Der Umzug ist endlich geschafft


„Mami? Bald kann ich Leni ja nicht mehr sehen!“ sagte unser Mädchen ein paar Tage vor unserem Umzug zu mir. Ich schaute sie verwundert an und fragte sie wie sie denn darauf komme. „Na wir ziehen doch um!“ erwiderte sie.

Ich war ziemlich baff, weil für mich klar war, dass wir innerhalb unserer Stadt umziehen und sich bis auf die neuen vier Wände kaum etwas für uns verändert. Sie dachte anscheinend, dass wir alles zurücklassen und so musste ich zunächst Aufklärungsarbeit leisten.

Doch nicht nur das. Je mehr Dinge ich in unseren Umzugskisten verstaute, desto besorgter schaute sie mir dabei zu. „Nehmen wir die Puppen auch mit?“ fragte sie mich. „Natürlich nehmen wir Deine Puppen mit“, beruhigte ich sie. “Wir nehmen alles mit, was uns gehört. Ich nehme Dir Deine Sachen nicht weg, ich packe sie nur ein, damit wir sie besser transportieren können.“

Spielsachen packen

Ich stellte ihr kurzerhand eine Kiste hin, die selbst packen durfte. All ihre Lieblingsspielsachen und Bücher wanderten hinein und sie war mächtig stolz, weil sie mithelfen durfte. Dem Bub stellte ich ebenfalls eine Kiste mit ein paar „unkaputtbaren“ Dingen vor die Füße, damit er beschäftigt war und nicht immer meine Kartons ausräumte. Er hatte Spaß beim unermüdlichen Einpacken und wieder Entleeren und ich meine Ruhe :)

Stress von den Kindern fernhalten

Damit die Kleinen so wenig wie möglich vom Umzugschaos mitbekamen, packte ich den meisten Kram vormittags, wenn die Große im Kindergarten war und abends nach dem Einschlafen. Die Nachmittage verbrachte ich mit den Rackern wie gewohnt gemeinsam an der frischen Luft und mit Freunden. So zogen sich die Vorbereitungen zwar in die Länge, aber das war mir lieber als eine Hauruckaktion mit langen Gesichtern.

Kinderzimmer streichen und einrichten

Da wir zwei Wochen vor dem Einzug bereits die Schlüssel für unser neues Heim erhielten, fuhr ich regelmäßig ein paar Kisten rüber und ich machte es dem Mädchen in ihrem Zimmer schon mal gemütlich. Sie durfte sich eine Wandfarbe aussuchen und ich strich den Raum in ihrer Lieblingsfarbe (nicht meiner!): Rosa. Außerdem stellte ich bereits ein paar ihrer alten Möbel und Spielsachen auf, damit sie sich langsam an ihr neues Reich gewöhnen konnte.

Hektischer Umzugstag

In der Nacht vor dem Umzug konnte ich vor lauter Aufregung kaum schlafen und als unsere Helfer pünktlich 8 Uhr auf der Matte standen, warteten wir schon nervös auf unseren Einsatz. Das Mädchen wurde von Omi abgeholt, damit sie in dem ganzen Chaos nicht durchdreht bzw. im Weg steht und den Bub schnallte ich mir auf den Rücken, um zumindest ein bisschen mithelfen zu können.

Gegen Mittag war unser gesamtes Hab und Gut im neuen Haus, wo wir dann gemeinsam mit den Kindern und Omi und Opi eine Pizza aßen, bevor wir uns an die Montage von Küche und den anderen Möbelstücken machten. Das Mädchen wollte unbedingt bei uns bleiben und sie half tatkräftig mit, indem sie sich beispielsweise den Akkuschrauber schnappte und die Tischbeine anschraubte.

Der erste Traum im neuen Haus

Am Abend hatte uns Omi mit einer selbstgekochten Gemüsesuppe versorgt und nach dem Essen sind wir alle (halb acht) völlig erschöpft in die Betten gefallen. Ich habe trotz komatösen Tiefschlafes geträumt und zwar davon, dass ich schwanger bin und meine runde Murmel im Spiegel sehe! Es heißt doch, dass der erste Traum im neuen Heim in Erfüllung geht und dabei wollten wir doch nur zwei Kinder…

Probier’s mal mit Gemütlichkeit

Am Tag nach dem Umzug verspürte ich zunächst das dringende Bedürfnis alle Kisten auf einmal auszupacken und alles hübsch einzurichten. In drei Stunden wühlte ich mich gerade mal durch einen Bruchteil unserer Sachen und merkte, dass das Auspacken und Ankommen wohl noch ein paar Wochen in Anspruch nehmen wird.

Da die Sonne sehr einladend durchs Fenster schien, brach ich ab und scheuchte die Familie zu unserem Lieblings-Mitmach-Bauernhof um die Ecke, auf dem wir dann ein herrliches Apfelfest feierten. Bei leckerem Kuchen und frischgepressten Apfelsaft vergaßen wir das Chaos zunächst und ließen die Seele baumeln. Das war herrlich und nötig, weil der Umzug uns alle geschlaucht hatte.

Die Seele muss ankommen

Die Große schläft seit unserem Umzug wieder schlechter – sie wacht zwischen 3 und 5 Uhr morgens auf und krabbelt dann zu uns ins Bett. Aber auch der Kleine klammert mehr und wacht häufiger auf. Die Stimmung der beiden ist tagsüber launisch und im Moment fließen mehr Tränchen als sonst – meist ohne erkennbaren Grund.

Wir sind zwar nur ein paar Straßen weitergezogen und die Rahmenbedingungen (Kindergarten, Freunde, Verwandte usw.) sind noch dieselben, aber trotzdem dauert es ein Weilchen bis wir – und vor allem bis sich die Kinder – an das neue zu Hause gewöhnt haben. Bis wir uns hier heimisch und gut aufgehoben fühlen.

Jeden Tag ein bisschen mehr

Ich nehme mir nun jeden Tag eine Kleinigkeit im Hause vor, um die ich mich kümmere und die das neue Heim gemütlicher werden lassen. Gestern besorgte ich einen neuen, flauschigen Badvorleger, heute baute ich ein Ikea Kallax Regal zu einer Sitzbank um und am Wochenende zimmern wir ein Schlafhaus für die große Maus.

Bilder von unseren „Do it yourself – Projekten“ folgen natürlich. Versprochen!

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