Ernährungsplan für das erste Lebensjahr

Ernährungsplan für das erste Lebensjahr


Dein erstes Kind wurde gerade geboren oder ist vielleicht schon ein paar Monate alt? Dann wird Dich das Thema Baby-Ernährung sicherlich beschäftigen: Was gebe ich meinem Kind wann zu essen? In unserem Baby-Ernährungsplan für das erstes Lebensjahr haben wir alle Infos zusammengefasst.

Die Ernährung in den ersten Monaten

In den ersten Lebensmonaten Deines Babys ist ausschließlich Milch die geeignete Nahrung. Obst, Gemüse oder Saft haben auf dem Speiseplan noch nichts zu suchen. Nur Muttermilch oder Milchnahrung ist in dieser Zeit das Beste für Dein Kind. Diese sollte es nach Bedarf bekommen — das kann etwa alle zwei bis drei Stunden sein. Auch nachts. Gerade am Anfang solltest Du nicht nach einem strikten Plan füttern, sondern auch darauf achten, was Dein Baby verlangt. Trinkzeiten und -mengen haben in der ersten Zeit meist noch keinen festen Rhythmus. Mit der Zeit spielt sich ein, wann Dein Baby trinken möchte und wie viel es mag. Wenn Dein Kind einen Wachstummschub hat, braucht es einige Tage lang mehr und häufiger Milch, während es danach wieder weniger verlangt.

Das Wichtigste zum Stillen

Muttermilch ist in den ersten Monaten das Beste für Dein Kind. Ihre Nährstoffe sind auf die besonderen Bedürfnisse von Säuglingen abgestimmt, sie enthält alle Abwehrstoffe, die ein Kind benötigt. Beim Stillen gilt: Ein hungriges Baby sollte die Brust bestenfalls komplett leer trinken, damit es auch die fettreiche “Hintermilch” bekommt. Wenn es nur Durst hat, etwa an warmen Tagen oder nachts, reichen ihm manchmal auch ein paar Schlucke von der wässrigen “Vormilch”. Je häufiger Du Dein Baby anlegst, desto schneller steigert sich Deine Milchproduktion. Solltest Du Flaschennahrung zufüttern, hemmst Du die Milchproduktion im Umkehrschluss. Wasser oder Tee brauchst Du Deinem Baby in der Anfangszeit noch nicht zu geben.

Wenn Dir das ständige Stillen zu viel wird, kannst Du natürlich auch ab und zu Milch abpumpen und Deinem Partner das Füttern überlassen. Auch beim Abpumpen gilt: Dein Körper stellt sich mit der Zeit auf die zusätzliche Nachfrage ein, die er durch das Pumpen erhält. Falls Du jedoch zu viel Milch haben solltest — das ist gerade in der Anfangszeit oft der Fall — so ist Abpumpen nicht die beste Lösung, weil Deine Brust dann “denkt”, dass Dein Baby die Milch braucht. Gegen das Druckgefühl kannst Du lieber etwas Milch per Hand ausstreichen.

Wie lange Du Dein Baby stillen möchtest, ist allein Dir überlassen. Die Empfehlungen sind unterschiedlich: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt mindestens bis zum Beginn des 5. Lebensmonats ausschließlich zu stillen und anschließend ergänzend zur Beikost. Die WHO hingegen propagiert eine ausschließliche Stilldauer von 6 Monaten, und nach der Beikosteinführung eine Gesamtstilldauer von bis zu 24 Monaten oder darüber hinaus. Wichtig ist, dass Du Dich nicht unter Druck setzen lässt und auf Dein Bauchgefühl hörst. Wenn Du unsicher bist, kann Dir Deine Hebamme oder eine Stillberaterin helfen.

