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Kreativität bei Kindern fördern


Wie ich die Kreativität meines Sohnes fördere? Schon die ersten Jahre in seinem Leben waren sehr stark von verschiedenen Künsten geprägt. Als Baby begleitete er mich zu Workshops, die ich in Goa, Indien in Schulen organisierte. Er sah also schon früh regelmäßig bastelnde Kinder um sich. Natürlich wollte er auch schnell Teil davon sein und machte mit. Einige unser engen Freunde sind Musiker und ich liebe Musik, deshalb spielt sie in unserem täglichen Leben eine große Rolle. Auch heute, wo mein Sohn 5 ist, machen wir noch fast täglich eine “Tanzparty” und auch Instrumente gehören bei uns zum Inventar. Kreativität bei Kindern fördern? Für mich eine Selbstverständlichkeit.

Ich bin ein sehr kreativer Mensch und für mich war es schon immer klar, ihn in meine kreative Welt mitzunehmen. Wo ich das her habe, weiß ich nicht. Denn meine Mama hat definitiv andere Qualitäten. 

Warum Du Kreativität fördern solltest

Kreative Menschen lassen sich oft nicht so leicht aus der Fassung bringen. Wenn etwas mal nicht so läuft, wie geplant, fällt es ihnen oft leichter einen neuen, anderen Weg zu gehen. Sie können meist einfacher improvisieren. Kreative Menschen haben oft sehr sensible Antennen und nehmen Menschen und Dinge intensiver wahr. Außerdem können sie sich oft sehr gut ausdrücken. Nicht unbedingt sprachlich, aber eben in ihrer künstlerischen Disziplin. Das kann zum Beispiel Musik, Malerei oder Poesie sein. Während früher Künstler eher misstrauisch betrachtet wurden, weiß man heute, dass es kreative Köpfe in jeder Branche braucht. Denn sie schauen auch über den Tellerrand und denken “out of the box”. Sie sind offen für Neues und stellen Fragen. Aber sie beantworten auch Fragen, meist auf originelle und innovative Art. Kreativität ist eine Schlüsselkompetenz. Und genau das wird auf dem Arbeitsmarkt überall gebraucht.

Aber auch für Dein Kind ist es toll, wenn es eine Form findet, seine Gefühle und Gedanken auszudrücken. Es ist eine sinnvolle Beschäftigung und gleichzeitig ein Ventil. Egal in welche kreative Richtung Dein Kind ein Interesse entwickelt, es wird sein Leben auf jeden Fall bereichern. Das bedeutet übrigens nicht, dass Dein Kind jetzt ein erstklassiger Pianist oder der nächste Picasso werden muss. Vielmehr geht es um die Freunde an der Kunst und um die Möglichkeit sich auszudrücken. 

Der Begriff Kreativität
Kreativität bedeutet, dass jemand die Fähigkeit hat, etwas zu erschaffen. Ein kreatives Kind kann selbstständig denken. Es erschafft Dinge, in seinem Kopf oder in Form von Geschichten, Tönen, Bildern, Basteleien, Knetfiguren… Kreativität bedeutet auch, kreative Lösungen für ein Problem zu finden.

Gib Deinem Kind den nötigen Freiraum

Wie alles, was ein Kind lernt, sollte auch die Kreativität so früh, wie möglich gefördert werden. Das wichtigste dabei ist, dass Dein Kind den Raum hat, sich auszuprobieren. 

Das bedeutet zum Beispiel, dass es beim Malen nicht darauf ankommt, dass Dein Kind Dinge so darstellt, wie sie sind. Warum muss denn der Elefant unbedingt grau sein. Kreativität fördern heißt eben auch, Dein Kind entscheiden zu lassen. Du solltest mehr ein Zuschauer sein. Wenn kleine Kinder anfangen sich kreativ zu betätigen, sind sie frei und spontan. Durch die Reaktionen anderer Menschen, lernen sie, was vermeintlich gut oder schlecht ist. Und Kinder möchten in der Regel gefallen, dass heißt, sie passen sich an, um Erwartungen zu erfüllen. Leider geht so schon zeitig ein großer Teil der kindlichen Kreativität verloren. 

