Auf den Weihnachtsmarkt mit Kindern?


„Da!“ rief meine Tochter (4,5 Jahre) aufgeregt, als ich Ende November mit unserem Wagen ins Parkhaus unserer Innenstadt fuhr. „Der Weihnachtsmarkt ist schon auf!“ freute sie sich, während sie mit beiden Armen wild an meinem Hinterkopf vorbei fuchtelnd auf ein paar Holzbuden zeigte. „Nein, er wird gerade erst aufgebaut“, versuchte ich zu erklären, aber das sorgte für so große Enttäuschung, dass ich ihre Laune nur mit einem Versprechen – mit ihr auf den Weihnachtsmarkt zu gehen – wieder heben konnte.

So richtig wohl war mir jedoch nicht dabei. Schon allein die Vorstellung mit zwei Kindern durch einen mit unzähligen Menschen durchfluteten Platz zu laufen, beunruhigte mich. Aber das Mädchen ließ nicht locker und so schnappte ich mir die beiden Racker am Montag nach dem zweiten Adventswochenende und stürzte mich ins „weihnachtliche Vergnügen“.

Das Wetter war mit 12 Grad und Sonnenschein ungewöhnlich mild, was mir allerdings gefiel, weil ich so den Bub (1 Jahr) in seinem Tempo an den Büdchen vorbeilaufen lassen konnte, ohne vor Kälte zu bibbern. Das Mädchen staunte über die vielen Leckereien und Spielzeuge, aber lief zielgerichtet zum Karussell, denn sie wollte unbedingt ein paar Runden mit ihrem Bruder drehen.

Diesen Wunsch erfüllte ich ihr gerne und mein Mama-Herz hüpfte, als ich die beiden nebeneinander in einem Feuerwehrauto sitzen, kuscheln und lachen sah. Letztes Jahr fuhr mein Mädchen noch alleine mit diesem Weihnachtskarussell und dieses Jahr ist der Bub schon kichernd mit von der Partie. Echt verrückt.

Danach stürmten wir gemeinsam den Reibekuchen-Stand und schlugen uns den Bauch mit super fettigen echt leckeren Kartoffelpuffern voll. Nun, nicht ganz voll – wir ließen natürlich noch Platz für Nachtisch, denn was ist ein Weihnachtsmarktbesuch ohne Süßkram? Ich schnappte mir eine Tüte gebrannter Mandeln und das Mädchen stürzte sich auf Schokoweintrauben. All die Leckereien bescherten uns genug Energie, um eine weitere Stunde um die Krefelder Weihnachtsmarktbüdchen zu spazieren.

Am dritten Adventssonntag wünschte sich das Mädchen noch einen Weihnachtsmarktbesuch – diesmal allerdings mit Papa. Eigentlich hatten wir keine Lust, vor allem weil das Wetter grau und regnerisch war. Gegen 16 Uhr wurde uns jedoch so langweilig zu Hause, dass wir uns spontan für einen Ausflug zum Weihnachtsmarkt in der historischen Kempener Altstadt entschieden.

Den Kleinen packte ich mir diesmal in eine Tragehilfe und das Mädchen durfte von Papas Schulter aus das Treiben überblicken. Der Weihnachtsmarkt war nämlich trotz des mäßigen Wetters gut besucht und stellenweise so voll, dass wir nur im Schneckentempo vorwärts kamen und die Kinder lieber in sicherer Reichweite haben wollten.

Ein Karussell gab es zwar nicht, dafür eine riesige, lebendige Krippe mit echten Tieren. Unsere Kinder freuten sich vor allem über den Esel, der unermüdlich am Zaun entlang lief und auf diese Weise viele Streicheleinheiten von kleinen Patschhändchen kassierte. Der Bub staunte außerdem über das Lichtermeer, das die Kempener Innenstadt zu so später (dunkler) Stunde in eine ganz tolle, weihnachtliche Stimmung tauchte. Wir schlenderten und schauten uns hungrig, futterten dann natürlich auch auf diesem Weihnachtsmarkt ein paar leckere Sachen und fuhren nach etwa einer Stunde zurück nach Hause.

Unterm Strich verliefen die beiden Weihnachtsmarktbesuche wesentlich entspannter, als ich befürchtet hatte. Wenn ich stundenlang bummeln und nach Geschenken für die ganze Familie schauen will, lasse ich meine Kinder natürlich lieber zu Hause. Aber ein kurzer Besuch von 1-2 Stunden – im Idealfall mit Papa – ist vor allem an weniger besuchten Wochentagen machbar und sogar richtig schön.

 

 

 

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