Für Mütter, die nicht stillen

Wenn Du nicht stillen kannst oder möchtest oder frühzeitig abstillst — das heißt, wenn Dein Baby jünger als sechs Monate ist — solltest Du Deinen Schatz mit Fertigmilch (Pre-Nahrung) ernähren. Du musst kein schlechtes Gewissen haben: Das bei uns erhältliche Milchpulver wird streng kontrolliert und ist so gut wie möglich an die Zusammensetzung der Muttermilch angepasst.

Flaschennahrung

Zuerst einmal ist es schwierig, einen Überblick über die vielen Produkte zu bekommen. Daher eine kleine Einführung:

  • Findest Du die Wortsilbe “Pre” auf der Säuglingsnahrung, ist das die erste Milch, die Dein Kind bekommt. Sie ist in ihrer Zusammensetzung der Muttermilch am nächsten. Sie enthält nur Milchzucker und ist etwa so dünnflüssig wie Muttermilch. Diese Fertigmilch wird als Anfangsnahrung bezeichnet, da sie vom ersten Tag an gefüttert werden kann. Sollte Dein Kind allergiegefährdet sein, solltest Du nach dem Zusatz HA (hypoallergen) Ausschau halten. Diese Milch solltest Du aber nur nach Absprache mit dem Kinderarzt geben.
  • Säuglingsanfangsnahrung mit einer 1 im Namen enthält zusätzlich Stärke. Sie ist dickflüssiger und sättigt länger. Auch sie kann vom ersten Tag an gefüttert werden. Aber sie kann auch eher zu einer Überfütterung und damit zu Übergewicht führen. Und: Diese Milch ist nicht für Babys geeignet, die sowieso schon Probleme mit der Verdauung haben!
  • Säuglingsnahrung mit der Ziffer 2 im Namen sollte frühestens ab dem fünften Monat gefüttert werden.
  • Normale Kuhmilch ist wegen ihres hohen Protein- und Mineralstoffgehalts für Säuglinge nicht geeignet. Erst ab dem sechsten Monat gelten geringe Mengen Kuhmilch (bis zu 200 ml) als Zutat im Vollmilch-Getreide-Brei als unbedenklich.

Schritt für Schritt die Beikost einführen

Frühestens nach Vollendung des vierten Monats (und spätestens mit Beginn des siebten) solltest Du den Speiseplan Deines Babys mit Beikost erweitern. Milchmahlzeiten kannst Du nun schrittweise durch feste Nahrung ersetzt bzw. ergänzt werden. Denn Muttermilch oder Säuglingsmilch geben Deinem Baby meist nicht mehr genügend Energie und Nährstoffe, vor allem Eisen. Als Beikost wird alles bezeichnet, was Babys außer Muttermilch oder Milchnahrung bekommen. Hierzu zählen Gemüse, Obst, Kartoffeln, Öl, Fleisch und Getreide sowie die daraus hergestellten Breie. All diese Bestandteile erfüllen wichtige Aufgaben bei der Versorgung Deines Babys und werden zu einem bestimmten Zeitpunkt in den Ernährungsplan eingeführt. So ist zum Beispiel die Zugabe von Fleisch im Säuglings- und Kleinkindalter wichtig, um Dein Kind ausreichend mit Eisen zu versorgen.

Als Ersatz für den empfohlenen fleischhaltigen Brei kannst Du bei Bedarf einen vegetarischen Gemüse-Kartoffel-Getreide-Brei geben, der mit einem Vitamin-C-reichen Saft oder Obstpüree angereichert wurde. Von veganer Ernährung raten die Fachgesellschaften dringlich ab! Wenn Du Dich als stillende Mutter vegan ernährst, solltest Du trotzdem nicht auf tierische Lebensmittel wie Milch, Ei, Fleisch oder Fisch in der Beikost verzichten! Denn dann wäre das Risiko eines Nährstoffmangels groß und kann der Gesundheit Deines Kindes schaden.

