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High Need Baby: Wenn Dein Kind Dir alle Kräfte raubt


In letzter Zeit ist er scheinbar in aller Munde, der Begriff “High Need Baby”. Auf den ersten Blick wirkt es so, als handle es sich um eine Diagnose oder ein Krankheitsbild. Was aber tatsächlich hinter einem “High Need Baby” steckt und was diese Terminologie bewirken soll, erfährst Du in diesem Artikel.

Was ist ein High Need Baby?

Der Begriff “High Need Baby” geht unmittelbar auf den amerikanischen Kinderarzt und Autor William Sears zurück. Er machte mit seinem vierten von acht Kindern die Erfahrung, dass dieses um ein Vielfaches mehr Zuwendung benötigte als die älteren Geschwister. Während er vorher immer gedacht hatte, dass manche Eltern schlicht übertreiben oder unter genereller Überforderung litten, wurde ihm nun klar, dass nicht jedes Baby gleich anspruchsvoll ist, sondern es ein Spektrum gibt, an dem High Need Babys am oberen Ende angesiedelt sind. Das bedeutet nicht, dass nicht jedes andere Baby auch einige oder viele der folgenden Kriterien erfüllt. Jedes Baby ist hilflos und auf die Zuwendung und Unterstützung von Erwachsenen angewiesen. Wenn Du also bei vielen Punkten denkst, das trifft doch auf fast alle Babys zu — dann mag das durchaus richtig sein. Ein High Need Baby aber erfüllt alle der zwölf Kriterien von Dr. Sears.

12 Kiterien für ein High Need Baby nach Dr. Sears
  • “Intense”: Die Körpersprache eines Babys zeigt bereits seine innere Verfassung. Bei manchen Babys sind, wenn sie schreien, alle Muskeln im Körper angepannt, sodass sie sich förmlich nach oben biegen wie ein Bogen. Ihre Händchen sind zu Fäusten geballt und ihr Weinen ist sofort schrill und alarmierend. Sie verlangen nach unmittelbarer, intensiver Aufmerksamkeit.
  • “Hyperactive”: Sobald sie krabbeln oder sich sonstwie fortbewegen können, scheinen sie wie getrieben. Sie müssen sich förmlich bewegen, erkunden, aktiv sein. Das geht bei manchen Babys sogar so weit, dass sie nicht auf dem Arm gehalten werden wollen oder zu viel Körperkontakt meiden. Das kann das Stillen stark erschweren. Die meisten Babys beruhigen sich aber im Tragetuch oder in eine Decke gepuckt.
  • “Draining”: High Need Babys benötigen jedes Bisschen von Deiner Energie — und wollen dann mehr. Das tun sie nicht aus bösem Willen, sondern um sich sicher und geborgen zu fühlen und sich richtig entwickeln zu können.
  • “Feeds frequently”: Ein High Need Baby stillt sehr häufig bzw. verlangt nach der Flasche. Die (Mutter)Milch ist für das Baby nicht nur Nahrungsquelle, sondern auch Beruhigung und Trost. In unserer Kultur wird so häufiges Füttern oder Stillen meist als negativ angesehen, in anderen Kulturen ist es ganz selbstverständlich.
  • “Demanding”: Es gibt Babys, die fragen nicht langsam und zögerlich, sondern “fordern” regelrecht mit ihrem Weinen. Wenn sie nicht unmittelbar bekommen, wonach sie verlangen, folgt bitterlicher Protest. In einer Kultur, in der viele Eltern denken, die Kontrolle über ihre Kinder haben zu müssen, kann das natürlich zu Konflikten führen.
  • “Awakens frequently”: Scheinbar brauchen High Need Babys nur von einem nicht mehr als andere: Schlaf. Leider lässt sich daran nicht viel ändern, außer eine möglichst schlaffördernde Umgebung zu schaffen.
  • “Unsatisfied”: Obwohl Eltern von High Need Babys vielleicht gefühlt nichts anderes tun als ihr Kind zu tragen, zu beruhigen, zu füttern und alles zu geben, sind die Babys häufig unzufrieden. Das mag sich wie ein Versagen der Eltern anfühlen, letztendlich gehört es aber einfach zum Charakter mancher Kinder. Und mit der Zeit wird das Baby — genauso wie die Eltern — lernen, besser damit umzugehen.
  • “Unpredictable”: Babys können wirklich unberechenbar sein. Was im einen Moment super funktionierte, kann am nächsten Tag als Beschäftigung oder Beruhigung völlig wirkungslos sein. Mal sind sie super gelaunt, im nächsten Moment unausstehlich.
  • “Super-sensitive”: High Need Babys reagieren auf Veränderungen ihres gewohnten Umfelds sehr sensibel. Sie bestehen auf ihre Routine, sind schnell überreizt und überfordert.
  • “Can’t put baby down”: Babys sind naturgemäß am liebsten auf dem Arm einer Bezugsperson. Für High Need Babys gilt das uneingeschränkt, manche lassen sich keine zwei Minuten irgendwo ablegen.
  • “Not a self-soother”: Manche Babys können sich mit einem Kuscheltier, einer Spieluhr oder einem Mobile beruhigen und selbst beschäftigen. Für High Need Babys kommt das nicht in Frage. Sie brauchen menschliche Zuwendung und echten Kontakt, um sich zu beruhigen.
  • “Separation sensitive”: Ein High Need Baby akzeptiert genau eine Bezugsperson: Die Mutter. Einen Ersatz dafür zu finden, fällt ihm extrem schwer.

