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Die Jahreszeiten Kindern erklären – so funktioniert es am besten


Kleine Kinder sind unglaublich neugierig – eine Binsenweisheit. Diese Neugier richtet sich vor allem auf ganz alltägliche und normale Dinge wie den blauen Himmel, Pflanzen oder Schnee. Für uns abgeklärte Erwachsene klingt das simpel und irgendwie zu einfach. Für Dein Kind bedeutet es jedoch, die Welt zu entdecken und für sich zu „erobern“. Beschäftigung heißt immer auch lernen. Wir Erwachsene sollten uns das immer wieder vergegenwärtigen und schätzen. Dann schaffst Du es, dass Deinem Kind nicht langweilig wird und es gleichzeitig immer wieder Neues lernt. Jahreszeiten Kindern erklären? Kein Problem dank kindlicher Neugier.

Unsere Blätter-Entdeckungstour

Am Wochenende setze ich meinen kleinen Wirbelwind oft aufs Laufrad und wir gehen Richtung Spielplatz. Als meine Kleine anfing, an manchen Gartenzäunen auf dem Weg stehen zu bleiben und erstmal nur zu gucken, habe ich das erst nicht so richtig ernstgenommen. Ich hatte die Erwachsenenbrille auf. Doch dann bemerkte ich, dass sie sich für die Blätter interessierte, die zwischen den Zaunlatten hervorlugten. Die meisten waren sehr klein und grün, manche schon braun. Sie zeigte darauf und sagte mit großen Augen: „Bläääätter“.

Wie meine Tochter die Jahreszeiten kennenlernte

Die Jahreszeiten – Wieso, weshalb, warum

Ich zupfte ein paar der Blätter ab und reichte sie ihr. Sie nahm sie andächtig entgegen und meinte nochmal aufgeregt: „Bläääätter!“. Wir gingen ein paar Meter weiter und da entdeckte sie dann bunte Blätter.

Der Herbst hatte die Blätter in gelbe, rote, braune und orange-farbene Blätter verwandelt. Sie kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Sie kommentierte alles: „Gelbe Blätter. Rote Blätter. Braune Blätter!“

Neugier fördern und Wissensdurst stillen – so hat es bei uns funktioniert

Da begriff ich erst so richtig, dass meine Kleine in diesem Moment wahrscheinlich das Objekt „Blatt“ förmlich in sich aufsaugte. Ich konnte die kleinen Rädchen in ihrem kleinen Kopf fast rattern hören. Sie begriff auch schnell und kombinierte rasch. Völlig klar eigentlich. Blätter und Co sind ja auch ein super Ausgangsmaterial zum Basteln.

Am nächsten Strauch hingen nicht nur Blätter, sondern auch Hagebutten. Ihr ganz logischer Kommentar: „Früchte. Papa nehmen Früchte!“. Auf einer unserer nächsten Touren Richtung Spielplatz und der heiß geliebten Schaukel packte sie dann jede Menge Blätter und Früchte in ihre Jackentaschen. Sie hatte Spaß dabei, dem Papa dabei zuzuschauen, wie er sich so richtig strecken musste, um bei manchen Sträuchern oder Bäumen die letzten Blätter oder matschige Kirschen zu pflücken.

Jahreszeiten Kindern erklären? Am besten anschaulich!

Das war natürlich einerseits anstrengend, brachte den Papa andererseits aber auch auf andere Gedanken. Es lenkte mich sogar ein wenig vom Alltagsstress ab. Ich erklärte ihr dabei die Jahreszeiten – dass im Frühjahr die Bäume, Blumen und Sträucher aufblühen, im Sommer die Blüten sich in Früchte verwandeln und diese dann im Herbst und Winter herunterfallen, wenn sie keiner pflückt. Ohne großen Aufwand und, wie ich glaube für sie anschaulich, erhielt sie anhand von Blättern und (matschigen) Früchten eine Vorstellung von Herbst und Winter. Sie hat jedenfalls an den Sträuchern und dessen Früchten sehen können, wie sich Herbst und Winter in der Natur zeigen.