5 Tipps, um die Kreativität zu fördern

Für Bemühungen loben – nicht für das Ergebnis

Was Erwachsene oft von Kindern unterscheidet, ist, dass sie Angst haben, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Wir machen uns viel zu viele Gedanken darüber, was die Anderen denken und wir haben Angst davor, zu scheitern. Für die meisten von uns gehört eine Menge Mut und Selbstvertrauen dazu, unsere Fantasie raus zu lassen. Du solltest versuchen, Dein Kind gar nicht erst in so eine Situation kommen zu lassen. Du solltest Deinem Kind mit auf dem Weg geben, dass es nicht darum geht, Anderen zu gefallen. Es macht Sinn, wenn Du Dein Kind mehr für seine Bemühungen lobst, als für das Ergebnis. 

Kreativität durch Langeweile fördern

Vielleicht hast Du davon schon einmal gehört, dass Langeweile die Kreativität fördert. Das kann ich nur bestätigen. Meiner Meinung nach ist es sinnvoll, wenn Eltern ihre (kleinen) Kinder nicht rund um die Uhr bespaßen und sich tolle Dinge ausdenken. Wenn Dein Kind sich langweilt, wird es sich irgendwann automatisch etwas zur Beschäftigung suchen. Und gerade bei kleinen Kindern überschlägt sich die Fantasie förmlich. Sie werden sich selber etwas ausdenken. Auch hier ist Deine Hauptaufgabe, Deinem Kind die dafür notwendige Freiheit zu geben – ohne Dich einzumischen, zu verbessern oder etwas vorzumachen. 

Fragen beantworten

Auch wenn es sehr anstrengend sein kann, die gefühlten 1000 Fragen Deines Kindes zu beantworten, ist es wichtig. Dein Kind ist dabei, die Welt zu entdecken. Es möchte wissen, warum der Himmel blau ist, oder Fische nicht fliegen können. Und wenn Du die Antwort nicht weißt, könnt Ihr versuchen sie gemeinsam zu finden. Auch Fragen sind ein Ausdruck von Kreativität, denn sie bedeuten, dass Dein Kind Dinge verstehen möchte. Wir Erwachsenen nehmen Dinge oft viel zu schnell hin. Oder wann hast Du Dich zuletzt gefragt, warum ein Brot immer auf die Marmeladenseite fällt?

Mut machen und Kreativität fördern

Ermutige Dein Kind, Dinge auch anders zu machen, als andere Kinder und Erwachsene und auch mal neue Dinge zu probieren. Erkläre ihm, dass es nicht schlimm ist, damit auch mal zu scheitern. Idealerweise lebst Du Deinem Kind Kreativität und das damit verbundene Lebensgefühl vor. Zum Beispiel, indem Du in der Küche den Kochlöffel zum Mikrofon umfunktionierst oder Dir ein Zahnputz-Lied ausdenkst.


10 kreative Beschäftigungsideen

Fantasiereisen

Gemeinsam könnt Ihr Euch auf eine tolle Reise begeben. Stellt Euch gemeinsam vor, wie es wäre, wenn wir unter Wasser atmen oder fliegen könnten? Du kannst Dir zusammen mit Deinem Kind tolle Geschichten ausdenken. Wahrscheinlich wird es gar nicht lange dauern, bis sich Dein Kind auch allein eine Geschichte ausdenkt. 

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Upcycling

Anstatt Deinem Kind vorgefertigte Bastelbögen oder Ausmalbilder zu geben, kannst Du es mit Upcycling versuchen. Wie wäre es mit Klopapierrollen, Kartons oder Stoffresten. Du wirst staunen, was Dein Kind daraus alles machen kann.