Warum genau ein Baby ein “High Need Kind” ist, weiß man bisher nicht sicher. Ich persönlich würde sagen, das hat einfach mit dem individuellen Charakter und dem inneren Bauplan des Kindes zu tun. Ich habe aber auch Meinungen gefunden, die “schwere Geburtserfahrungen als Auslöser einer frühkindlichen Regulationsstörung durch die verzögerte Reifung des zentralen Nervensystems ” sehen. Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten stehen im Gespräch, die Verhaltensweisen von Babys dementsprechend zu beeinflussen.

Ein High Need Baby ist nicht krank!

Jetzt fragst Du Dich vielleicht, wie genau man das messen soll. Ist Dein Baby ein High Need Baby, wenn es manchmal alle Kriterien erfüllt? Was, wenn nur elf davon definitiv zutreffen? Wann kann man ein Baby als High Need bezeichnen und wann nicht? Die gute Nachricht ist: Das ist völlig unwichtig! “High Need Baby” ist keine Krankheit, sondern eine Ausdruckshilfe. Sie soll eines ganz klar verdeutlichen: Wenn Eltern von ihrem Baby so viel mehr angestrengt sind, als andere, dann hat das häufig nichts mit den Eltern zu tun. Wer ein sehr bedürfnisstarkes Baby hat, darf sich aber trotzdem oft den (unterschwelligen) Vorwurf gefallen lassen, dass das an der eigenen Unfähigkeit oder sogar an mangelnder Erziehung (!) liege. Dass das absoluter Quatsch ist, können viele leider erst sehen, wenn sie selbst ein High Need Baby haben — viele also nie.

 

Mit den zwölf Kriterien und der Begrifflichkeit wollte William Sears Eltern von Babys mit hohem Bedarf eine Argumentationsgrundlage anbieten, diese Sachverhalte jemandem zu erklären, der ein weniger schwieriges Kind hat. Er möchte damit kein Stigma schaffen oder gar ein Krankheitsbild, sondern eine einheitliche Bezeichnung. Diese soll das Verständnis unter Eltern und die gegenseitige Unterstützung fördern.

Ich habe ein anspruchsvolles Baby – was hilft?

Ein Baby ist, wie es ist. Erziehung im Sinne der aktiven Formung im Säuglingsalter ist nicht nur meist recht uneffektiv, sondern kann auch langfristig Schaden anrichten. Wenn ein Baby zum Beispiel nicht alleine einschlafen kann, kann man es einem Schlaftraining unterziehen. Danach schläft es womöglich problemlos alleine ein, hat aber wiederholt echte Todesangst druchlebt, die seinen Charakter ein Leben lang prägt. Anstatt zu versuchen, ein “einfacheres” Baby zu erzwingen, macht es mehr Sinn, sich mit der Situation anzufreunden und das Beste daraus zu machen.

