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Indische Brücke in der Schwangerschaft: Erste Hilfe bei BEL


Die Indische Brücke ist eine bekannte Yoga-Position, die oft dann empfohlen wird, wenn ein Baby während der Schwangerschaft in Beckenendlage (BEL) liegt. Sie kann dabei helfen, Dein Baby dabei zu unterstützen, sich vor der Geburt rechtzeitig von allein mit dem Kopf nach unten zu drehen. 

Alles Wichtige zur Indischen Brücke bei BEL erkläre ich Dir in diesem Beitrag.

Indische Brücke bei BEL: Das Wichtigste in Kürze

  • Die Indische Brücke wird bei BEL empfohlen, um das Baby zur Drehung zu bewegen.
  • Ob die Indische Brücke Erfolg hat, ist nicht wissenschaftlich erwiesen – sie ist aber einen Versuch wert.
  • Beachte unbedingt die wichtigen Hinweise am Ende des Beitrags, bevor Du die Übung durchführst!

Was ist die Beckenendlage?

Die Beckenendlage kann unterschiedlich aussehen: Bei der häufigsten Form der BEL liegt das Baby mit dem Köpfchen oben und dem Po nach unten, die Beinchen sind angezogen. Die zweite Möglichkeit ist, dass das Baby mit dem Kopf oben und den Knien beziehungsweise den Füßen unten liegt.

Insbesondere die zweite Form ist für eine vaginale Geburt keine optimale Lage; in den meisten Kliniken wird in beiden Fällen ein Kaiserschnitt gemacht.

Wenn Dein Baby in Beckenendlage liegt, notiert das Dein Arzt/ Deine Ärztin im Mutterpass mit der Abkürzung „BEL“.

Doch wie oft befindet sich ein Baby noch kurz vor der Geburt in der BEL? Dass sich Babys während der Schwangerschaft im Bauch der Mutter drehen, ist völlig normal. Je größer das Baby wird, desto enger wird der Platz und das Drehen wird schwerer.  In der 34. Schwangerschaftswoche befinden sich noch etwa 10% der Babys in der Beckenendlage. Zum errechneten Geburtstermin sind es hingegen nur noch 4-5%. An den Zahlen erkennst Du, dass ein spontanes Drehen auch in dieser Zeit noch möglich ist. Ab der 34. Schwangerschaftswoche verringert sich die Chance auf ein spontanes Drehen jedoch. Das liegt vor allem daran, dass der Platz immer geringer wird. 

 

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Um die Lage des Kindes herauszufinden, kann ein Ultraschall gemacht werden. Auch eine Hebamme kann die Lage durch das Abtasten des Bauches bestimmen. 

Was ist die Indische Brücke?

Die Indische Brücke ist eine traditionelle Yoga-Übung. Sie zählt zu den einfacheren Übungen und Du brauchst dafür nicht besonders gelenkig oder sportlich zu sein. Die Übung hat aber auch noch andere Namen. So zum Beispiel Hüftöffner oder Schulterbrücke.

Wichtige Hinweise zur Indischen Brücke

Beachte unbedingt diese Hinweise, bevor Du mit der Übung startest. Denn in manchen Fällen kann die indische Brücke gefährlich sein!

  • Um auf Nummer sicher zu gehen, sprich vorab mit Deiner Hebamme, ob Du die Indische Brücke durchführen solltest. 
  • Mache die Übung bitte nicht, wenn Du alleine bist. Denn es kann passieren, dass Dir während der Übung schlecht oder/und schwindelig wird. Das liegt daran, dass die vergrößerte Gebärmutter auf die hintere Hohlvene im Rücken drücken kann. Das kann neben Schwindel und Übelkeit bis hin zur Ohnmacht führen. 
  • Beende die Übung sofort, falls Dir übel oder schwindelig wird. Oft genügt es schon, die Rückenlage zu verlassen und sich aufrecht hinzusetzen oder auf die linke Seite zu legen.
  • Wenn sich Dein Baby nicht dreht, kannst Du die Indische Brücke nach ein paar Tagen noch einmal wiederholen. Wenn sich Dein Baby gedreht hat, wiederhole die Übung nicht.

Du bist unsicher, ob die indische Brücke Erfolg hatte? Dann frage Deine Hebamme beziehungsweise Deinen Arzt oder Deine Ärztin, ob sich Dein Baby gedreht hat. Falls der nächste Arzttermin zu weit in der Zukunft liegt, kannst Du Deine Hebamme bitten, Deinen Bauch abzutasten – sie kann die Kindslage ohne Ultraschall feststellen.

Indische Brücke in der Schwangerschaft: Anleitung mit Video

Bevor es losgeht, suche einen festen Untergrund. Lege eine Yogamatte oder eine Decke auf den Boden, damit es nicht so unbequem ist. Idealerweise solltest Du die Übung 10 bis 15 Minuten machen.

  1. Lege dich mit dem Rücken auf die Matte.
  2. Stelle Deine Beine etwa hüftbreit auf. Achte darauf, dass Deine Fußsohlen fest auf dem Boden sind. 
  3. Lege dann Deine Arme rechts und links neben deinen Oberkörper. Achte darauf, dass Deine Handflächen den Boden berühren.
  4. Bleibe für einen Moment entspannt so liegen und atme ein und aus.
  5. Beim nächsten Ausatmen hebst Du Dein Becken so weit wie möglich an. Die Position sollte sich keinesfalls unangenehm anfühlen. Wenn Dir die Position zu anstrengend ist, kannst Du Dir ein Kissen oder eine Decke unter Po und Hüfte legen. 
  6. Halte diese Position so lange, wie du kannst und es sich gut anfühlt. Atme dabei ruhig weiter ein und aus. 
  7. Senke Dein Becken dann langsam wieder ab.
  8. Wenn Du aufstehst, lege Dich erst auf die Seite und stehe dann schwungvoll auf. 

