Alltagstipps für Familien mit Kindern: So kehrt bei uns Ruhe ein


Meine Kinder schreien gerne und viel. Selbst wenn sie denken, sie unterhalten sich in normaler Lautstärke, handelt es sich in Wirklichkeit um die Vorstufe von Geschrei. Wenn mein Sohn beispielsweise unheimlich aufgeregt ist, weil er gerade als Erster erfahren hat, dass ein Ausflug zu den Großeltern bevorsteht, rast er zu seinen Geschwistern, stellt sich unmittelbar vor sie und schreit dabei: „Wisst Ihr es schon? Wir fahren zu Oma und Opa!“ Meine Tochter fängt in einer solchen Situation an zu weinen, läuft in ihr Zimmer und knallt dabei die Tür zu. Vorher ruft sie uns noch etwas in der Art von „Der Blödmann hat mich angeschrien!“ zu. Mein Jüngster ist härter im Nehmen. Er brüllt zurück. „Du sollst mir nicht ins Ohr schreien!“.

Ungefähr an diesem Punkt vergeht meinem Mann und mir die Lust nach einem Ausflug. Mit diesen 3 Brüllaffen 1,5 Stunden Auto zu fahren macht keinen Spaß und Oma und Opa legen vermutlich auch keinen Wert auf einen Hörsturz. Zu Szenen wie diesen kommt es bei uns leider immer wieder. An anderen Tagen gelingt es uns allerdings auch, die Schreierei auf ein Minimum zu reduzieren. Und das sind dabei unsere Geheimwaffen:

Der Schweigefuchs

Der Schweigefuchs ist für alle, deren Kind eine Spielgruppe, eine Kinderkrippe oder einen Kindergarten besucht, ein alter Hut. Man legt Daumen, Mittelfinger und Ringfinger zusammen, Zeigefinger und kleiner Finger zeigen nach oben. Der so entstandene „Schweigefuchs“ signalisiert den Kindern, dass sie jetzt die Lautstärke runterfahren müssen. Wenn ich bei uns zu Hause den Fuchs auspacke, führt das zu Heiterkeit, denn der Kleine versucht meine Handstellung immer nachzumachen. Weil er sich dabei ziemlich tollpatschig anstellt, müssen die anderen beiden lachen und so ist das Geschrei fürs Erste vergessen.

Der Schrei-Score

Der Schrei-Score ist eine Idee von mir. Man braucht dafür ein Blatt Papier, auf dem namentlich alle Familienmitglieder stehen. Das Papier wird an zentraler Stelle in der Wohnung befestigt – beispielsweise an der Innenseite der Haustür oder am Kühlschrank. Wer schreit, bekommt einen Strich unter seinem Namen. Davon werden auch Mama und Papa nicht ausgenommen. Am Ende der Woche wird nachgezählt und das Familienmitglied mit den wenigsten Strichen bekommt eine kleine Belohnung.

Die Flucht

Wenn gar nichts mehr hilft, man kurz vor dem Tinnitus steht, Gefahr läuft zurückzuschreien und der ohrenbetäubende Lärm einfach kein Ende nehmen will, bittet man den Partner, kurz zu übernehmen und verlässt für 2 Minuten die Wohnung. Draußen tief durchatmen und kurz nachrechnen, wieviele Stunden es noch dauert, bis die Kinder ins Bett müssen ;-).

Das Rede-Verbot und der Rede-Stein

Das Rede-Verbot spricht mein Mann manchmal am morgendlichen Frühstückstisch aus. Es gilt nur für Kinder und wird in Situationen angewendet, in denen mal wieder alle durcheinander reden und versuchen, sich gegenseitig zu übertönen. Während des Sprech-Verbots, das ungefähr 5 Minuten lang dauert, darf man keinen Piep von sich geben. Das führt dazu, dass meine Tochter groteske Handbewegungen macht, um an die für sie unerreichbare Marmelade zu kommen und dass mein Sohn mir mittels Telepathie mitzuteilen versucht, dass er noch ein Frühstücksei möchte. Der Kleinste hält das Sprech-Verbot maximal 30 Sekunden aus und blubbert dann wieder fröhlich drauflos.

Der Rede-Stein ist wie der Schweigefuchs etwas, das wir uns aus dem Kindergarten abgeschaut haben. Wenn alle durcheinander reden, bei uns ist das beispielsweise abends vor dem Ins-Bett-bringen der Fall, wird der Stein ausgepackt. Wer ihn in den Händen hält, darf erzählen, wie sein Tag war. Anschließend wird der Stein weitergegeben. Der Stein ist eine positivere Methode als das völlige Rede-Verbot, am Frühstückstisch jedoch wenig praktikabel, denn da möchte man nicht 5 Minuten sein Herz ausschütten, sondern nur mal eben das Glas Nutella haben.

Ohropax

Das ist die pragmatischste Lösung von allen und gehört meiner Meinung nach in jeden Haushalt mit mehr als einem Kind. Einfach Ohropax in die Ohren stecken und sofort wird alles leiser und damit auch erträglicher.

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