Tipps für den richtigen Umgang mit High Need Babys: 
  • Wenn möglich, stille Dein Baby nach Bedarf.
  • Nutze häufig ein Tragetuch oder eine Babytrage.
  • Richte vorübergehend Deinen Alltag nach dem Baby aus und verlange nicht von Deinem Baby, sich nach Deinem Alltag zu richten.
  • Schaffe kleine Routinen im Alltag, z.B. beim Aufstehen oder zum Einschlafen.
  • Du kannst versuchen, feste Schlafenszeiten anzustreben, rechne aber jederzeit damit, dass Dein Baby zu anderen Zeiten schlafen muss.
  • Suche Gleichgesinnte. Wenn Du Dich mit Eltern umgibst, die Deine Situation nicht verstehen können, macht Dich das vielleicht wütend — weil Du denkst, Dein Baby “funktioniert” nicht so gut wie andere.
  • Hole Dir Unterstützung von Deinem Partner oder Verwandten / Freunden. Auch wenn sie Dir mit dem Baby selbst vielleicht nicht viel helfen können, können sie Dich im restlichen Alltag unterstützen oder einfach mal zuhören.
  • Unternimm viele Spaziergänge in der freien Natur. Dort wird Dein Baby wahrscheinlich ruhig sein und Du hast nicht das Gefühl, Dir fällt die Decke auf den Kopf.
  • Mach Dir klar, dass Euer Problem nur eine Phase in Eurem Lebens ist. Eine Phase, die vorbei geht. Je mehr Du jetzt in die gesunde Entwicklung Deines Babys investierst, desto weniger Schwierigkeiten werdet ihr hoffentlich später haben.
  • Vergleiche Dein Baby nicht mit anderen und erwarte nicht, dass es alles genau so macht, wie es im Buch steht.
  • Nimm Dir Sprüche und gut gemeinte Ratschläge anderer nicht zu Herzen. Sie meinen das nicht böse und haben nicht dieselbe Erfahrung wie Du.

Auch ich selbst hatte ein Baby, das die meisten der oben genannten Kriterien erfüllte, also insgesamt recht bedürfnisstark war. Mit den oben genannten Tipps gelang es mir trotzdem, die meiste Zeit ein sehr zufriedenes Baby zu haben. Ich weiß also, wie anstrengend es sein kann, so viel zu geben. Mir half es immer sehr, Erfahrungsberichte von Müttern mit bedürfnisstarken Kindern zu lesen.

Hast Du auch Erfahrungen mit einem High Need Baby? Welche Tipps haben Dir geholfen? Wir freuen uns über Deinen Kommentar!

High need baby - wenn Dein Baby Dir alle kräfte raubt. Was ist ein High need Baby und was hilft Dir im Alltag

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23 Kommentare zu “High Need Baby: Wenn Dein Kind Dir alle Kräfte raubt

  1. Meine große war so ein Baby. Sie ist jetzt 3 1/2. ich wusste nicht das es so was gibt. Über Hilfe wäre ich froh gewesen und keine blöden Tipps.
    Fremdeln mit drei Monaten. Geruch von Parfum löste Panik aus. Alles was anders war. Und keiner hat es verstanden. Manche waren sauer und meinten wir ziehen uns zurück. Ich war aber froh mal meine Ruhe zu haben und nichts tun zu müssen.
    24 Stunden, jede 1 1/2 Stunden stillen und das eine Stunde lang.
    In der Schwangerschaft hatte ich früh Wehen, wegen Magnesiummangel. Aufhalten in der 33. Woche und dann einleiten bei 40+5 mit Saugflocke.
    Verständlich das es da dann Probleme geben kann mit dem Baby