Selbstzubereiteter Brei

Du kannst Deinem Kind selbstzubereitete oder industriell hergestellte Breie füttern, beides sind gute Möglichkeiten. Fertigbreie enthalten aber oft Gewürze und Fleischbrühe. Eine Umgewöhnung auf selbstgekochte Breie kann dann durch den veränderten Geschmack schwierig sein. Am besten kaufst Du also, wenn Du auf Gläschen zurückgreifen möchtest, Produkte mit Zutaten, die auch in den anerkannten Rezepten für die Selbstzubereitung empfohlen werden. Produkte mit Zusätzen von Salz oder Aromen oder mit starkem Süßgeschmack solltest Du vermeiden.

Vorteil der Selbstzubereitung: Du kannst für eine große Geschmacksvielfalt sorgen und Dein Kind kann sich an eine breitere Palette von Geschmack und Konsistenz gewöhnen. Wähle Obst- und Gemüsesorten, die Du und Dein Partner selbst gerne esst. So gewöhnt sich Euer Kind schon an Euren “Familien-Geschmack”. Übrigens: Eine frühe Vielfalt in der Ernährung kann dazu beitragen, dass Kinder neue Lebensmittel leichter annehmen. Brei solltest Du aber möglichst frisch zubereiten. Auch wichtig: Breimahlzeiten in Form von Trinkbreien oder Gutenacht-Fläschchen sind nicht zu empfehlen, Stichwort Überfütterung und Karies-Gefahr!

5. bis 7. Monat: Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei

Die Beikost startet meist mit einem Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei. Um Dein Kind daran zu gewöhnen, kannst Du ihm mittags zunächst einige Teelöffel fein püriertes Gemüse geben, besonders Karottenmus eignet sich gut. Auch Sorten wie Kürbis, Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi, Fenchel, Pastinake, Zucchini funktionieren. Danach gibt es wie gewohnt Milch, denn Dein Baby muss erst lernen, dass der Brei satt macht. Die Gemüsemenge steigerst Du dann langsam auf etwa 100 Gramm und ergänzt danach Schritt für Schritt die weiteren Zutaten. Der Gemüsebrei kann dann also um eine gegarte Kartoffel und einen Esslöffel Rapsöl erweitert werden. Im letzten Schritt kommen noch etwa 30 Gramm mageres Fleisch und eineinhalb Esslöffel Obstsaft hinzu. Das im Saft enthaltene Vitamin C bewirkt, dass das im Fleisch enthaltene Eisen besser aufgenommen wird.

Du kannst und solltest die Beikost-Zutaten variieren, indem Du zum Beispiel verschiedene Gemüsesorten verarbeitest. Außerdem kannst Du die Kartoffeln durch Nudeln, Reis oder andere Getreidesorten ersetzen. Fisch, auch gerne fettreichen Fisch wie Lachs, kannst Du alternativ zum Fleisch ein bis zwei Mal die Woche füttern. Hast Du bereits einen Monat lang Brei gefüttert, kannst Du vielleicht schon eine ganze Milchmahlzeit mittags durch eine Portion Brei ersetzen. Übrigens gewöhnen sich manche Kinder bereits in wenigen Tagen an die ganze Breimahlzeit, andere brauchen Wochen dafür. Mach Dir also keine Gedanken, falls es etwas länger dauert. Auch Babys, die viel und gern Beikost essen, wollen mitunter zwischendurch an die Brust — weil Stillen eben mehr ist als nur Nahrungsaufnahme.

6. bis 8. Monat: Vollmilch-Getreide-Brei

Circa einen Monat nach Einführung des ersten Breis wird meist abends oder nachmittags eine weitere Breimahlzeit eingeführt, der Vollmilch-Getreide-Brei. Diesem wird ein vitaminreicher Obstsaft oder Obstpüree zugefügt. Bei der Selbstzubereitung von Milchbrei kannst Du etwa pasteurisierte und ultrahocherhitzte Vollmilch oder H-Milch (3,5 Prozent Fett) oder auch eine Säuglingsmilch verwenden. Roh- oder Vorzugsmilch sind nicht geeignet, da sie erhebliche Risiken für die Gesundheit Deines Kindes mit sich bringen können. Bei einem fertigen Milchbrei solltest Du die Produkte bevorzugen, die dem selbst zubereiteten Brei möglichst ähneln, heißt: wenige Zutaten und keine unnötigen Zusätze wie Kakao, Aromen oder größere Mengen Süßungsmittel. Vitamine, Mineralstoffe und Milchsäurebakterien brauchst Du dem Milchbrei nicht hinzuzufügen.

