Zervixschleim

Zervixschleim: So erkennst Du Deine fruchtbaren Tage


Ich erkläre Dir heute, wie Du anhand Deines Zervixschleim einfach und ganz kostenlos herausfinden kannst, ob Du Dich in einer fruchtbaren Phase Deines Zyklus befindest.

Wenn Du planst, schwanger zu werden, stehen Dir heutzutage allerhand interessante Möglichkeiten zur Verfügung, Deine fruchtbaren Tage zu berechnen: Angefangen von Ovulationstests, die anhand Deines Urins den Eisprungzeitpunkt bestimmen können, über Fertilitätsmonitore und Zykluscomputer bis hin zu Apps, die Dir für jeden Tag die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis vorhersagen, befinden sich viele nützliche, aber zum Teil auch sehr teure Geräte und Tests auf dem Markt.

Zervixschleim: Was ist das überhaupt?

Cervix ist der medizinische Begriff für den Gebärmutterhals.  Dieser ist mit Drüsen ausgestattet, die ein Sekret absondern, den sogenannten Zervixschleim. Dieser verändert sich im Laufe Deines Zyklus, was Du Dir zunutze machen kannst, um Deine fruchtbaren Tage und den Eisprungzeitpunkt zu bestimmen.

Der Zervixschleim am Gebärmutterhals schützt deine Gebärmutter normalerweise vor dem Eindringen von Bakterien und lässt auch Spermien nur in einem bestimmten Zeitraum des Zyklus weiter vorankommen. Er bildet außerhalb der fruchtbaren Zeit einen zähflüssigen Pfropf, der den Gebärmutterhals verschließt.

Wie sich der Schleim im Laufe des Zyklus verändert

Am Anfang Deines Zyklus wird nur sehr wenig Schleim produziert. Dieser ist zunächst klebrig, zäh und dickflüssig. Je näher Dein Eisprung rückt, desto klarer, elastischer und wässriger wird der Zervixschleim. Um den Eisprungzeitpunkt herum – also dann, wenn Du schwanger werden kannst – ist der Schleim so glasig und durchgängig, dass Spermien nun sehr einfach den Gebärmutterhals passieren können.

In der zweiten Hälfte des Zyklus dagegen wird der Zervixschleim erneut weiß, zähflüssig, undurchlässig und auch in der Menge weniger. Deine fruchtbare Phase ist nun zu Ende.

Die Beschaffenheit des Zervixschleims und was sie über Deine Fruchtbarkeit aussagt

Die Schleimauswertung zur Bestimmung der fruchtbaren Tage ist eine Methode der Natürlichen FamilienPlanung (NFP). Sie ist nach ihrem „Erfinder“ benannt und wird auch als Billings-Methode bezeichnet. Sie eignet sich nicht als alleinige Maßnahme zur Verhütung, ist aber ein wunderbares Mittel, um den Eisprungzeitpunkt zu bestimmen.

Alles zum Thema Kinderwunsch

Aboniere jetzt unseren Newsletter und erhalte jede Woche interessante Artikel

Jederzeit abbestellbar | Datenschutzerklärung

Wo und wie Du den Zervixschleim findest und wie Du ihn bestimmst

Fühlen

Ein erstes Indiz für Deine Fruchtbarkeit ist Dein Gefühl: In der ersten Zyklushälfte fühlt sich die Scheide meist trocken an. Je näher der Eisprung rückt, desto feuchter ist es am Eingang der Scheide. Wenn Du Deinen Körper schon eine Weile lang beobachtest, wirst du feststellen, dass sich Dein Scheideneingang rund um den Eisprung immer nasser anfühlt.

Hinweis: Zervixschleim ist nicht gleichzusetzen mit dem Scheidensekret, das gebildet wird, wenn Du erregt bist.

Beobachten

Um den Zervixschleim ansehen zu können, musst Du ihn natürlich erst einmal finden. Es gibt zwei Möglichkeiten, den Schleim abzunehmen: Entweder direkt am Scheideneingang oder am Muttermund. Letztere Methode ist insbesondere dann sinnvoll, wenn Du zu den Frauen gehörst, die generell wenig Zervixschleim produzieren oder wenn Du am Eingang der Scheide zu wenig Material für eine Beurteilung vorfindest.

Zur Abnahme des Zervixschleims am Muttermund stellst Du am besten ein Bein erhöht (z. B. auf den Badewannenrand oder die Toilette) und führst Deinen sauberen Finger ca. 7-10 cm tief in die Scheide ein. Wenn Du auf der Seite, die zur Bauchdecke hin zeigt, einen Knubbel ertasten kannst, hast Du Deinen Muttermund gefunden. Nun fährst Du dort vorsichtig mit dem Finger entlang, um etwas Schleim zu entnehmen.

Wie der Schleim wann aussieht

Menge: In der unfruchtbaren Zeit ist kaum Zervixschleim vorhanden. Je näher der Eisprungzeitpunkt rückt, desto größer wird die Schleimmenge.

Farbe: Zudem verändert sich der Schleim im Aussehen und ist zunächst weiß, weißlich oder gelblich und trüb bis er näher am Eisprung immer durchsichtiger und glasiger wird.

Die Konsistenz des Schleims

Beschaffenheit: Im Laufe des Menstruationszyklus verändert sich auch die Beschaffenheit des Zervixschleims. Der Schleim ist zunächst cremiger, dick- und zähflüssiger und nicht spinnbar. Steht Dein Eispung an, so zieht der Zervixschleim zwischen Deinen Fingern (z. B. Daumen und Zeigefinger) lange Fäden und ist elastisch. Dünnflüssiger, eiweißartiger Zervixschleim bedeutet immer eine (erhöhte) Fruchtbarkeit.

Schleim auswerten: Wie oft und womit?

In der „Lernphase“ solltest Du den Zervixschleim mindestens einmal täglich, gegebenenfalls sogar ein zweites Mal am Tag bestimmen. Wenn Du Deinen Körper später schon besser kennst und ein Schleimmuster erkannt hast, kann es ausreichen, den Schleim seltener zu beobachten.

Um den Schleim auszuwerten, solltest Du Dein Empfinden, das Aussehen und die Beschaffenheit des Zervixschleims täglich notieren. Zum korrekten Auswerten eignet sich beispielsweise auch die Apps myNFP oder Ovuview. Selbstverständlich kannst Du die fruchtbaren Tage auch einfach für Dich auf einem handgeschriebenen Blatt Papier festhalten.

Übrigens: Um Deine fruchtbaren Tage noch besser eingrenzen zu können, kannst Du parallel dazu die Temperaturmethode nutzen.

5 Kommentare zu “Zervixschleim: So erkennst Du Deine fruchtbaren Tage

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.