  2. Ich bin heute zum ersten mal auf den Begriff “high need baby” gestoßen und mir liefen nur noch die Tränen als ich den Bericht von Dr. Sears und Beiträge zu diesem Thema in verschiedenen Foren las. Tränen der Erleichterung und der Freude. Zwei Jahre lang zerbrach ich mir täglich den Kopf darüber was ich falsch gemacht habe, machte mir Vorwürfe und hatte Angst das mein Kind vllt sogar krank ist. Immer wieder sprach ich Ärzte auf verschiedene “Merkmale” an, die bei meinem einfach “anders” sind als bei anderen. Ich wurde nie ernst genommen. Immer wieder hieß es nur; jedes Kind ist anders. Natürlich ist jedes Kind anders und auch nicht jedes Kind ist jeden Tag gleich. Wenn man aber als Mama einfach weiß das das Kind anders als anders ist und man nicht ernst genommen wird, fühlt man sich einfach nur hilflos. Aber jetzt weiß ich, ich bin nicht alleine, mein Kind ist nicht krank und ich habe auch nichts falsch gemacht.
    Ich fühle mich jetzt richtig befreit.

  3. Ich habe auch gerade zum ersten Mal vom “high need baby” gelesen und bin zu tiefst erleichtert. Wir haben immer gedacht dass kann doch nicht normal sein. Und nicht nur eine “Phase”. Doch weder von meiner Hebamme noch vom kinderarzt wurde ich ernst genommen. Selbst als ich sagte dass ich mich allmählich überfordert fühle. Wir hatten eine sehr entspannte Wassergeburt also kann es bei uns nicht daran liegen. Mein kleiner ist jetzt 8 Monate alt und ich bin ihn sehr viel am tragen. Ich hoffe wenn er bald laufen lernt, etwas selbstständiger zu sein und ich etwas mehr frei Raum habe. Es tut gut zu wissen dass man nicht allein ist trotzdem bin ich etwas enttäuscht dass ich jetzt weiß das es keine Phase ist die in ein paar Monaten vorbei geht.

  4. Kristina, sehr gerne!
    Mein Sohn ist jetzt 12 Monate alt. Die ersten Monate mit ihm waren sehr sehr anstrengend. Mittlerweile hat es sich etwas gelegt, aber er fordert uns immer noch sehr und bringt mich oft an meine Grenzen!
    Falls du Lust auf einen Austausch hast, dann melde dich gerne! :)

    1. Kann man ein High Need Baby nun mit einem Schreibaby vergleichen?

      Auf unseren (inzwischen 14 Monate alten) Racker trafen (gottseidank ist das vorbei, mit ca 7 Monaten hat sich alles langsam normalisiert und gebessert) die Punkte allesamt zu.. Nur, dass unserer noch zusätzlich 7-10 Stunden täglich geschrien hat… Auch am Arm und manchmal sogar an der Brust…
      Wir haben ihn nicht mal in den Kinderwagen legen können, da hat Theater pur gegeben.. Am Arm spazieren getragen haben wir ihn … Monatelang.

      Übrigens .. uns hat auch niemand geglaubt.
      Die Hebamme sogar weniger als der Kinderarzt.

      Wir waren fix und fertig. Wollten kein zweites (eigentlich wären ja 4 Stück geplant gewesen) Kind mehr. Aber wir habens geschafft…

      Und ihr werdet das auch schaffen!

      Und lasst euch nur ja nichts einreden! Schreien lassen ist keine Lösung. Und auch kein Schnuller mit Honig! Und schon gar keine Speckschwarten zum “Rumluschen”!

      Ihr seid alle tolle Eltern und ihr habt nichts falsch gemacht!

