Stillpositionen

Die drei wichtigsten Stillpositionen


Hier möchte ich die drei gängigsten Stillpositionen beschreiben, die jede stillende Mutter gut beherrschen und sie im Wechsel während des Tages anwenden sollte. Durch den Wechsel der Stillpositionen wird eine gute Entleerung von allen Bereichen der Brust gewährleistet und die Brustwarzen nicht immer an der gleichen Stelle belastet.

Stillen im Liegen

Für viele Frauen ist es sehr angenehm, wenn das Stillen im Liegen, also auf der Seite gut klappt. Die ersten Tage nach der Geburt entlastet diese Position eventuelle Geburtsverletzungen. Später kann sich die Frau in dieser Position am Tag ausruhen und in der Nacht etwas dösen. Für Frauen, die einen Kaiserschnitt hatten, wird diese Position zu Beginn durch die Seitenlage, eher etwas unangenehm sein. Sie sollte aber sobald es die Naht zulässt, ausprobiert werden.

Die Mutter liegt flach auf der Seite, nur der Kopf ruht auf einem Kissen. Oft empfindet die Frau ein Stillkissen oder Kissen im Rücken als sehr entspannend. Das Baby liegt mit dem Kopf auf der Höhe der Brust, Bauch an Bauch, mit der Mutter. Mit der Hand des oberen Armes hält die Mutter ihre Brust. Der untere Arm verläuft über dem Köpfchen des Kindes und die Hand stützt dessen Rücken. Wenn das Kind den Mund öffnet, wird es mit dem Unterarm und der Hand des unteren Armes das Kind (nicht nur das Köpfchen!) sanft zur Brust gedrückt. Sobald das Kind gut saugt, kann zum Beispiel ein kleines Kissen oder die Bettdecke den Rücken des Kindes stützen.

Stillen im Sitzen: der Wiegegriff

junge Frau stillt Baby
© Halfpoint – Fotolia.com
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Der Wiegegriff ist die üblichste Stillposition. Das wichtigste an dieser Position ist, dass die Frau bequem und gut abgestützt sitzt. Der Körper des Kindes liegt auf dem Arm der Mutter, der Kopf in der Armbeuge. Das Kind wird auch bei einer kurzen Stilldauer schwer im Arm. Aus diesem Grund sollte der Arm der Frau auf einem Kissen oder dem Stillkissen ruhen, damit sie das Kind nicht halten muss. Auch hier ist es wichtig, dass das Kind Bauch an Bauch zur Mutter liegt. Viele Frauen entlastet eine Fußbank zusätzlich. Von meiner Erfahrung als Nachsorgehebamme kann ich sagen, dass man alle Mütter immer wieder darauf aufmerksam machen muss, die Schultern nicht nach oben zu ziehen, sondern entspannt hängen zu lassen. Mit der freien Hand sollte die Brust sanft umfasst werden. Sobald das Kind den Mund öffnet, wird es sachte mit dem Arm, in dem es liegt zur Brust gedrückt.

Stillen im Sitzen: die Fußballhaltung

Die Fußballerhaltung ist im Volksmund weit verbreitet, da das Kind wie ein amerikanischer Football unter dem Arm gehalten wird. Im Fachkreis wird sie Rückengriff genannt. Bei dieser Position liegt das Kind an der Seite der Mutter, auf einem oder mehreren Kissen. Die Füße des Babys zeigen Richtung Rücken der Frau, der Kopf liegt in der geschlossenen Hand des Armes. Der Rücken des Babys wird vom Unterarm der Mutter gestützt. Je nach Größe des Kindes muss im Rücken der Mutter ein dickes Kissen sein, damit die Beine und Füße des Babys nach hinten Platz haben. Diese Stillposition eignet sich auch für Frauen nach einem Kaiserschnitt, wenn der Bauch noch empfindlich ist.

Stillen mit Stillkissen Footballhaltung
© juan_aunion – Fotolia.com
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Dieses sind die üblichen Stillpositionen, neben diesen gibt es noch „akrobatische“ Positionen, die je nach Bedarf gebraucht werden. Sollte eine davon gebraucht werden, wird es Ihnen Ihre Hebamme sagen und zeigen.

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