Haarpflege mit Baby-Shampoo: Muss das sein?


Kennst Du Babys und Kleinkinder, die echte Fans vom Haarewaschen mit Baby-Shampoo sind? Ich nur wenige. Viel öfter höre ich, dass es eine richtige Tortur für Eltern und Nachwuchs darstellt, wenn die nächste Kopfwäsche dran ist. Online findest Du deshalb viele Tipps, die den Kleinen helfen, ihre Panik vorm Haarewaschen zu überwinden. Aber gibt es vielleicht auch eine viel einfachere Möglichkeit? Kann man auf die Haarwäsche mit Baby-Shampoo eventuell auch weitgehend verzichten? Hier erzähle ich Euch von meinen Erfahrungen.

Warum will ich Babys Haare mit Babyshampoo waschen?

Nachdem ich meinem Baby zum ersten Mal unter Brüllen und Winden die Haare gewaschen hatte, entschied ich für mich, dass Zwang in der Körperpflege nicht mein Stil ist. Immer, wenn es einen großen Konflikt zwischen mir und meiner Tochter gibt, frage ich mich, warum ich bestimmte Dinge durchboxen will.  

Also, warum will ich meinem Kind eigentlich die Haare waschen?  

  • Ich möchte, dass die Haare sauber sind. 
  • Die Haare meiner Tochter sollten gut riechen. 
  • Ich will nicht, dass meine Tochter Läuse, Flöhe oder anderes Ungeziefer bekommt.  

Das waren meine persönlichen Gründe, warum ich das Haarewaschen bei meinem Baby durchziehen wollte.

 

Oft mache ich Dinge nur, “weil es sich gehört”. Ich hinterfrage viel zu spät. Als ich meine Motive herausgefunden hatte, überlegte ich weiter. Mein Nachwuchs hatte noch keine fettigen oder schmutzigen Haare. Die Haare haben auch nie wirklich unangenehm gerochen. Gerade bei kleinen Babys duftet der Kopf besonders gut. Ist es also überhaupt notwendig, die Haare zu waschen und wenn ja, in welchem Abstand? Reicht vielleicht sogar nur Wasser und ich könnte das Babyshampoo weglassen?  

Wie oft müssen Kinderhaare gewaschen werden? 

Nach den meisten Empfehlungen solltest Du Neugeborene einmal pro Woche baden und ihnen dabei auch die Haare waschen. Ist das Baby zwei bis drei Monate alt, sind auch zwei Bäder pro Woche inklusive Haarwäsche mit Babyshampoo in Ordnung.  

Wer die Kleinen zu häufig wäscht, der riskiert, dass der natürliche Schutzmantel der Haut angegriffen wird. Das kann zu trockenen Stellen führen. Je älter die Kinder werden, desto robuster ist ihre Epidermis. Deshalb kannst Du sie dann auch öfter mit Wasser, Seife und Shampoo in Kontakt bringen.   

Geht es auch ohne Haarwäsche? Die No-Poo-Bewegung

Gut, dass wir die Haare beim Baby waschen dürfen, wissen wir jetzt. Aber geht es auch ohne Baby-Shampoo bzw. Kinder-Shampoo? Bei meiner Recherche habe ich keine konkreten Studien zur Haarpflege bei Kleinkindern gefunden, aber bin auf die “No-poo”-Bewegung gestoßen.  

Celebrities wie Kim Kardashian, Gwyneth Paltrow, Adele und Jessica Simpson sind Vertreterinnen des Trends, sich die Haare nicht bzw. ohne Shampoo zu waschen. Wenn eine Methode so viele berühmte Anhängerinnen hat, müsste es dazu doch auch Untersuchungen geben, oder? 

Leider existieren bisher weder offizielle Studien, die No-poo unterstützen noch widerlegen. Was allerdings bekannt ist, sind verschiedene Inhaltsstoffe in konventionellen Shampoos, die tatsächlich schlecht für Babys Kopfhaut sind.  

Baby-Shampoo: Inhaltsstoffe auf dem Prüfstand 

In klassischen Haarshampoos sind Inhaltsstoffe, welche die Kopfhaut reizen und irritieren können. Dazu zählen unter anderem: 

  • Cocamidopropylbetain: Dieser Stoff wird aus der Kokosfettsäure gewonnen. Er sorgt für bessere Kämmbarkeit, kann aber allergische Reaktionen hervorrufen.  
  • Propylenglykol: Dabei handelt es sich um ein Erdölderivat, das langfristig zu trockener und schuppender Haut führen kann. Sogar Akne kann ausgelöst werden. 
  • Vitamin E (Tocopherol): Das fettlösliche Vitamin E kann sich im Körper anreichern. Eine Tierstudie zeigte, dass eine Überdosierung der Substanz die Knochen schädigen kann.  
  • PEG/PEG-Derivate: Können die Schutzschicht der Haut schädigen. Außerdem stehen sie im Verdacht, erbgutschädigend und krebserregend zu sein. Auch in der Schwangerschaft solltest Du auf Produkte mit PEG und den entsprechenden Derivaten verzichten. Sie können ebenfalls die Frucht negativ beeinflussen.  
  • Sulfate: Sie entziehen der Haut das schützende Fett. Dadurch kommt es zum Austrocknen. Sogar Allergien können entstehen.  