  5. Hallo Mädels,
    Schön nicht allein zu sein. Während ich das schreibe, liegt meine Kleine (3 Monate), gerade auf mir und schläft. Wir zwei hatten einen wirklich miesen Start. Danach wurde die Zeit tatsächlich erst einfacher als ich es als gegeben hingenommen habe das sie ein,, Tragling,, ist. Sie musste mehr als einmal mit mir auf die Toilette….. Stumpfe Routine waren dann letztendlich der Schlüssel. Keine Termine bzw. nur wenn nötig. Wenig (am Anfang keinen) und dosiert Besuch. Wenn alles zu viel ist und sie dann endlich wieder auf meinen Arm ist stößt sie ein richtig tiefes Seufzen aus und wird (mittlerweile) richtig ruhig.
    Fühlt euch alle gedrückt und lasst Sprüche wie:,, Na die hat euch ja super im Griff,, an euch ab prallen (mit damals 2 Monaten ist klar) . Mitspracherecht hat da nur der/die ebenfalls so ein kleinen Krümel haben. Für den Rest, genießt das schmusen- klarer Vorteil :)

    Viele Grüße
    Nina

  6. Unser Sohn hat 10 der 12 Merkmale für die ersten 3 Monate erfüllt. Ich hatte keine schöne Schwangerschaft (Übelkeit, Erbrechen, Taube Gliedmaßen, Wassereinlagerungen, Autounfall, Diabetes, SS-Vergiftung) und durch die Umstände auch keine schöne Geburt (Einleiten in der 38. SSW, nach 24 h Wehen dann Notkaiserschnitt). Unser Sohn wurde mit einer Neugeboreneninfektion geboren und musste 10 Tage auf der Kinderintensivstation behandelt werden. Wir gehen stark davon aus, dass diese Umstände die nachfolgende Zeit so schwer gemacht haben. Freundinnen, welche ähnliche Probleme hatten erging es anschließend ganz genau so. Ich denke man kann schon sagen, dass es davon kommen kann. Es wurde dann aber recht schlagartig sehr viel besser. In der Zeit hat nicht viel geholfen, alle Tipps funktionierten meist ein oder zwei mal und danach nicht mehr. Das einzige was ihn kontinuierlich sofort beruhigt ist ein Föhn. Ich wünsche allen viel Kraft, die sich gerade in ein schwierigen Phase befinden.

  7. Hallo, anscheind habe auch ich ein highneedbaby. Aber ehrlich gesagt, bin ich glücklicherweise von Anfang an davon ausgegangen, dass Babys sehr anstrengend sind. Ja, es gibt auch einfache Babys, wovon ich nur träumen kann. Aber ich habe einen tollen, aufgeweckten Sohn. Das es nicht normal sein soll, dass er nur im Körperkontakt die ersten 4-5 Monate schlafen konnte (keine Chance zum Ablegen, immer wieder viel schreien) darauf bin ich glücklicherweise nie gekommen. Ja unsere Babys sind traglinge, die ständig trost, sicherheit, wärme, Muttermilch und Geborgenheit brauchen. Und ja man kann kaum was machen, und ohne familiäre Unterstützung ist man manchmal nah am Wahnsinn (mein Mann nannte mich zurecht das erste halbe Jahr “Hausdrache”). Nun wird es tagsüber deutlich leichter. Mein Sohn 10,5 Monate hat 6 Zähne, brabbelt toll, kann super selbstständig spielen und fängt seit einigen Tagen an immer mal wieder ein paar Schritte frei zu laufen. Nur Nachts kommt er immer noch schreiend alle 1,5 Std an die Brust…..Was mich interessiert: Ab wann soll es einfacher werden. Gibt es ähnliche Entwicklungen bei diesen fordernden Babys?

  8. Hallo ihr Lieben,
    mich würde mal interessieren was aus euren Kindern geworden ist und ob man sich auch mal privat austauschen kann…
    Liebe Grüße Nicole

    1. Hallo Nicole,
      Ich würde mich sehr gerne privat austauschen. Meine Kleine ist jetzt 5 Monate alt und ein typisches high need baby. Freue mich über deine Antwort.
      Liebe Grüße, Elisa

