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Kleinkind tragen in der Schwangerschaft: Was ist erlaubt?


Hast Du auch schon mal gehört, dass Schwangere nicht mehr als 5 kg heben dürfen? Hast Du Dich schon mal gefragt, warum eigentlich und was mit den Frauen passiert, die es trotzdem tun? Ich selbst habe mir darüber keine Gedanken gemacht – bis ich mit meinem zweiten Kind schwanger wurde und mein 3-jähriges 16-kg-Kind trotzdem getragen werden will. Was Du beim Baby oder Kleinkind tragen in der Schwangerschaft beachten musst und was tatsächlich erlaubt ist, wird Dich vielleicht überraschen.

Warum “darf” man in der Schwangerschaft nicht mehr als 5 kg heben?

Tatsächlich gibt es keine Studien oder wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber, was schweres Heben in der Schwangerschaft bewirkt. Lange hieß es, dass dadurch eine Fehl- bzw. Frühgeburt ausgelöst werden kann. Jedoch gibt es dafür keinerlei statistische Belege. Die 5-kg-Grenze, die Vielen im Kopf herumgeistert, ist tatsächlich eine willkürliche Grenze. Sie stammt aus dem Arbeitsschutzgesetz. Demnach dürfen Schwangere keine Tätigkeiten ausüben, bei denen regelmäßiges Heben von mehr als 5 kg oder gelegentliches Heben von mehr als 10 kg erforderlich ist. Im Arbeitsschutz macht das auf jeden Fall auch Sinn. Denn hier können Schwangere nicht so einfach nach ihrem Bauchgefühl und der aktuellen Befindlichkeit entscheiden, ob sie etwas heben möchten oder nicht.

Außerhalb des Arbeitslebens aber bedeutet das, dass es für eine gesunde Schwangere keinen Grund gibt, ihr Kind nicht weiterhin zu tragen. Natürlich nur, sofern sie sich gut und wohl damit fühlt.

Rückenschonendes Heben und Tragen in der Schwangerschaft

Trotzdem solltest Du immer darauf achten, Dich nicht zu überlasten. Das gilt für das Baby oder Kleinkind Tragen in der Schwangerschaft genauso wie für alle anderen körperlichen Aktivitäten. Denn Dein Körper braucht jetzt viel Energie, um Dein ungeborenes Baby zu versorgen.

Wenn Du Dein Kind vom Boden aus hochhebst, dann tu das aus den Knien heraus. Beuge Dich nicht nach vorne, denn dann hebst Du aus dem Rücken. Sondern geh in die Knie und dann mit Deinem Baby wieder nach oben. Achte dabei immer auf die Signale Deines Körpers – wenn Du Schmerzen hast, lass es lieber.

Wenn Du Dein Baby möglichst nah am Körper und möglichst hoch hältst, ist die Belastung für den Rücken am geringsten. Ältere Kinder können vielleicht selbst schon auf einen Stuhl oder eine andere Erhöhung klettern, sodass Du Dich gar nicht erst bücken musst.

Tragen und Heben in der Schwangerschaft vermeiden

Andere Situationen, zum Beispiel das Hochheben Deines Babys auf den Wickeltisch, kannst Du vielleicht sogar gänzlich vermeiden. Etwa, indem Du einfach auf der Couch oder auf dem Boden wickelst. Dein Kind kann schon selbst laufen, aber will lieber getragen werden? Dann versuche mit spielerischen Mitteln, es zum Laufen zu animieren. Wenn ihr zum Beispiel eine Treppe hoch müsst, kann das stufenweise Hüpfen (nur Dein Kind, nicht Du) oder das Mitzählen der Stufen je nach Alter eine lustige Alternative sein. Viele Dinge im Haushalt, wie die Toilette, das Waschbecken oder die Küchenarbeitsplatte kann ein Kleinkind, das Laufen kann, schon selbständig erreichen. Alles, was Du dazu brauchst, ist ein Lernturm oder ein Tritthocker.

Darf ich mein Baby oder Kleinkind trotz Schwangerschaft in der Tragehilfe tragen?

Vorteile einer Tragehilfe

Trotzdem wollen oder können schwangere Mütter nicht in allen Situationen auf das Tragen verzichten. Immerhin hat auch das ältere Geschwisterkind noch Bedürfnisse nach Nähe und Fürsorge der Mutter. Eine erneute Schwangerschaft bedeutet viele Veränderungen und Umbrüche für Dein Baby. Wenn Du ihm nun auch noch die gewohnte körperliche Nähe durch das Tragen nimmst, scheint das vielleicht nicht ganz fair. Wenn Dein Baby noch nicht selbst laufen kann, ist Tragen im Tuch oder der Babytrage oft die weniger anstrengende Alternative zum Tragen auf dem Arm. Denn dabei verteilt sich das Gewicht über den Oberkörper und Du belastest Deinen Körper in der Regeln nicht einseitig.

