Kaffee, Nikotin, Alkohol… welcher Verzicht muss in der Schwangerschaft wirklich sein?


Wart Ihr schon einmal sichtbar schwanger auf einer Party? Wenn ja sind Euch sicherlich Leute begegnet, die die althergebrachte Meinung vertreten, ein “Schlückchen” schade ganz sicher nicht… Auch um das Thema Rauchen in der Schwangerschaft ranken sich noch immer die seltsamsten Gerüchte. Ich möchte heute ein bisschen Klarheit in das Thema “Gifte” in der Schwangerschaft bringen und angefangen vom alltäglichen Tässchen Kaffee bis hin zum Thema Alkohol kurz die Fakten beleuchten.

Kaffee / Tee in der Schwangerschaft

Tatsache ist, dass Koffein und Teein (wie in schwarzem oder grünem Tee enthalten) “aufputschend”, kreislaufanregend und muntermachend wirken. Irgendwann tritt ein Gewöhnungseffekt ein und der Körper reagiert nicht mehr so stark darauf, wie anfangs, deshalb sagen viele Leute, sie würden von Kaffee kein bisschen munter.

Koffein wird über die Nabelschnur zum Baby transportiert, d.h. auch dieses kann einen kleinen “Aufputscher” bekommen.

ABER: wie mit so vielen Dingen macht die Menge das Gift. Gegen 2 normale Tassen Kaffee/Schwarztee am Tag ist auch in der Schwangerschaft nichts einzuwenden, damit schadet Ihr Eurem Baby keinesfalls und gerade, wenn man morgens nicht aus dem Bett kommt, wirkt so ein Kaffee manchmal Wunder.

Inzwischen gibt es übrigens sehr gute koffeinfreie Kaffeesorten, denen man ihre “Wirkungslosigkeit” nicht anschmeckt und die für passionierte Kaffeetanten eine echte Bereicherung in der Schwangerschaft sind.

 

Alkohol in der Schwangerschaft

Unlängst wurde im Deutschen Ärzteblatt eine Studie veröffentlicht, die noch einmal ganz deutlich sagt, dass es zu JEDEM Zeitpunkt der Schwangerschaft und bei JEGLICHEM Alkoholgenuss zu Schädigungen am Kind kommen kann. D.h. es macht keinen Unterschied, ob man auf einer Party mal ein Glas Sekt, im Biergarten mal ein Radler oder täglich ein Glas Rotwein trinkt- passieren kann immer etwas!

Die Folgen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft reichen von Entwicklungsverzögerungen bis hin zu schweren Hirnschäden.

In den ersten Wochen gilt das “Alles-oder-nichts-Prinzip”, Ihr müßt Euch jetzt also überhaupt keine Sorgen machen, wenn Ihr in der Frühschwangerschaft, als Ihr noch gar nicht wusstet, dass es sich da im Bauch gerade jemand gemütlich macht, noch Alkohol getrunken habt.

Kommt es in diesem Stadium zu einer Schädigung besteht die Schwangerschaft normalerweise nicht weiter.

Allen, die an dieser Stelle sagen: “Ich habe in meiner Schwangerschaft immer mal ein Gläschen mitgetrunken und ein kerngesundes Kind bekommen” kann ich nur sagen “Glück gehabt!”.

Ein Kind ist so etwas Wertvolles und Besonderes, dass ich es nicht für ein bisschen Prickeln auf der Zunge und ein wenig “Geselligkeit” hätte riskieren wollen. Denn die Folgen trägt in erster Linie ja das Kind, und das vielleicht sein Leben lang….

 

Zigaretten in der Schwangerschaft

Gerade Frauen, die stark rauchen, sagen immer wieder, Ihnen sei vom Arzt geraten worden, in der Schwangerschaft das Nikotin langsam zu reduzieren und nicht ganz aufzuhören.

Das ist totaler Quatsch und ich persönlich habe noch nie einen Arzt einen derartigen Rat aussprechen hören.

Einzig vorstellbar ist für mich, dass man vielleicht sagt, wenn man es mit dem Aufhören gar nicht hinbekommt, ist es besser zu reduzieren. Denn unter Druck rauchen echte Raucher vermutlich eher mehr.

Fakt ist: Rauchen, auch permanentes Passivrauchen (z.B. in der Wohnung mit einem dort rauchenden Partner), ist für das Ungeborene äußerst schädlich.

Die Kinder sind bei Geburt oft deutlich kleiner, weil Rauchen die Gefäße (auch die in der Plazenta) verengt und somit nicht mehr genügend Nährstoffe beim Kind ankommen.

Die Gefahr von Frühgeburten, verzögerter Entwicklung und häufigen Atemwegsinfekten bis hin zum Asthma im Kleinkindalter ist signifikant erhöht und Raucherkinder haben eine größere Gefahr, am plötzlichen Kindstod (SIDS) zu versterben.

Also, holt Euch Hilfe, wenn Ihr selber raucht, z.B. in Form von Akupunktur, Tapen, Homöopathie o.ä. zur Unterstützung der Rauchentwöhnung und bietet diese Hilfestellungen evtl. auch Eurem Partner an.

Weitere Informationen und Tipps bekommt Ihr bei der BzgA, über Euren Frauenarzt oder Eurer Hebamme.

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