  9. Hallo Zusammen,
    Ich weiß dieser Beitrag wurde schon vor längerer Zeit geschrieben, aber bin gerade dermaßen geflasht und gerührt zu gleich. Ich sitze hier mit Tränen, weil ich jetzt endlich eine Antwort auf alle meine Gedanken zu meiner zweiten Tochter (14 Monate) gefunden habe. Die Geburt von ihr war wirklich sehr einfach und wunderbar. Von Anfang an war sie sehr einnehmend (hört sich blöd an, ist aber so) sie wurde von mir bis sie 7 Monate war so gut wie jede 0.5-1 Stunde für mindestens 30min gestillt, zu dieser Zeit dachte ich mir noch, OK sie ist ja noch klein und braucht eben die Nähe und Milch. Ich konnte dann einfach nicht mehr, war am Ende meiner Kräfte und habe auf Beikost/Flasche umgestellt, das hat sie gut angenommen. Der Schlaf war immer sehr rar bei uns, sie hat tagsüber maximal 2 Schläfchen mit jeweils 30min gemacht. Nachts war der Horror. Da mein Mann Schicht arbeitet, konnte dieser mich nachts kaum unterstützen. Auf Grund der großen Schwester müssen wir aber in der früh wieder raus. Das hat sich zum Glück auch gebessert. Sie ist immer noch kein guter Schläfer, aber es ist ok für mich. Seit ca 4 Wochen ist es wieder ganz schlimm bei uns, sie hängt tatsächlich den kompletten Tag nur an mir dran, der Papa darf sie gar nicht in den Arm nehmen. Sobald ich sie absetze wird lauthals geschrien und geweint. Durch die große Schwester kann ich den Tag nicht nur nach den Bedürfnissen der Kleinen ausrichten. Es geht ganz schön an die Substanz. In meinem privaten Umfeld nimmt das leider keiner so wahr wie ich das tue, da kommt hauptsächlich Unverständnis, das tut ganz schön weh.
    Das tat jetzt wirklich gut, mir das von der Seele zu schreiben. Wie alt sind jetzt Eure Kinder und wurde es besser, wie geht ihr damit um? Liebe Grüße Janine

    1. Ich bin sowas von bei dir und wünschte man könnte sich einmal privat unterhalten. Diese Seite hat mich in dem was wir tun bestätigt. Ich will mir garnicht vorstellen wie du das schaffst, mit noch einem Kind in deinem Leben!
      Du bist stark, stärker als die meisten und alle die das verkennen haben keine Ahnung von dem was du tag für tag leistest!

  10. Ich kann einfach nicht fassen wie oft ich diesen Artikel weitergeleitet habe um anderen zu verstehen zu geben, dass ich nicht überfordert als vater bin!
    Einige Freunde haben sich abgewendet… Ich musste meinen job wechseln weil mein Vorgesetzter mit meiner erweiterten elternzeit von nicht 2 sondern 4(!) monaten nicht konform ging.
    All das nur weil ich auf die Bedürfnisse meines Kindes eingehen will. Ella ist 14 Monate und meine Frau und ich sind seitdem nicht mehr die selben. Trotzdem lieben wir unser Kind über alles und wollen ihr all das geben was sie als high need baby braucht, ohne sie damit zu brandmarken. Ich bin so traurig kein Verständnis und Vertrauen in die vergehende Phase zu erleben, dass mir die Worte fast fehlen. Mein eigener Vater meinte zu mir, da wir immer Termine für Besuche machen wollen um es ella so einfach wie möglich zu machen, dass er sich fühlt als würde er zum Zahnarzt gehen.
    Solch verletzende Worte braucht man einfach NICHT in der schwierigsten Zeit seines Lebens.
    ich habe das hier genutzt um einmal klarzustellen, dass NICHTS aber auch GARNICHTS wichtiger ist als das eigene Kind. Und jeder der sich schlecht fühlt, weil andere einem sachen einreden doe schlichtweg nicht stimmen, dann lest das hier bitte, findet euren weg und schickt das hier an alle die euch mit Kopfschütteln strafen.
    Ihr seid GROßARTIGE Eltern!

  11. Ich bin sowas von bei dir und wünschte man könnte sich einmal privat unterhalten. Diese Seite hat mich in dem was wir tun bestätigt. Ich will mir garnicht vorstellen wie du das schaffst, mit noch einem Kind in deinem Leben!
    Du bist stark, stärker als die meisten und alle die das verkennen haben keine Ahnung von dem was du tag für tag leistest!