Zudem möchte ich Dich noch auf weitere Stoffe aufmerksam machen, die in Baby-Shampoo nichts zu suchen hat: 

  • Parabene: Die Chemikalie wird als Konservierungsstoff verwendet. Sie weist eine östrogenähnliche Wirkung auf und kann über die Haut in den Organismus eindringen. Studien deuten darauf hin, dass Parabene den Hormonhaushalt beeinflussen können.  
  • Synthetische Polimere (Mikroplastik): Sie können ebenfalls eine östrogenähnliche Wirkung haben und dadurch das Wachstum der Babys negativ beeinflussen.  
  • Formaldehyd: Ist ein Konservierungsmittel, das Krebs auslösen kann.  
  • Silikone: Einige Silikone können krebserregend sein und Organschäden verursachen. Hauptsächlich ist das Problem mit Silikonen aber, dass sie sich in einer Schicht um die Haare und auf die Kopfhaut legen. Es kommt kein Sauerstoff mehr durch.  

So findest Du das richtige Baby-Shampoo

Wenn Du Deinem Baby die Haare mit Shampoo waschen willst, dann achte auf gesunde Produkte. Schau Dir gerne die Empfehlungen von Öko-Test an. Neben vergleichsweisen teuren Shampoos aus der Naturkosmetik haben auch Artikel der Drogerie-Eigenmarken gut abgeschnitten. Du musst also nicht unbedingt viel Geld für die Babypflege ausgeben. 

Du suchst ein mildes Shampoo? Dann ist der Griff zum “Keine-Träne-Produkt” falsch. Hast Du Dir schon einmal Gedanken gemacht, wieso bestimmte Haarseifen die Augen nicht tränen lassen? Das liegt häufig am Zusatz von Polyglycolethern wie Laurylalkohol oder Ethylenoxid. Diese Stoffe betäuben das Auge kurzfristig, sodass es nicht tränen kann. Dadurch wird allerdings eine Schutzfunktion des Sehorgans unterdrückt.  

Ökotest rät sogar dazu, Babyhaare anfangs nur mit Wasser zu waschen. Erst bei dichterem Schopf wird Baby-Shampoo empfohlen.  

Mein Fazit: 6 Monate ohne Haarwäsche sind kein Problem 

Meine Tochter ist jetzt fünf Jahre alt. Im Moment läuft es mit dem Haarewaschen gut. Das bedeutet allerdings in unserem Fall, dass wir alle zwei bis drei Wochen mit Shampoo waschen. Ansonsten werden die Haare bei jedem Bad nur mit Wasser gespült.  

Wir hatten zwischendurch aber auch Phasen, in denen wir bis zu einem halben Jahr überhaupt kein Shampoo benutzt haben. Viele Monate lang hatte ihr Haupt keinen direkten Kontakt mit Wasser. Tatsächlich bildete sich in diesen Phasen ein gelblicher Schorf auf der Kopfhaut. Die Haare sahen aber immer sauber aus. Ungeziefer hatten wir zweimal auf Bali, das war allerdings tatsächlich in Phasen, in denen wir die Haare wuschen.   

Bei der Körperpflege keinen Zwang ausüben

Was mir grundsätzlich am Herzen liegt ist, dass Du Dich nicht verrückt machen brauchst. Dein Kind überlebt mehrere Wochen ohne Haarwäsche unbeschadet. Du bist keine schlechte Mama, wenn Du Dein Kind nicht zu regelmäßiger Hygiene zwingst. Lässt sich darüber beim Zähneputzen ob der Folgen noch streiten, sehe ich beim Haarewaschen keinen triftigen Grund, es jede Woche durchzuziehen.  

Andererseits ist es auch okay, wenn Dir die Haarwäsche bei Deinem Nachwuchs wichtig ist. Es ist für Dich okay, dass Dein Kind ein paar Tränen in der Wanne verdrückt? Dann wasch die Haare und fühle Dich gut dabei. Das Weinen wird wahrscheinlich genauso wenig schaden wie der Verzicht auf regelmäßige Reinigung.  Was wirklich wichtig ist, ist die richtige Produktwahl. Wäschst Du die Haare, achte auf ein mildes, natürliches Shampoo für Deinen Zwerg. 


Wie sind Deine Erfahrungen mit der Verwendung von Baby-Shampoo? Wie oft wäschst Du Deinem Kind die Haare? Schreib es uns gern in die Kommentare. 

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