weibliche zyklus

Der weibliche Zyklus


Der weibliche Zyklus scheint eine ziemlich komplizierte Sache zu sein. Insbesondere, wenn Du Dich mit Deinem Partner in der Kinderwunschphase befindest. Aber wenn Du lernst, ein bisschen auf Deinen Körper zu hören und die Signale richtig zu deuten, wirst Du sehr schnell wissen, wie der weibliche Zyklus funktioniert und ob Du empfängnisbereit bist. Wir erklären Dir, worauf Du achten musst.

Was ist der weibliche Zyklus?

Der weibliche Zyklus beginnt am 1. Tag Deiner Monatsblutung und endet mit dem Tag vor der nächsten Blutung. Laut Lehrbuch dauert ein Zyklus 28 Tage, der Eisprung findet in der Mitte – also am 14. Tag statt. Doch das ist keinesfalls der normale Standard – in der Realität ist jede Frau anders.

Viele Frauen haben einen sehr kurzen Zyklus von 24 Tagen. Einige Frauen haben aber auch einen sehr langen Zyklus von 31 oder sogar mehr Tagen. Aber egal, ob kurzer oder langer Zyklus, beides ist normal.

Hinweis: Ist die zweite Zyklushälfte kürzer als die erste Hälfte, dann solltest Du mit Deinem Frauenarzt sprechen, es könnte eine Gelbkörperschwäche oder eine andere hormonelle Störung vorliegen.

Hier findest Du mehr Infos zur Gelbkörperschwäche.

Eines ist aber immer gleich: der Zyklus endet mit dem Einsetzen Deiner Periode. Bitte bedenke aber, dass das Einsetzen der Periode kein sicheres Anzeichen für einen Eisprung ist.

Der weibliche Zyklus und seine Phasen

Die Menstruationsphase

Der erste Tag der Periode ist immer der Beginn Deines neuen Zyklus. Während dieser Zyklusphase stößt Dein Körper die gebildete Gebärmutterschleimhaut, sowie das unbefruchtete Ei ab. Wenn Du keinen Eisprung hattest, enthält Deine Periodenblutung nur die Schleimhaut der Gebärmutter. Dieses Abstoßen dauert dauert normalerweise drei bis fünf Tage.

Während dieser Zeit verlierst Du zwischen 20 und 100 Milliliter Blut. Der Verlauf der Periode ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Einige verlieren am ersten Tag sehr viel Blut, während andere Frauen berichten, dass der zweite oder dritte Tag am stärksten ist.

Viele Frauen leiden zudem unter starken Regelschmerzen. Das liegt daran, dass Dein Körper während der Periode Hormone ausschüttet, die die Gebärmutter dazu zwingen, die Schleimhaut, die sich gebildet hat, abzulösen. Viele Frauen haben mäßige bis keine Schmerzen, andere wiederum klagen über sehr starke Schmerzen und sind oft gezwungen starke Schmerzmittel einzunehmen.

Die Vorbereitung auf den Eisprung

In der nächsten Phase wird Dein Körper auf eine Schwangerschaft vorbereitet. Die obersten Schichten der Gebärmutterschleimhaut werden nach der Abstoßung langsam durch die Wirkung von Östrogenen wieder erneuert. Im Eierstock wird durch das FSH (=Follikel stimulierende Hormon) das Wachstum eines Eibläschens, auch Follikel genannt, angeregt. Das Eibläschen ist mit einer Flüssigkeit gefüllt und enthält eine Eizelle. Dein Gebärmutterhals ist durch einen Schleimpfropf verschlossen. Nach und nach wächst das Eibläschen heran, im Inneren nimmt die Flüssigkeitsmenge zu, so dass der Innendruck ansteigt und das Ei „sprungbereit“ ist.

Die Ovulationsphase

Nun seigt Dein Östrogenspiel immer weiter an. In dieser Phase steigt das luteinisierende Hormon (LH) stark an. Während dieser Phase würde ein Ovulationstest möglicherweise positiv ausfallen. Der Anstieg des LH-Wertes ist dafür verantwortlich, dass der sog. “Dominate” Follikel platzt.

Die nun reife Eizelle macht sich jetzt auf den Weg Richtung Eierstock und ist dabei befruchtungsfähig. Dieser Vorgang wird dann auch Eisprung genannt.  

Wenn der Eisprung stattfindet, öffnet sich der Muttermund ein wenig, so dass Spermien leichter hindurch gelangen können. Er findet etwa 14 Tage vor Beginn der nächsten Periode statt.

Deine Eizelle bleibt nach dem Eisprung zwischen 12 und 24 Stunden befruchtungsfähig. Bitte bedenke aber, dass Spermien in Deinem Körper zwischen drei und fünf Tagen überleben können. Wenn Du also einige Tage vor Deinem Eisprung sexuell aktiv warst, ist es durchaus möglich, dass sich noch Spermien in Deinem Körper befinden und das Ei dann befruchten.

Doch nicht jede Frau hat ihren Eisprung am 14. Tag. Wenn Du Deine Basaltemperatur misst und Deinen Zervixschleim beobachtest und dokumentiert, wirst Du sehr schnell merken, wann Dein persönlicher Eisprungtag ist und wie lange Dein Zyklus dauert.

Mit unserem Eisprungrechner findest Du ganz einfach heraus, wann Deine fruchtbaren Tage sind.

Die Lutealphase

Nach dem Eisprung bleibt der Follikel zurück. Hieraus entwickelt sich jetzt der sogenannte Gelbkörper. Er bildet das Hormon Progesteron. Dieses Hormon verursacht eine verstärkte Sekretion der Drüsen in der Gebärmutterschleimhaut und den Umbau der Gebärmutterschleimhaut. Wenn Eure Eizelle erfolgreich befruchtet wurde, bleibt der Progesteronspiegel nach der Einnistung der Eizelle in der Gebärmutter erhalten. Es kommt somit zu keiner Menstruation.

Kommt es nicht zu einer Befruchtung, schrumpft das Follikel im Eierstock. Währenddessen produziert es aber weiterhin Progesteron. Zudem ist das schrumpfende Follikel auch für die Östrogen-Produktion verantwortlich. Innerhalb dieser Zyklusphase bemerken viele Frauen sogenannte PMS, also prämenstruelle Beschwerden. Zu den häufigsten Beschwerden gehören schmerzende und/oder empfindliche Brüste, Blähungen, Müdigkeit und schlechte Laune.

Wenn das Ei nicht befruchtet wurde, bildet sich der Gelbkörper innerhalb der nächsten zehn Tage zurück und stellt die Progesteronproduktion ein. Die oberen Schleimhautschichten lösen sich ab und die Periode setzt ein. Euer Zyklus beginnt von vorne.

Unsere Texte zu Gesundheitsthemen ersetzen keinesfalls den Arztbesuch.
Mehr Infos dazu findest Du hier.

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