  12. Hallo liebe High need Baby Eltern,
    ich habe dieses Jahr im Januar meine Kleine Tochter zur Welt gebracht. Der Start der Schwangerschaft war nicht gerade die schönste. Ihr Vater war nicht bereit Papa zu werden, was sich dann doch sehr schnell wieder geändert hat. Die Geburt verlief sehr spontan. Halb elf im Kreissaal, halb zwölf war sie schon da. Schon im Krankenhaus ist mir aufgefallen, dass meine Kleine fordernder ist als zB die Kleine Tochter meiner Zimmergenossin. So musste ich sie schon dort mit dem Beistellbett mit ins Bad nehmen um auf die Toilette gehen zu können. Aber selbst im Beistellbett hat sie geweint. Es war wirklich nur Ruhe wenn ich sie auf dem Arm oder auf mir liegen hatte. Als Erstlingsmama mit frischen Geburtsverletzungen und einer irgendwie doch traumatischen Geburt (eine andere Geschichte) garnicht so einfach. Den ersten Monat war der Papa der Kleinen mit Zuhause in Elternzeit. Hätte ich ihn nicht gehabt, wäre ich wohl auf der Couch, in meinem eigenen Dreck verhungert. Er hat mich mit Essen versorgt oder die Kleine genommen wenn ich Mal auf Toilette musste oder duschen wollte. Sobald man sie ablegen wollte ging das Geschrei los wie eine Sirene. Von Minute zu Minute immer noch lauter und fordernder bis man sie wieder auf den Arm genommen hat. Sie mochte und mag bis heute keinen Kinderwagen. Unser erster Ausflug endete darin, dass ich sie im Arm heim trug und den Wagen leer vor mir her Schub. Mittlerweile ist sie zwei einhalb Monate alt. Sie schläft nur wenn ich sie in den Schlaf Stille, liegend neben mir oder auf mir oder in der Tragehilfe die mir wirklich das Leben erleichtert hat. Leider ist es mittlerweile so, dass sie nur noch mich als ihre Bezugsperson akzeptiert und selbst bei ihrem Vater auf dem Arm brüllt und sich kaum beruhigen lässt. Sie akzeptiert keinen Schnuller, nur Brust. Somit hängt sie täglich zwischen vier und sechs Stunden an meiner Brust. In den Schlaf muss man sie praktisch zwingen. An guten Tagen schafft sie zwischen zwölf und fünfzehn Stunden. Ablegen lässt sie sich mittlerweile kurz wenn sie wirklich satt ist und frisch gewickelt. Jeder Reiz den sie zu viel aufnimmt lässt sie uns abends durch Geschrei wissen. Es ist wirklich nicht einfach mit ihr. Einhändig kochen, Haushalt erledigen, blöde Kommentare beim einkaufen wenn sie schreit, mit auf Toilette nehmen und das schlechte Gewissen wenn man eine Minute Dusche und sie kurz schreien lässt. Ich hoffe immernoch inständig, dass sie sich gut entwickelt und all unsere Mühen auszahlen. Meine Familie und auch der Papa der Kleinen stehen leider nicht hinter mir und ich versuche so gut es geht, ihrem Wunsch nach Nähe nachzukommen. Ich bin froh hinter diesem Verhalten den Begriff High need Baby gefunden zu haben und das ich damit nicht alleine bin. Arschbacken zam kneifen und durch ist die Devise. Auch wenn ich öfter weine und an meinen Grenzen bin, jedes Lächeln meiner Tochter macht das stündliche aufgeweckt werden nachts wieder etwas besser. Ich drücke euch allen die Daumen, dass ihr euch mit der Situation arrangieren könnt.

