Wenn Geschwister fast gleich alt sind – Tipps für den Alltag mit zwei Kleinkindern


Füttern und Wickeln im Doppelpack: Der Alltag mit zwei Babys ist stressig, aber machbar. Am besten, Ihr verabschiedet Euch zuallererst vom Perfektionismus. Um diesen und um weitere Tipps für die erste Zeit mit Kindern mit geringem Altersabstand geht es im folgenden Artikel.

Aller Anfang ist schwer

Ständig hin- und hergerissen fühlte sich Juliane Hoffmann, als sie im Februar 2014 nach der Entbindung von ihrem zweiten Kind Benjamin nach Hause kam. „Ich stand plötzlich die ganze Zeit vor Entscheidungen. Zum Beispiel: Wickle ich zuerst Clara oder stille ich zuerst Benjamin? Oder in welcher Reihenfolge beruhige ich die Kinder, wenn beide gleichzeitig schreien? Ich hatte das Gefühl, nicht beiden gleichzeitig gerecht werden zu können. Hoffmanns Kinder kamen mit einem Altersabstand von 13 Monaten zur Welt – in Deutschland liegen derzeit zwischen den Geburten des ersten und zweiten Kindes durchschnittlich drei Jahre. Ein Altersabstand unter zwei Jahren birgt besondere Herausforderungen, denn gefüttert, gewickelt und gebadet wird im Doppelpack. Trotzdem haben, im Gegensatz zu Zwillingen, beide Kinder unterschiedliche Bedürfnisse.

Geringer Altersabstand hat auch Vorteile

Das ältere Kind ist noch relativ unselbstständig, der Nachtschlaf wird durch zwei Kinder häufiger unterbrochen. Viele Anschaffungen müssen doppelt gemacht werden, etwa Gitterbettchen und Hochstuhl. Unter Umständen muss ein Geschwisterkinderwagen zum Einsatz kommen. „Mehrere kleinere Kinder verursachen anfangs zusätzliche Arbeit. Später hat man es allerdings leichter. Bei einer guten Beziehung der Geschwister regeln diese einiges unter sich“, heißt es im Familienhandbuch des Staatsinstituts für Frühpädagogik. Ein geringer Altersabstand könne zu großer persönlicher Nähe zwischen den Geschwistern führen.

Vorerst jedoch muss der Alltag mit zwei kleinen Geschwistern, die fast gleich alt sind gemeistert werden. Das bedarf großen Organisationstalents und den Abschied vom Perfektionismus. „Gut, wenn die Eltern schon beim ersten Kind gelernt haben, fünfe auch mal grade sein zu lassen, dem Kind lieber mal ein ungebügeltes T-Shirt anziehen und sich stattdessen Zeit für ein gemeinsames Puzzle nehmen. Beim zweiten Kind sollte man diese Souveränität auf jeden Fall entwickeln“, empfiehlt Jeanette Stark-Städele in ihrem Elternratgeber „Mein Geschwisterchen“.

Kontakte knüpfen und sich kleine Auszeiten gönnen

Stark-Städele rät jungen Eltern dazu, im Haushalt zu rationalisieren, soziale Kontakte zu anderen jungen Müttern und Vätern zu knüpfen und sich kleine Auszeiten zu gönnen. „Nehmen Sie sich wenigstens regelmäßige Viertelstunden für ungestörte Bad-Zeiten, kurzes Innehalten oder einen regelmäßigen Spaziergang“, schreibt sie. Zeit für sich selbst werde zwar knapp, dürfe aber nicht ganz entfallen.

Die Autorin hat auch ganz praktische Tipps und Tricks parat. Etwa auf das tägliche Bad beider Kinder zu verzichten und stattdessen auf Waschlappen zurückzugreifen. Hoffmann entdeckte das Tragetuch für sich. Während es bei ihrer Tochter fast nie zum Einsatz kam, ist der inzwischen vier Monate alte Benjamin ein richtiges „Känguruh-Baby“. Erstens bin ich von den Vorteilen des Tragens überzeugt und zweitens kann ich auf diese Weise viel parallel erledigen“, ergänzt Hoffmann. So räumt sie beispielsweise die Spülmaschine aus, während Baby Benjamin im Tragetuch ein Mittagsschläfchen hält.

Buchtipp: “Mein Geschwisterchen: Wenn das zweite Kind kommt” von Jeanette Stark-Städele, erschienen im Urania-Verlag, Auflage 7, September 2007

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