Voraussetzung für das Baby Tragen trotz Schwangerschaft

Wichtig beim Baby tragen in der Schwangerschaft ist, dass Dein Körper an diese Art der Belastung bereits gewöhnt ist, dass Du also nicht erst in der Schwangerschaft damit anfängst. Außerdem musst Du gesund sein, also nicht unter vorzeitigen Wehen, Symphysenlockerung, Beckenschmerzen oder übermäßigen Rückenschmerzen in der Schwangerschaft leiden.

Vor allem durch die Bauchtrageweise wird Dein Beckenboden zusätzlich belastet. Mögliche Folge einer übermäßigen Belastung des Beckenbodens ist eine frühe Inkontinenz durch Beckenbodenschwäche. Dehalb ist es besser, ein Baby in der Schwangerschaft auf der Hüfte oder noch besser auf dem Rücken zu tragen. Voraussetzung hierfür ist, dass Dein Baby schon groß genug ist. Die meisten Babys können ab einem Alter von etwa 5 Monaten auf dem Rücken getragen werden.

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Die Rückentrageweise eignet sich am besten für das Tragen in der Schwangerschaft

Mehr Tipps zum Thema Tragen im Kleinkindalter gebe ich Dir in meinem Beitrag “5 Gründe, Warum Du auch Dein Kleinkind tragen solltest”.

Richtiges Tragen in der Schwangerschaft

Zunächst solltest Du Dein Kind niemals tragen, wenn es Dich zu sehr anstrengt. Wenn Du Schmerzen im Bauch hast oder gar Blutungen bekommst, erst recht nicht. Dann ist es besser, den Kinderwagen zu nutzen. Oder bitte andere Bezugspersonen wie Papa oder Oma, Dein Baby zu tragen.

Wenn Du Dein Baby in der Schwangerschaft trägst, darf nie Gewicht auf dem Babybauch lasten. Das heißt, den Hüftgurt der Trage bzw. die Stränge des Tuchs musst Du entweder über, oder unter dem Babybauch anbringen. Ob der Gurt auf den Bauch drückt, merkst Du ganz schnell. Druck auf den Schwangerschaftsbauch ist immer unangenehm.

Wenn der Hüftgurt über dem Babybauch sitzt, achte darauf, dass das Gewicht nicht trotzdem nach unten auf den Babybauch drückt. Denn zu viel Druck auf den Uterus kann unter Umständen dafür sorgen, dass die Gebärmutter reißt. Dann verlierst Du Fruchtwasser und das Baby ist nicht mehr vor möglicherweise gefährlichen bakteriellen Infektionen geschützt. Du kannst überprüfen, ob Dein Baby weit genug über dem Bauch sitzt, indem Du eine Hand oben auf den Babybauch legst. Das muss ohne Probleme und herumschieben möglich sein, dann ist alles in Ordnung.

Bindeweisen und Tragen ohne Hüftgurt

Mit Trageweisen wie dem Rucksack oder dem Double Hammock gibt es für das Tragetuch Bindeweisen, die ohne Tuchstrang über den Bauch auskommen. Es gibt auch fertige Komforttragen, die ohne Bauchgurt auskommen, z.B. den Glückskäfer Tragesack oder den Onbuhimo. Zweiterer ist allerdings ausschließlich für das Tragen auf dem Rücken gedacht. Ein Ring Sling Tragetuch hat ebenfalls keinen Hüftstrang, ist aber wegen der einseitigen Belastung bei größeren Babys eher für kurze Strecken zu empfehlen. Bei all diesen Versionen verteilt sich das Gewicht vornehmlich auf den Schultern der Schwangeren, der Bauch wird kaum belastet.

Wenn Du Dir unsicher bist, welche Babytrage oder welche Bindeweise für Dich in der Schwangerschaft am angenehmsten ist, sieh Dich mal nach einer Trageberatung in der Umgebung um. Dort kannst Du meist verschiedene Tragen ausprobieren und auf diese Weise Fehlkäufe verhindern. Natürlich kannst Du auch auf eigene Faust verschiedene Tragen nach Hause bestellen und die ungeeigneten zurück schicken. Bindeweisen für das Tragetuch kann man sich mit etwas Erfahrung und Geduld auch anhand von Youtube-Videos aneignen.

Welche Erfahrungen hast Du mit dem Kleinkind tragen in der Schwangerschaft gemacht? Hast Du Dein älteres Kind vielleicht sogar während der Schwangerschaft im Tragetuch oder in der Babytrage getragen? Wir freuen uns über Deinen Kommentar!

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