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Mein Baby im Bauch ist sehr aktiv: Das kann dahinter stecken


Hast Du Dir während der Schwangerschaft auch mal Gedanken darüber gemacht, ob ein Baby im Bauch auch zu aktiv sein kann? Oder fragst Du Dich, wie es kommt, dass Dein Baby immer dann „aufdreht“, wenn Du eigentlich schlafen möchtest? Oder bist Du unsicher, ob kräftige Kindsbewegungen dazu führen könnten, dass Dein Baby früher auf die Welt kommt?

Wenn Du das Gefühl hast, Dein Baby im Bauch ist sehr aktiv – dann habe ich heute hoffentlich ein paar brauchbare Informationen für Dich.

Was beeinflusst die Kindsbewegungen?

Tatsächlich fragen mich immer mal wieder Frauen, ob ein zu aktives Kind ein Grund zur Sorge sein könnte. Wobei „zu“ aktiv ja auch immer relativ zu sehen ist. Allein die Lage der Plazenta beeinflusst z.B. maßgeblich, wie stark Du Kindsbewegungen überhaupt empfindest. So spüren Frauen mit einer Vorderwandplazenta Kindsbewegungen nicht nur deutlich später, sondern auch oft nicht so kräftig.

Dann hängt die Art, wie Du Kindsbewegungen empfindest auch mit der Lage des Kindes zusammen. Viele Frauen, deren Kind in Beckenendlage liegt, empfinden die Kindsbewegungen nicht so stark wie Frauen in der gleichen Schwangerschaftswoche, deren Baby in Schädelllage liegt.

Auch die Fruchtwassermenge spielt eine Rolle, da viel Fruchtwasser zwar Bewegungen leichter ermöglicht, andererseits die Flüssigkeit die Stärke der Bewegungen auch abpuffert.

Du siehst also: Wie stark die Kindsbewegungen empfunden werden, sagt nicht unbedingt etwas darüber aus, wie kräftig das Baby sich tatsächlich bewegt. Deshalb ist die Aussage „mein Baby im Bauch ist sehr aktiv“ natürlich immer etwas subjektiv.

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Wie viele Kindsbewegungen sind „normal“?

Auch das ist pauschal sehr schwierig zu sagen. Ab dem zweiten Trimester spüren die meisten Frauen ihr Baby mindestens einmal am Tag. Sollte mal ein „ruhigerer“ Tag dabei sein, ist das auch kein großartiges Problem. Allerdings sollte ein gesundes und fittes Baby sich zur Bewegung „animieren“ lassen.

Das kannst Du z.B. durch:

  • eine Spieluhr auf dem Bauch
  • ein paar Kniebeugen
  • vorsichtiges „Rütteln“ am Bauch
  • Aromatherapie mit Zitronen-, Grapefruit- oder Orangenöl
  • kräftiges in-die-Hände-klatschen vor dem Bauch

Reagiert Dein Baby auch auf diese Animationsversuche nicht, kannst Du noch versuchen, Dich hinzulegen. In (Links-)Seitenlage ist die Durchblutung der Plazenta besonders gut und das Baby wird so vielleicht noch mehr zur Bewegung ermutigt.

Muss ich mir Sorgen machen, wenn mein Baby im Bauch ganz plötzlich sehr aktiv ist?

Generell merken meiner Erfahrung nach Mütter relativ schnell, wenn sich an den Bewegungen des Babys etwas verändert. Eine (plötzliche) Veränderung ist immer etwas, was Du gut beobachten solltest und ggf. auch abklären lassen kannst. Wobei hier in erster Linie das plötzliche Nachlassen von Kindsbewegungen bei eigentlich aktivem Baby zu nennen ist. Plötzlich auftretende heftige Kindsbewegungen sind eher selten ein Grund zur Sorge, vielleicht verändert Dein Baby nur gerade seine Lage oder ruckelt sich in eine bequemere Position. Wenn Du „heftige Kindsbewegungen“ googelst, findest Du natürlich auch alle möglichen Horrorgeschichten. Aber aus meiner (Hebammen-)Erfahrung heraus kann ich Dir sagen, dass diese Szenarien wirklich sehr selten und o.g. Gründe deutlich wahrscheinlicher sind.

