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Alkohol im Essen in der Schwangerschaft – gefährlich oder nicht?


Das Alkohol in der Schwangerschaft ernsthafte Folgen für das ungeborene Kind haben kann, wissen vermutlich die meisten werdenden Eltern. Auch kleine Mengen können sich negativ auf das Kind im Mutterleib auswirken. Alkohol in der Schwangerschaft ist immer gefährlich. Am sichersten ist es, wenn Schwangere in jeder Phase der Schwangerschaft komplett auf Alkohol verzichten. Aber ist das wirklich so einfach? Denn in vielen Lebensmitteln, bei denen Du es nicht erwarten würdest, gibt es versteckten Alkohol. Bedeutet Alkohol im Essen Gefahr für die Schwangerschaft?

Versteckter Alkohol in Lebensmitteln – die Menge macht es

In einer Schnapspraline ist logischerweise Alkohol enthalten. Es gibt aber auch einige Lebensmittel bei denen Du eher keinen Alkohol vermuten würdes. Obstsaft oder Essig gehören dazu. Hier bilden sich durch natürliche Gärung kleine Mengen an Alkohol. Diese sind in der Regel für Schwangere unbedenklich.

Außerdem gibt es Lebensmittel, bei denen es nicht offensichtlich ist, dass Alkohol enthalten ist. Dazu zählt zum Beispiel alkoholfreies Bier. Denn obwohl es alkoholfrei genannt wird, kann es bis zu 0,5 Volumenprozent Alkohol enthalten. 

Versteckter Alkohol in Süßigkeiten

Vor allem bei Süßigkeiten, also zum Beispiel Pralinen mit Likörfüllung, kann durchaus auch mehr Alkohol enthalten sein. Schwangeren wird daher davon abgeraten, diese zu essen. 

Neben den mit Likör, Rum oder Schnaps gefüllten Pralinen, gibt es auch einige Süßigkeiten, bei denen der Alkoholgehalt nicht direkt sichtbar ist und nicht schon der Name verrät, dass Alkohol enthalten ist. Es empfiehlt sich also immer, sich die Zutatenliste genauer anzuschauen, um versteckten Alkohol zu enttarnen. Hier einige Beispiele, in denen Alkohol enthalten sein kann:

  • Schokoladen- und Liköreis (z.B.: Likör, Branntwein, Weißwein)
  • Pralinen, Schokoriegel, Cremeschnitten und Schokoladen (z.B.: Likör, Branntwein, Obstbrand)
  • Weingummi (Wein)
  • Konfitüren und Kompott (z.B.: Branntwein, Obstbrand)

Übrigens: Alkohol in Süßigkeiten sind nicht nur in der Schwangerschaft gefährlich – auch Kinder sollten sie nicht verzehren.

Obst und Obstsäfte mit Alkohol

Es gibt ein paar Obstsorten (z.B.: Bananen), die eine geringe Menge an Alkohol enthalten. Auch bei der Herstellung von Obstsaft (z.B. Apfelsaft) kann durch die Gärung Alkohol entstehen. Diese Mengen sind aber so gering, dass nach heutigem Erkenntnisstand keine Gefahr für Mutter oder Baby ausgeht. 

Versteckter Alkohol in Gebäck und Fertigprodukten

Natürlicher Alkohol bildet sich überall dort, wo zucker- oder stärkehaltige Stoffe durch Hefezellen gären. Das heißt im Umkehrschluss, dass Alkohol nicht nur in Fruchtsäften, sondern zum Beispiel auch in Brot zu finden ist. Aber auch in Fertiggerichten ist Alkohol überraschenderweise oft ein Bestandteil. So kann versteckter Alkohol zum Beispiel in diesen Produkten enthalten sein:

  • Suppen und Soßen (z.B.: Rotwein, Weißwein oder Branntwein)
  • Hühnerfrikassee, Wildgerichte oder Königsberger Klopse (z.B.: Rotwein, Weißwein oder Branntwein)
  • Fischgerichte (z.B.: Branntweinessig, Weißwein)
  • Weinsauerkraut oder Rotkohl
  • Käsefondue (Weißwein oder Obstbrand)
  • Kuchen- und Kuchengebäck (z.B.: Schwarzwälder Kirschtorte, Herrentorte)

Mit Alkohol kochen und backen

Es gibt viele Gerichte, die ihre spezielle Geschmacksnote einem Schuß Alkohol verdanken. Sei es das Glas Weißwein im Risotto, der Rotwein am Sonntagsbraten oder der Rum im Tiramisu: Alkohol in Lebensmitteln kommt häufig vor. Prinzipiell macht es auch hier Sinn auf Nummer sicher zu gehen und auf Alkohol im Essen in der Schwangerschaft zu verzichten. Mal abgesehen von Schwangeren können ja auch Kinder oder Menschen mit einem Alkoholproblem mit am Tisch sitzen. 

