toxoplasmose behandelt?

Wenn es während der Schwangerschaft zu einer Ansteckung kommt gibt es bestimmte Antibiotika, die Du nehmen kannst. Ob Dein Baby Schäden davon trägt oder nicht hängt von vielen Faktoren ab, wie z.B. dem Zeitpunkt der Infektion oder Deinem Immunsystem. Mithilfe von Ultraschalluntersuchungen kann man erste Hinweise auf eine mögliche Schädigung finden. Ebenso kann Dein Gynäkologe nach der 20. SSW eine Fruchtwasseruntersuchung durchführen, die ebenfalls Aufschluss darüber geben kann, ob die Toxoplasmen das Kind erreicht haben. Auf jeden Fall wird die Schwangerschaft bei einer akuten Erkrankung engmaschiger überwacht.

Wie kannst Du Dich schützen?

Dein Frauenarzt kann mit einer Blutuntersuchung einen Toxoplasmose-Test durchführen. Dieser zeigt an, ob Du immun gegen die Erkrankung bist oder nicht. Nicht alle Krankenkassen übernehmen die Kosten, es sei denn, es liegt ein konkreter Verdacht für eine Infektion vor. Wenn Du einige Dinge beachtest bist Du vor einer Ansteckung gut geschützt:

  • Verzicht auf rohes Fleisch
    Die Parasiten sind glücklicherweise recht hitzeempfindlich und sterben ab, wenn Fleisch gut durchgebraten wurde.
  • Obst und Gemüse gut waschen
    Wenn Du Salat oder rohes Gemüse isst solltest Du es vorher gründlich waschen bzw. schälen, sodass keine Parasiten mehr an den Lebensmitteln haften.
  • Vorsicht bei Katzen
    Wenn Du eine eigene Katze hast, die auch nach draußen darf, sollte das Katzenklo während der Schwangerschaft nicht von Dir gereinigt werden. Falls es nicht zu vermeiden ist solltest Du unbedingt Handschuhe tragen und im Anschluss gründlich die Hände waschen. Außerdem solltest Du keine freilaufenden Katzen streicheln.
  • Vorsicht bei der Gartenarbeit
    Da die Parasiten bis zu 18 (!) Monaten in der Erde infektiös sein können solltest Du bei der Gartenarbeit Handschuhe tragen und anschließend auch gründlich die Hände waschen.

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