Mein Baby im Bauch ist sehr aktiv – ist das gut oder schlecht?

Mir wird immer mal wieder die Frage gestellt, ob viele, häufige oder auch kräftige Kindsbewegungen etwas zu bedeuten haben. Also z.B., dass es dem sehr aktiven Baby im Bauch ganz besonders gut geht oder, dass es gestresst ist.

Lebhafte Kindsbewegungen sind zumindest ein Zeichen dafür, dass die Durchblutung der Plazenta so gut ist, dass das Baby genug Energie zur Verfügung hat, um sich (neben dem Wachstum) auch noch bewegen zu können. Und das ist per se natürlich etwas Gutes und ein Zeichen dafür, dass es Deinem Baby gut geht.

Allerdings ist es auch so, dass eine beschleunigte Herzfrequenz der Mutter oft auch zu einer Beschleunigung des kindlichen Pulses und zu einer gesteigerten motorischen Aktivität führt. Das heißt, mütterlicher Stress, Nervosität oder Angst können ebenfalls der Grund sein, dass sich das Baby heftiger oder häufiger bewegt. ABER: Kurze Intervalle, die durch stressige Phasen im Job, Nervosität vor einer Prüfung oder einem Schreckmoment ausgelöst werden, stecken Babys im Bauch für gewöhnlich gut weg. Dennoch besteht die Möglichkeit, dass Du in stressigen Phasen oder nach einem Trauma oder Schreck eine kurzfristige Veränderung der Kindsbewegungen merkst.



Wird aus einem sehr aktiven Baby im Bauch auch später ein kleiner Zappelphilipp?

Ansonsten finde ich nicht, dass man von einem bewegungsfreudigen Kind im Bauch zwangsläufig auf ein „zappeliges“ Kind schließen kann. Viele Kinder sind im Bauch laut Mama sehr aktiv – bei uns auf der Welt in meinen Augen aber gar nicht außergewöhnlich lebhaft.

Was sich allerdings häufig überschneidet, sind die Zeitfenster, in denen das Kind aktiv ist. Vor allem in den ersten Lebenswochen bemerken viele Eltern, dass die Wachphasen des Neugeborenen zu den Zeiten passen, in denen das Baby auch im Bauch aktiv war und sich bewegt hat. Wenn Dein Baby im Bauch während der Schwangerschaft also oft nachts aktiv war, kannst Du Dich darauf einstellen, dass das nach der Geburt auch erst einmal so sein wird.

Ansonsten sind Sprüche wie „Das Kind wird bestimmt hyperaktiv, so wie sich das bewegt“ in die gleiche Kategorie einzusortieren wie: “ Das wird bestimmt ein Boxer/ Fußballer/Trommler/Komponist….“

Warum wird mein Baby im Bauch immer nachts aktiv, oder wenn ich zur Ruhe komme?

Viele Frauen schildern, dass ihr Baby vor allem dann aktiv ist, wenn sie sich auf die Couch oder ins Bett legen und eigentlich gerne ausruhen möchten. Insbesondere nachts spüren viele Schwangere ihre Babys deutlich stärker als tagsüber – und das kann Schlafstörungen noch verstärken.

Aber: Auch das ist völlig normal und weder ein gutes noch ein schlechtes Zeichen. Wenn Du zur Ruhe kommst, nimmst Du die Kindsbewegungen natürlich auch viel intensiver wahr, als wenn Du gerade mit Deinem älteren Kind über den Spielplatz tobst, die Fenster putzt oder im Job konzentriert arbeitest.