7. bis 9. Monat: Getreide-Obst-Brei

Der nächste Brei, der milchfreie Getreide-Obst-Brei, wird bevorzugt nachmittags gefüttert. Hierfür verrührst Du Vollkorngetreideflocken (möglichst ohne Zuckerzusatz) mit Wasser, kochst sie auf und lässt sie etwas quellen. Wenn Du Grieß verwendest, wird dieser in kochendes Wasser eingerührt. Dem warmen Brei fügst Du gedünstetes Obst der Jahreszeit und Rapsöl hinzu. Greifst Du zu fertigen Gläschen, sollten diese Breie keine Milchprodukte enthalten. Ist diesen noch kein Fett zugefügt, mischst Du es einfach im Nachhinein dazu.

Milchmahlzeit als Ergänzung

Trotz Beikost solltest Du zumindest in den ersten sechs Monaten versuchen, weiter zu stillen beziehungsweise danach eine Flasche Säuglingsmilchnahrung zu füttern. Andere Milchprodukte, wie Quark oder Früchtejoghurt als Zwischenmahlzeit oder Dessert sowie normale Milch im Fläschchen, solltest Du im ersten Lebensjahr noch nicht füttern. In diesem Alter sollte Dein Kind nicht mehr als 200 ml Kuhmilch pro Tag in Form von Vollmilch-Getreide-Brei bekommen.

9. bis 12. Monat: Übergang zur Familienkost

Nun ist es soweit: Die ersten Zähnchen sind wahrscheinlich schon da. Und die wollen etwas zum Kauen haben. Gemüse, Kartoffeln, Fleisch, Fisch und Co. brauchst Du nun nicht mehr zu zerdrücken, sondern nur noch kleinzuschneiden. Aber bitte noch ohne Salz und viele Gewürze. Als Zwischenmahlzeiten eignen sich weiterhin Obst, aber auch Dinkelstangen oder Reiswaffeln. Vollkorn- oder Mischbrot, leichter Belag (Frischkäse, Wurst, Margarine), ungesüßte Tees und natriumarmes Wasser ergänzen den Speiseplan Deines Kindes nun. Du kannst wie bei den Großen nun den Speiseplan Deines Kindes gestalten, nur mit kleineren Portionen, die weder gesalzen noch gezuckert sind. Zum Beispiel kann Dein Kind nun morgens Brot mit Belag oder Vollkornmüsli essen, dazu Tee oder Milch. Mittags kann es dann Kartoffeln, Gemüse und Fleisch bekommen, zwischendurch z.B. Obst und Reiswaffeln, abends darf es beispielsweise wieder kleine Brotstücke mit Belag essen. Hauptsache Du ernährst Dein Kind ausgewogen, gibst ihm alle notwendigen Vitamine und Nährstoffe und achtest auf die Inhaltsstoffe.

Und bitte denk’ immer daran: Beikost-Pläne sollen nur grobe Orientierungshilfen für eine vollwertige Ernährung Deines Babys sein. Niemand ist gezwungen, sich akribisch daran zu halten. Wenn es Dir zum Beispiel leichter fällt, als erstes den Nachmittags-Brei einzuführen, dann ist das eben so. Und wenn Dein Baby sich weigert, Brei zu essen, dann ist die  Baby led weaning-Ernährungsform, auch “Breifrei genannt, vielleicht etwas für Euch. In einem weiteren Artikel haben wir Tipps und Tricks zum Brei füttern zusammengefasst.

Das könnte Dir gefallen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.