Ich erklärte ihr auch, dass im Frühling die Bienen kommen und sich auf die schönen Blüten setzen, weil sie Hunger haben. Dann von der einen Blüte zur anderen fliegen, immer weiter. Im Sommer wachsen dann Kirschen, Erdbeeren und Hagebutten heran, in ihren schönen, satten Farben. Sie hat mich angeschaut mit einem Blick, der so viel sagte wie: „Was erzählt der hier für Quatsch. Ich verstehe nur Bahnhof.“ Ich war mir sicher, dass sie höchstens einen Bruchteil davon verstanden hatte, aber das war für den Moment egal. Der kleine Kopf hatte allerdings mehr abgespeichert, als mir klar war. Als es wärmer wurde, meinte sie nämlich süffisant zu einer Biene, die während unseres Spaziergangs vorbeischwirrte: „Biene. Macht Früchte.“

Den Spaziergang mit Sammeln von Blättern, Stöcken und Co verbinden

Seitdem ist der Weg hin zum Spielplatz stets gespickt mit Blätter sammeln, gucken, staunen, Fragen stellen, auf interessante Dinge zeigen und kommentieren. Ich hätte schon früher darauf kommen können. Klar, Schaukeln und im Sand spielen, das will sie natürlich immer noch. Ihre Neugier aber ist seitdem nachhaltig geweckt und es wurde zu einem festen Ritual. Abgesehen davon verging die Zeit relativ schnell und sie hatte sozusagen keine Gelegenheit, aus Langeweile mit Quengeln anzufangen.

Das Tolle ist, dass kleine Kinder überall Früchte, Blätter, Grünzeug und Naturobjekte aller Art aufsammeln und diese interessant finden können. Sie saugen alles in sich auf. Sie werden also nicht nur beschäftigt, sondern lernen die ganze Zeit die ihnen noch unbekannte Welt kennen.

Erklären und Anleiten: Das weckt Aufmerksamkeit und verscheucht Langeweile

Meine Kleine hat eigentlich keine Angst vor der Dunkelheit. Ich merke aber, dass sie sie oft nicht mag. Besonders wenn es im Herbst und Winter durch das frühe Dunkelwerden schnell vorbei ist mit Schaukeln und Spielen. Viele Spielplätze sind ja nur spärlich beleuchtet. Auch solche Situationen können spannend sein.

Ich zeigte ihr die angehenden Straßenlaternen und machte sie darauf aufmerksam, dass sie immer noch viele Dinge sehen konnte. Für uns Erwachsene alles das Normalste der Welt. Für sie aber eine vollkommen neue, andere Welt. Die Autos am Straßenrand waren noch schemenhaft sichtbar. Der breite Bürgersteig, auf dem wir unterwegs waren, war plötzlich eher schwarz als blau. Sie sagte: “Papa, ich sehen gar nichts mehr!”.

“Doch, du kannst schon noch einige Dinge sehen”, entgegnete ich ihr. “Deine Handschuhe, Deine Schuhe oder den Baum hier am Straßenrand. Die kannst du noch ganz gut sehen, nur ist alles etwas dunkler”. “Jaaa”, meinte sie darauf – begeisterter als ich dachte. Auch das frühe Dunkelwerden lässt sich übrigens ganz leicht mit einem kleinen Gespräch über die Jahreszeiten verknüpfen.

Die Natur mit Kinderaugen sehen

Das alles mag naiv klingen und nicht der Rede wert. Doch die Kleinsten unter uns sind nicht naiv. Sie lernen und erlernen ja erst alles. Sie haben das noch vor sich, was wir Erwachsene schon längst hinter uns haben. Lass Dir dadurch nicht die “Sicht” versperren. Dann schaffst Du es, Beschäftigung für Dein Kind mit Lernen zu verknüpfen – bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit.


Jahreszeiten Kindern erklären: Wie gehst Du vor? Erklärst du in der Natur, mit Hilfe von Büchern oder vielleicht ganz anders? Schreibe gerne einen Kommentar.

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