Kreativität im Garten fördern

Im Garten gibt es so viel Spannendes. Es beginnt bei den Krabbeltieren, bis hin zu wachsenden Pflanzen. Im Garten gibt es viel zu entdecken. Und Dein Kind kann Dir mit Schaufel und Eimer auch super bei der Gartenarbeit helfen. Lasse Dein Kind auch mal ein paar Kräuter, Früchte oder Gemüse direkt von der Pflanze probieren. Vielleicht bekommt es ja Lust, seine Kreativität im Garten auszuleben. Zum Beispiel kann es sein eigenes kleines Beet im Garten gestalten. 

Vielfalt

Es müssen nicht immer nur Wachsmalstifte auf A4 Papier sein: Die Abwechslung machts. Wie wäre es mal mit kleinen Notizzetteln oder der Rückseite eines alten Plakats. Genauso kann es mal der Pinsel, Fingerfarben oder ein Jumbo-Buntstift sein, mit dem Dein Kind malt.

Spielzeug ist nicht gleich Spielzeug

Es gibt Spielzeuge, die ziemlich genau vorgeben, wie man damit spielen soll. Kreativere Möglichkeiten sind zum Beispiel Bausteine. Damit kann Dein Kind Tiere, Gebäude, Fantasiegebilde, Fahrzeuge und vieles mehr erschaffen.

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Der Ton macht die Musik

Musik ist eine tolle Möglichkeit, um kreativ zu werden. Lasse Dein Kind verschiedene Instrumente ausprobieren. Du musst ihm auch nicht unbedingt direkt zeigen, wie man sie nutzt. Falls Du keinen Zugang zu Instrumenten hast, könnt Ihr auch Haushaltsgegenstände umfunktionieren. Zum Beispiel Töpfe, Holzlöffel, mit Reis gefüllte Plastikdosen und vieles mehr. 

Experimente

Schon für die Kleinsten gibt es viele Experimente, die Ihr ohne großen Aufwand zu Hause ausprobieren könnt. Wichtig ist, dass Du Dein Kind ermutigst auch “normale” Dinge des Alltags zu hinterfragen.

Kreativität in der Küche fördern

Auch in der Küche kann Dein Kind sehr gut kreativ werden. Besonders das Backen eignet sich für kleine Kinder, denn da können sie z.B. fleißig dekorieren. Außerdem kann Dein Kind so ein Verständnis für Mengen und Zutaten entwickeln. Vielleicht kreiert es in ein paar Jahren schon seine eigenen Rezepte. 

Gegenstände entfremden

Ermuntere Dein Kind dazu, Gegenstände auch mal anders zu nutzen. Kann man mit einem Holzlöffel nur kochen? Was könnte man alles aus einer Zeitung oder Plastikflasche machen? Auch ein Karton kann so viel mehr sein, zum Beispiel ein Raumschiff oder Kaufmannsladen. 

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In andere Rollen schlüpfen

Verkleiden ist eine tolle Möglichkeit, damit Dein Kind in andere Rollen schlüpfen kann. Wie wäre es zum Beispiel ein Superheld zu sein? Welche Superkräfte hätte Dein Kind? Auch der Zirkus ist eine tolle Art, um kreativ zu werden und eine der unzähligen Rollen zu schlüpfen.

Fazit

Egal für welche kreative Sparte sich Dein Kind interessiert, es wird zu seiner frühkindlichen Entwicklung beitragen. Wichtig ist, dass Du Dein Kind ermuntert, Fragen zu stellen und Dingen auf den Grund zu gehen. Es ist toll, wenn es lernt, dass man auch mal um die Ecke denken kann, um eine Lösung zu finden. Nimm Ideen an. Wenn Dein Kind zum Beispiel neue Regeln für ein Spiel aufstellt, solltest Du sie einfach mal ausprobieren. So erfährt Dein Kind Wertschätzung und das wiederum motiviert dazu, kreativ zu bleiben. 


Bist Du ein kreativer Mensch? Wie förderst Du die Kreativität Deines Kindes? Wir sind gespannt auf Deinen Kommentar.

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