  13. Hallo ihr lieben,

    Ich habe einen fast 5 monatigen Sohn und unser Start war einfach nur schlimm. Die Schwangerschaft und Geburt waren jedoch schöne Ereignisse in meinem Leben. Auch ich merkte schnell im krankenhaus, dass der kleine anders war. Er wollte nicht schlafen und so habe ich im Krankenhaus kein Auge zugemacht und ihn im arm gehabt. Nachdem wir mit dem kleinen zu Hause waren fing die schlimmste Zeit erst an. Der kleine schrie stundenlang am Spieß und das stillen war eine Katastrophe. Ich hatte schlafentzug und gar keine Erholung von der geburt und bin auch zusammengebrochen. Mein Mann und meine Schwiegermutter haben mich unterstützt. Erst mit ca. 3 Monaten hat er aufgehört zu schreien und unzufrieden zu sein. Er ist leider immernoch ein schlechter schläfer und sehr rastlos. Er muss immer aktiv sein und würde am liebsten bereits laufeb, was mich auch sehr viel Energie kostet. Über einen Austausch mit anderen würde ich mich sehr freuen, da ich kein Facebook habe, ist die Gruppe keine Option für mich.

    Viele Grüße

    1. Wir haben uns auch von monat zu Monat gehangelt. Es wird über die Monate anders. Ich will nichts beschönigen und sage deshalb bewusst anders und nicht besser. Lass dir von deinen liebsten so gut es geht helfen und lasst euch nicht einreden dass ihr irgendwas falsch oder anders macht als die anderen.

  14. Hallo zusammen,

    Meine Kleine Maus ist nun schon fast 1 Jahr alt und endlich finde ich diesen Artikel.

    Schon die Schwangerschaft mit Hailey war sehr schwer. Ich habe durchgängig mit Übelkeit und Erbrechen zu tun gehabt. Später kamen noch Sodbrennen und Schlaflosigkeit dazu.
    Die Geburt musste ich (Dank Corona) fast alleine durchstehen. Zum Glück war sie nach 3 Stunden im Krankenhaus da.

    Ich war nur 1 Nacht im Krankenhaus, weil zuhause noch 2 andere Kinder auf mich gewartet haben. Die Große ist schon 8, die Mittlere 5.

    Ich merkte schnell, dass Hailey ganz anders ist, als meine 2 großen Töchter. Sie schlief schlecht, stillte andauernd und weinte viel.

    Nach fast 1 Jahr Dauerstillen, kaum Schlaf und ständigem Herumtragen eines Babys, bin ich am Ende meiner Kräfte.

    Ich bin selbstständig und musste deshalb bereits 3 Wochen nach der Geburt wieder arbeiten. Zwar von zuhause (Tagesmutter) aber dennoch.

    Für 3 Stunden am Nachmittag hatte ich dann 8 statt 3 Kinder. Es war und ist sehr anstrengend. Dennoch versuche ich es allen recht zu machen. Vor allem natürlich meinen 3 Kindern.

    Hailey fühlt sich am wohlsten auf meinem Arm, an der Brust. Kinderwagen akzeptiert sie zwar, aber nur kurz. Schlafen im Beistellbett oder im Elternbett. Nachts bis zu 5 mal wach und nur mit stillen zu beruhigen.

    Zufrieden ist sie selten. Meistens nur dann wenn ihre Schwestern daheim sind und mit ihr spielen.

    Sie krabbelt noch nicht, rutscht aber auf dem Po vorwärts. Worte sind auch keine zu hören, brabbelt aber sehr gerne. Essen ist quasi ein Fremdwort. Es wird alles nur abgelutscht und dann weg geworfen. Stillen ist ihre Haupternährung. Flasche wird vehement abgelehnt.

    Bezugsperson bin ich. Papa wird nur selten akzeptiert. Darüber hinaus niemand mehr. Selbst bei Oma schreit sie wie am Spieß.

    Ich war früher gerne unterwegs. Essen gehen, Ausflüge machen etc. Das alles geht kaum noch und wird spätestens abends mit Schreien quittiert.

    Ich würde mich sehr über persönlichen Austausch freuen.

    Wer mag kann mir gerne eine Mail schicken.
    kuehl_ramona@web.de

    Liebe Grüße
    Ramona

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