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Von Barrakudas und TrÀumern: Zu welchem Stilltyp gehört Dein Baby?


Ist Dir schon einmal aufgefallen, wie verschieden sich Babys an der Brust verhalten? Ich dachte immer, das Stillen würde bei allen Säuglingen ungefähr gleich ablaufen. Dass es das nicht tut, ist mir relativ schnell nach der Entbindung meiner Tochter aufgefallen. Sie benahm sich so hektisch, dass das Anlegen und Trinken mehr schlecht als recht funktionierten. Ich bemerkte, dass andere Kinder viel ruhiger waren. Tatsächlich wusste ich bis vor Kurzem nicht, dass sich sogar die Wissenschaft mit diesem Thema auseinandergesetzt hat. Zu welchem Stilltyp Dein Baby gehört und was Du bei Problemen tun kannst, erfährst Du hier.  

Still-Geschichte: Neugierige Wissenschaftler und 5 Baby-Stilltypen

Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts interessierten sich Wissenschaftler für das unterschiedliche Stillverhalten von Säuglingen. Einige Mediziner schlossen sogar vom Verhalten der Babys an der mütterlichen Brust auf ihre spätere Entwicklung.

Vor rund 70 Jahren setzte sich dann der US-Kinderarzt G.R. Barnes mit den verschiedenen Stilltypen bei Babys auseinander. Er legte 5 Kategorien fest. Mal sehen, ob Du Dein Baby einem der Stilltypen zuordnen kannst:

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  • Der Genießer
  • Der Zauderer
  • Der Träumer
  • Der Nervöse
  • Der Barrakuda

    😋 Der Genießer: Gemächlicher Feinschmecker

    Dieser Baby-Stilltyp benimmt sich beinahe wie ein Feinschmecker im Gourmet-Restaurant. Er lässt sich viel Zeit beim Trinken, anfangs scheint er sogar mit der Brust zu spielen. Es kann passieren, dass das Baby nur kurz ansaugt, dann wieder loslässt. Scheinbar möchte es einfach nur jede Geschmacksnuance genießen?

    Möglicherweise liegt es aber auch daran, weil dieser Stilltyp sich schnell von der Umwelt ablenken lässt. Dieses Baby wirkt ruhig, es trinkt gleichmäßig, benötigt aber für eine Milchmahlzeit ungewöhnlich lang.   

    Während einige Wissenschaftler im 19. Jahrhundert davon ausgingen, dass das Still-Verhalten angeboren ist, kann es aber auch andere Ursachen haben. Beim Stilltyp des Genießers könnte etwa mangelnder Hunger dahinterstecken, dass er sich so viel Zeit lässt.

     
    • Vielleicht wartest Du deshalb noch etwas mit dem Stillen, bis das Baby mehr Appetit hat.
    • Es besteht auch die Möglichkeit, dass etwas an der Art und Weise, wie Du das Baby anlegst und hältst, nicht optimal passt. Du kannst in diesem Fall einmal die asymmetrische Anlegetechnik ausprobieren.
    • Manchmal hilft es auch, wenn Du Dich mit freiem Oberkörper gemütlich zurücklehnst. Das Genießer-Stilltyp-Baby legst Du auf Deine Brust. Es wird normalerweise anfangen, nach der Brustwarze zu suchen und bei Erfolg zu trinken. Diese Technik heißt auch Bergauf-Stillen.

    Der Genießer braucht für gewöhnlich nur Hilfe von Ärzten oder Hebammen, wenn Du den Eindruck hast, dass er unzufrieden ist oder nicht genug Milch bekommt.  

    😥 Der Zauderer: Stillen ist ja so anstrengend!

    Der Zauderer fällt vorwiegend in den ersten Lebenstagen auf. Babys von diesem Stilltyp scheinen kein besonderes Interesse an der Brust und dem Stillen zu haben. Ihr Saugverhalten wirkt eher zögerlich. So richtig kräftig nuckeln mögen oder können sie nicht.

    Eventuell hast Du auch den Eindruck, dass das Saugen einfach zu anstrengend für Dein Baby ist. Das kann gut sein, schließlich erfolgte die Versorgung im Bauch automatisch. Jetzt muss das Baby plötzlich selbst etwas dafür tun. Da kann man schon einmal ins Zaudern kommen.  

    • Wichtig ist, dass Du nicht ängstlich wirst, wenn Dein Baby in den ersten Tagen kaum Interesse am Stillen zeigt. Lege es trotzdem regelmäßig an.
    • Wenn Du unsicher bist, hole Dir Unterstützung von der Hebamme oder einer Stilberaterin.