Auch empfindet Dein Baby die Ruhe beim Liegen vielleicht erstmal als unangenehm. Es wird einfach lieber geschaukelt und hin und her gewiegt, um einschlafen oder Ruhe geben zu können. Das ist ebenfalls ein Grund dafür, dass es sich im Liegen stärker bewegt, so als wollte es DICH animieren, Dich zu bewegen, damit es besser zur Ruhe kommt. Vor allem zu Beginn spüren viele Frauen die Kindsbewegungen fast ausschließlich im Liegen.

Ist ein sehr aktives Baby am Geburtstermin ein schlechtes Zeichen?

In nahezu jedem Ratgeber steht, dass ein Baby in den letzten Tagen vor der Geburt ruhiger ist und die Kindsbewegungen deutlich abnehmen. Das liegt daran, dass das Fruchtwasser weniger wird und das Baby kaum noch Platz hat, um sich in der Fruchtblase zu bewegen. Deshalb herrscht immer mal wieder Verunsicherung, wenn das Baby weiterhin agil ist und sich relativ viel bewegt. Aber das bedeutet weder, dass die Geburt definitiv nicht losgeht, noch dass Dein Baby gestresst oder nicht normal ist. Denn – ich wiederhole mich mal wieder – jede Schwangerschaft, jede Geburt und jedes Baby ist eben anders.

Können starke Kindsbewegungen dazu führen, dass das Baby früher kommt?

Schon mehr als einmal hatte ich den Fall, dass heftige Kindsbewegungen (insbesondere bei Mehrlingen) einen Blasensprung und somit indirekt den Beginn der Geburt ausgelöst haben. Die Kindsbewegungen waren hier vielleicht der Grund, dass die Fruchtblase genau in diesem Moment gesprungen ist – aber sie waren ganz sicher nicht der Auslöser dafür. Denn der Beginn der Geburt wird hormonell ausgelöst – da sind die Kindsbewegungen höchstens der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Und das könnte ebenso ein herzhaftes Lachen, ein kräftiges Husten oder ein überraschender Nieser der Mama sein.

Man kann also keinesfalls sagen, dass sehr aktive Babys tendenziell früher oder schneller auf die Welt kommen als Gemütlichere.

Fazit

Beim Durchlesen des Artikels fällt mir auf, dass ich sehr wenig konkrete Aussagen bezüglich der Bedeutung von starken Kindsbewegungen für Deine Schwangerschaft und Geburt sowie für die spätere Entwicklung des Babys sagen kann. Macht mich das zufrieden? Nein. Kann ich es ändern? Nein. Denn es GIBT einfach nur sehr wenige konkrete Aussagen. Und auch wenn ich jetzt schreibe, dass es normal ist, wenn Du Dein Baby einen Tag lang mal gar nicht spürst oder zwanzig mal am Tag heftig, hilft es Dir in einer Situation, in der Du Angst hast, vermutlich nicht wirklich.

Aber ich möchte Dir auch an dieser Stelle einmal mehr vermitteln, dass Du Dir und Deinem Baby durchaus zutrauen kannst, dass Ihr das prima hinbekommt. Dass Kindsbewegungen einfach nur Kindsbewegungen sind – und nichts anderes. Dass Du Veränderungen, die wirklich besorgniserregend wären, merken würdest, weil Du mit Deinem Baby verbunden und somit die Expertin bist. Und dass die Bandbreite der Normalität extrem breit ist und es nicht automatisch ein Grund zur Sorge ist, wenn Dein Baby im Bauch aktiver oder auch ruhiger ist, als es laut diversen Ratgebern der Norm entspricht.

Du möchtest mehr über das Thema Kindsbewegungen wissen? Weitere Infos findest Du auch in meinem Artikel Kindsbewegungen: was ist „normal“? hier im Magazin.

Quellen:
Laue, B.: „Schwangerschaft und Geburt. Das Wichtigste rund um Gesundheit, Entwicklung und Vorsorge“ (2012).

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