In diesem Video kannst Du Dir die Anleitung zur Indischen Brücke auch einmal ansehen:

So wirkt die Indische Brücke bei BEL

Wenn ein Baby in der BEL liegt, sitzt sein Po meist im Becken der Mutter. Die Indische Brücke begünstigt, dass Dein Baby mit dem Po aus Deinem Becken rutscht und so eine bessere Ausgangslage hat, sich zu drehen. Hinzu kommt, dass diese Position sehr ungemütlich für Dein Baby ist. Auch das kann Dein Baby dazu bewegen, sich in die richtige Geburtsposition zu drehen. Um Deinem Baby beim Drehen zu helfen, ist auch das schwungvolle Aufstehen wichtig. Damit kannst Du ihm sozusagen noch etwas Schwung geben, um sich mit dem Kopf nach unten zu drehen. 

Welche weiteren Vorteile hat die Indische Brücke in der Schwangerschaft?

Neben der genannten Wirkung kann die Indische Brücke auch zur Dehnung und Stärkung der Beckenmuskulatur beitragen. Außerdem kann sie helfen, Stress abzubauen und Schmerzen zu lindern. 

Indische Brücke bei BEL: Ab wann kannst Du sie durchführen?

Wenn Dein Baby vor der 34. Schwangerschaftswoche noch nicht in Schädellage liegt, brauchst Du Dir noch keine Sorgen zu machen. Bis zu diesem Zeitpunkt ist eine spontane Drehung noch wahrscheinlich. Aus diesem Grund empfehlen Hebammen, die Übung auch erst ab der 34. Schwangerschaftswoche zu machen. 

Wie hoch sind die Erfolgschancen der Indischen Brücke?

Natürlich gibt es keine Garantie, dass die Indische Brücke funktioniert. Aber es ist definitiv eine Chance. Solange aus medizinischer Sicht nichts dagegen spricht, hast Du nichts zu verlieren. Wie hoch die Erfolgsquote der indischen Brücke ist, kann man nicht genau sagen, weil man nicht weiß, ob sich das Kind nicht auch so noch gedreht hätte.

Es gibt aber auch Gründe, warum auch die Indische Brücke bei einer BEL nicht helfen kann, zum Beispiel, wenn die Nabelschnur zu kurz ist.

Welche weiteren Möglichkeiten gibt es, um das Baby bei BEL zu drehen?

Wenn Du Dich bei der indischen Brücke unwohl fühlst oder sie nicht erfolgreich war, kannst Du auch noch andere Dinge probieren. So zum Beispiel:

  • Licht: Du kannst versuchen Dein Baby mit Hilfe einer Taschenlampe “nach oben“ zu locken. Genau dasselbe kannst Du auch mit einem bestimmten Klang versuchen.
  • Moxen: Es gibt einen Akupunkturpunkt an Deinen kleinen Zehen. Wenn man diesen mit einer angezündeten Beifußzigarre stimuliert, kann das dazu führen, dass sich Dein Baby dreht. 
  • Äußere Wendung: Auch Ärzte bzw. Ärztinnen haben noch ein paar Tricks auf Lager. So können sie mit speziellen Handgriffen von außen Dein Baby drehen. Die äußere Wendung wird ab der 37. SSW durchgeführt.

Zum Weiterlesen:

Alle Tipps, um Dein Baby bei BEL zur Drehung zu bewegen, hat Dir Hebamme Monika hier zusammengefasst: „Beckenendlage – Kann ich meinem Kind helfen, dass es sich dreht?“

In „Beckenendlage: Spontangeburt oder Kaiserschnitt?“ erklärt Hebamme Monika, in welchen Fällen eine vaginale Geburt bei BEL möglich ist.

War die indische Brücke bei Dir erfolgreich? Verrate es uns gerne in den Kommentaren!

Quellen

  • Friedrich, Jana (2023): „Beckendendlage – Klar zur Wendung“. URL.: https://www.hebammenblog.de/beckenendlage-klar-zur-wendung/ (aufgerufen am 10.11.23)
  • Klinikum Bayreuth: „Mein Kind liegt in Beckenendlage. Ein Informationsblatt für werdende Eltern“. URL: https://klinikum-bayreuth.de/fileadmin/user_upload/Einrichtungen/Zentren/Perinatal/beckenendlagegeburt.pdf (aufgerufen am 10.11.23)
  • Müller, Karin: „Beckenendlage“. https://www.hebammenzentrum.at/beckenendlage (aufgerufen am 10.11.23)
  • Wagener, Frauke: „Schwangerschaftsbetreuung bei Beckenendlage: Sich der Angst entgegenstellen“. https://www.dhz-online.de/news/detail/artikel/sich-der-angst-entgegenstellen/ (aufgerufen am 10.11.23)
  • Wentz, Maike (2022): „Hilfe, mein Kind dreht sich nicht“. URL: https://www.onlinehebamme.de/hilfe-mein-kind-dreht-sich-nicht/ (aufgerufen am 10.11.23)

Unsere Texte zu Gesundheitsthemen ersetzen keinesfalls den Arztbesuch.
Mehr Infos dazu findest Du hier.

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