    In der Regel gewöhnt sich der Zauderer relativ schnell ans Stillen und saugt dann genauso kräftig wie andere Babys auch.  

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    😴 Stilltyp Träumer: In den Schlaf stillen

    Das Träumerchen entspannt sich beim Stillen vollkommen. Bei diesem Stilltyp kannst Du Dir oftmals jedes Einschlafritual sparen. Ein Nachteil ist, dass das Stillen dadurch oft sehr lange dauert. Das Baby stoppt zwischendurch immer wieder oder schläft sogar beim Stillen ein. Wenn Du es dann ablegst, ist es vielleicht noch nicht satt und quengelt kurze Zeit später.  

    Tipps, um den Träumer-Stilltyp wachzuhalten: 

    • Stille in einer möglichst aufrechten Position. 
    • Kitzle das Baby leicht im Nacken oder an den Füßen, wenn es einschläft. 
    • Ziehe das Baby zum Stillen aus. Wenn es kühler ist, schläft man nicht so leicht ein.  
    • Wechsle die Position beim Stillen regelmäßig.  

    Du musst Dein Baby nicht unbedingt beim Stillen aufwecken. Hebamme Christina Schmid erklärt in ihrem Beitrag, wann es notwendig ist und wie Du am besten vorgehst.

    😵 Der Nervöse: Arm-Rudern und Frust

    Es gibt aber nicht nur die Babys, die beim Stillen vollkommen ruhig sind, sondern auch das genaue Gegenteil. Der Nervöse, Aufgeregte oder Hektiker fällt direkt durch wild wedelnde Arme auf. Außerdem bewegt das Baby sein Köpfchen rasch hin und her. Dieser Stilltyp bekommt oftmals die Brust nicht richtig zu fassen und schreit dann frustriert los. 

    Der Grund für dieses nervöse Verhalten liegt oftmals an zu großem Hunger. Möglicherweise wartest Du zu lange, bis Du das Baby anlegst. Gerade anfangs musst Du Dich erst auf Dein Kind und seine Hungerzeichen einstellen. Es können aber auch andere Gründe vorliegen: 

    Versuche Dein Kind häufiger anzulegen, dann ist der Hunger nicht so groß. Probiere auch andere Still- und Anlegetechniken aus. Falls das alles nichts bringt, lass Dich von der Hebamme oder einer Stillberaterin unterstützen.  

    🦈 Stilltyp Barrakuda: Hat die Brust zum Fressen gern

    Der Baby-Stilltyp des Barrakudas klingt blutrünstig, ganz so schlimm ist es aber nicht. Dabei können durchaus wunde und blutige Brustwarzen beim Stillen vorkommen. Der Barrakuda stürzt sich gierig auf die Brust. Einmal angelegt, trinkt er kräftig und das Stillen dauert zwischen 10 und 20 Minuten.  

    Falls Du einen Barrakuda zu Hause hast, lege ihn unbedingt rechtzeitig an. Denn wenn der Hunger zu groß wird, kann das Trinken bei diesem Stilltyp schmerzhaft sein. Lege Dein Baby auch möglichst häufig an. Du kannst obendrein versuchen, das Baby im Halbschlaf zu stillen. Dann trinkt es in der Regel auch nicht so stark.  

    Solltest Du wunde Brustwarzen haben oder unter Schmerzen beim Stillen leiden, suche Dir sofort Hilfe. Du kannst Dich an die Hebamme oder den Frauenarzt wenden. Dort wird Dir schnell geholfen. Stillen sollte ein schmerzfreier und angenehmer Vorgang sein.  

    Welchen Baby-Stilltyp hast Du? 

    Unter welche Kategorie fällt Dein Baby? Meine Tochter war ganz klar eine nervöse Trinkerin. Allerdings hat sich das durch die Hilfe von einer professionellen Stillberaterin rasch gelegt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hatten wir eine wunderbare und lange Stillbeziehung, die ich nicht missen möchte.  

    Während die Wissenschaftler im 19. Jahrhundert Rückschlüsse vom Stillverhalten auf die spätere Entwicklung zogen, spielt diese Ansicht heute keine Rolle mehr. Auch ich kann nicht bestätigen, dass meine Tochter heute noch ein hektischer oder nervöser Typ wäre.


    Welchem Stilltyp kannst Du Dein Baby zuordnen? Schreib in die Kommentare!


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