SSW-Update: Auf Schwangerschaftsübelkeit folgt Hunger (10. SSW)


24. April 2014

Vorgestern beschwerte ich mich noch beim Frauenarzt über meine Übelkeit (siehe Fehlerhaft errechneter Geburtstermin?“), heute geht es mir unerwartet sehr viel besser. Ich hatte fest damit gerechnet noch zwei weitere Wochen leiden zu müssen, schließlich hört bei den meisten Schwangeren die Übelkeit erst im zweiten Trimester auf. Jetzt schon erlöst zu werden, ist grandios.

Die Übelkeit begann ungefähr in der sechsten Woche. Ich fühlte mich plötzlich so schlecht, dass ich glaubte mich gleich übergeben zu müssen. Nicht nur am Morgen oder am Abend sondern ganz kontinuierlich und in regelmäßigen Schüben über den Tag verteilt. Zum Glück blieb alles drin, aber überhaupt etwas in meinen Körper hineinzubekommen, war eine große Herausforderung.

Ich verspürte Hunger, doch wenn ich in den Kühlschrank oder in den Vorratsschrank blickte, weckte keines der darin enthaltenen Nahrungsmittel meinen Appetit. Im Gegenteil, fast alles Essbare, was ich anschaute, verstärkte die Übelkeit zunächst.

Aber es half nichts, ich musste etwas essen. Also befragte ich Google, was mir bei der Schwangerschaftsübelkeit helfen könnte und probierte verschiedene Dinge aus. Ein heißer Tipp lautet, mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu essen. Das verhindert einen niedrigen Blutzuckerspiegel, der wiederum die Schwangerschaftsübelkeit verstärkt. Und so futterte ich kleine Happen, was perfekt passte, denn mein Magen blockierte große Mahlzeiten, indem er mir ein unangenehmes Völlegefühl signalisierte. Mit 5-10 Miniportionen kam er gut zurecht.

Ein weiterer Tipp ist das zu essen, worauf man Appetit hat, denn der Körper scheint zu wissen, was er verträgt. Ich aß demzufolge viele Früchte (z.B. Orangenschnitze, Banane) oder frischen Salat mit selbst gemachtem Honig-Balsamico-Dressing oder Joghurtdressing. Zwischendurch gab es Weizenbrotbaguettes mit viel Butter und Leerdamer Käse. Das ist deswegen erwähnenswert, weil ich normalerweise dunkles Körnerbrot mit Schinken bevorzuge und recht sparsam mit Butter hantiere. Offensichtlich war alles durcheinander geraten. Nahrungsmittel, die ich eigentlich gerne aß, verschmähte ich. Dafür verspürte ich auf einmal das große Bedürfnis eine billige „5 Minuten Terrine“ zu essen, obwohl ich echt kein Fan von Fertignahrung bin.

Das Verrückteste war, dass mir noch nicht einmal Sprudelwasser schmeckte. Ich bin kein vorbildlicher Wassertrinker, aber einen Liter schaffe ich mindestens am Tag. Kein Kaffee, kein Wasser – das war echt schwierig. Ich kochte mir stattdessen täglich einen halben Liter „Wildkirsche“ Früchtetee und trank zusätzlich Saftschorlen oder eiskaltes Wasser mit frischer Minze und Holunderblütensirup vermischt. Mit diesen „Tricks“ bzw. für mich ungewohnten Getränken erreichte ich schließlich mein tägliches Flüssigkeitspensum.

Ob feste Nahrung oder Getränke – ich gab also meinen Gelüsten nach, was mir half etwas zu mir zu nehmen, aber nichts an der Tatsache änderte, dass mir konstant übel war. Teilweise fühlte ich mich so hundeelend, dass ich mich ernsthaft fragte, wie ich die Schwangerschaft überstehen soll. Gedanklich rettete mich das Wissen, dass die Schwangerschaftsübelkeit ein positives Zeichen dafür ist, dass es dem Baby gut geht (siehe „Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft“).

Phasenweise hätte ich mich am liebsten den ganzen Tag in meine Betthöhle verkrochen, zumal mich auch die Schwangerschaftsmüdigkeit plagte. Aber zum Einen musste ich ja an den Vormittagen und in den Abendstunden arbeiten und zum anderen ließ mein aufgewecktes, fast drei-jähriges Mädchen an den Nachmittagen keine schlappe Mutter zu. Es galt ein volles Programm zu absolvieren, was mich zugegebenermaßen an meine Grenzen brachte.

Ausgerechnet in dieser Phase strich unser Mädchen urplötzlich ihren Mittagsschlaf. Oh Mann, das war echt nicht fair! Völlig fertig schleppte ich mich also in der Mittagszeit unter die Dusche, wo ich mich hinhockte und minutenlang mit geschlossenen Augen die warmen Wasserstrahlen genoss. „Warum müssen wir Frauen eigentlich immer so leiden?“, schoss es mir dabei wiederholt durch den Kopf.

Letztes Wochenende lief ich dann in die Apotheke, weil ich mir sogenannte Magnet- oder Akkupressurarmbänder besorgen wollte. Diese wirken über den Akupressurpunkt am Handgelenk und können, laut positiven Erfahrungsberichten im Internet, schnell helfen. Jedoch gibt es diese Bänder nicht mehr in der Apotheke zu kaufen – zumindest bei uns in Krefeld nicht. Und da ich kein Fan von Medikamente (auch keine homöopathischen) zu mir nehmen wollte, ergab ich mich vorerst meinem üblen Schicksal.

Seit gestern ist der Spuk nun schlagartig vorbei – mein Körper ist offensichtlich in der Schwangerschaft angekommen. Aber ich traue dem Braten noch nicht hundertprozentig. Was, wenn mein Körper nur kurz pausiert? Ob Pause oder Ende – ich habe einen Mordshunger und richtig großen Appetit, also futtere ich nun was das Zeug hält :)

 

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