Oder spielt es vielleicht doch keine Rolle, weil der Alkohol sowieso verkocht? Wovon hängt das ab?

Wann verkocht Alkohol?

Die Menge des Alkohols spielt definitiv eine Rolle bei der Beantwortung dieser Frage. Wenn Du zum Beispiel angebratenes Fleisch kurz und scharf in der Pfanne mit etwas Wein ablöschst, wird der größte Teil davon umgehend verdampfen. Bei einer ganzen Flasche Wein im Essen, ist dagegen auch nach dem Kochen noch Alkohol im Essen. 

Wichtig zu wissen: Wenn Du den Topf oder die Pfanne mit einem Deckel verschließt, tropft der kondensierte Alkohol zurück in die Pfanne und bleibt im Essen.

Für das Backen gilt dasselbe: Eine geringe Menge Alkohol im Kuchenteig verdunstet beim Backen fast vollständig. 

Kochzeit

Je länger ein Gericht mit Alkohol (ohne Deckel) gekocht wird, um so mehr Alkohol geht verloren. Das dauert aber seine Zeit. Nach einer Stunde Kochzeit ist immer noch ein Viertel des Alkoholgehaltes vorhanden. Gibt es ein Gericht mit Soße, wird der Alkohol auch noch verdünnt. Sodass pro Portion der Alkoholgehalt am Ende nicht sehr hoch ist.

Wichtig zu wissen
Die Siedetemperatur von Alkohol liegt bei 78,3 Grad. Das heißt, dass Alkohol erst ab dieser Temperatur verdampft. Alles unter dieser Temperatur ändert nichts am Alkoholgehalt eines Gerichts.

Essen in Restaurants, Kantinen und Fertiggerichte

In Restaurants oder Kantinen, kannst Du nicht sicher sein, ob mit Alkohol gekocht wird. Und wenn ja, dann weiß man nicht mit wieviel und wie lange gekocht wurde. Im Zweifelsfall also besser zu Hause kochen. Das Gleiche gilt für Fertigprodukte. Wenn Du selber kochst, bist Du auf der sicheren Seite. 

Versteckter Alkohol in Medikamenten

Auch in vielen Medikamenten findet man Alkohol. Ethanol, also reiner, 99,5 prozentiger Alkohol, wird bei der Herstellung von Medikamenten als Lösungsmittel oder Konservierungsmittel benutzt. Aus diesem Grund enthalten viele Medikamente Alkohol. Die Mengen pro Dosis sind aber sehr sehr gering.

Vor allem bei der Herstellung pflanzlicher Medikamente wird Ethanol, also Alkohol, verwendet, um das Arzneimittel besonders wirksam zu machen. Es werden dabei zum Beispiel Kräuter über längere Zeit in Alkohol eingelegt, bevor sie weiter verwertet werden.

Einige Medikamente werden deshalb Schwangeren nicht geraten. Am besten Du sprichst Medikamente immer vorher mit Deinem Arzt/ Deiner Ärztin ab. In Medikamenten enthaltener Alkohol muss außerdem im Beipackzettel aufgelistet sein.

Alkohol im Essen und in Getränken – Fazit

Was darfst Du nun als Schwangere essen und was nicht? Zusammenfassend lässt sich sagen: Wenn Du Dir unsicher bist, wie viel Alkohol zum Beispiel in der Bratensoße enthalten ist, weil sie im Restaurant gekocht wurde, verzichte lieber darauf. Von Schnapspralinen raten Experten ab, da sie teilweise verhältnismäßig viel Alkohol enthalten. Lebensmittel, die nur Spuren von Alkohol enthalten, wie Säfte, Brot oder Sauerkraut, kannst Du bedenkenlos in normalen Mengen essen. 

Es kann hier keine allgemeingültige Aussage getroffen werden. Im Zweifel würde ich immer empfehlen, sich für ein Gericht ohne (versteckten) Alkohol zu entscheiden.


Alkohol im Essen und Schwangerschaft: Wie ist oder war das bei Dir? Hast Du bei Lebensmitteln auf den Alkohol-Gehalt geachtet? Hat Dein Partner/ Deine Partnerin mit Dir auf Alkohol verzichtet? Teile Deine Erfahrungen mit uns in den Kommentaren.

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