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Kurkuma in der Schwangerschaft? Nur kleine Mengen!


In Indien wird die Kurkuma seit Jahrtausenden in der traditionellen Küche verwendet. Bei uns hat die Gelbwurz erst seit Kurzem ihren Siegeszug als angebliches Super-Food und alternatives Heilmittel angetreten. Viele gesundheitsbewusste Menschen haben die Knolle für sich entdeckt und erhoffen sich eine gesundheitsfördernde Wirkung. Zurecht? Und wie sieht es aus, wenn Du ein Baby erwartest – darfst Du Kurkuma in der Schwangerschaft zu Dir nehmen? Die Antwort lautet „Jein“, denn es kommt ganz auf die Dosis an.

Was ist Kurkuma? 

Kurkuma zählt zu den Ingwergewächsen. Die Wurzel stammt ursprünglich aus Indien, wo bis heute die weltweit größte Menge an Kurkuma produziert wird. Das Rhizom bzw. der Wurzelstock von Kurkuma sieht ähnlich knollig aus wie Ingwer.

Der Hauptinhaltsstoff von Kurkuma ist das sogenannte Kurkumin. Er ist nicht nur für die gelbe Farbe im Curry verantwortlich, sondern soll auch allerlei gesundheitsfördernde Eigenschaften besitzen. Zudem besteht Kurkuma aus ätherischen Ölen, Zucker und Eiweiß.  

In der Küche und in der Medizin wird Kurkuma entweder frisch oder in Form von Pulver verwendet. Wenn Du Kurkuma pur probierst, dann schmeckt sie leicht bitter.  

Kurkuma in Kultur & Küche

Den Hindus in Indien ist Kurkuma heilig. Sie glauben daran, dass das Gewürz Glück verheißt und verwenden es deshalb in der Küche, als Schutzsymbol und in der traditionellen Medizin.

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Bei uns ist Kurkuma hauptsächlich aus Currys bekannt, denen die Gelbwurz ihre schöne gelbe Farbe verleiht. In den letzten Jahren macht Kurkuma immer wieder als Super-Food und alternatives Heilmittel Schlagzeilen. Aber eignet sie sich auch für Schwangere?

Welche Wirkung verspricht Kurkuma? 

Der goldenen Knolle werden allerlei gesundheitsfördernde Eigenschaften zugesprochen. Ihr Wirkstoff Kurkumin soll: 

  • gegen Bakterien wirken 
  • entzündungshemmend sein 
  • einen positiven Einfluss auf die Blutfettwerte haben 
  • die Galle anregen  
  • die Stimmung aufhellen 
  • das Gedächtnis verbessern 
  • die Verdauung regulieren 
  • einen positiven Einfluss auf Krebszellen haben 
  • bei Gelenkschmerzen und chronischen Entzündungen helfen 
  • bei Östrogenmangel unterstützen 
  • bei Kinderwunsch sogar die Fruchtbarkeit steigern.

Nicht aussagekräftige Studienlage

Auf bisherige Laboruntersuchungen in Zusammenhang mit Kurkuma ist wohl kein großer Verlass. Es gibt dazu aktuell mehr als 120 klinische Untersuchungen, viele davon mit Mängeln im Studiendesign.

Häufig kam es offenbar zu falsch-positiven Ergebnissen. Das kann damit zusammenhängen, dass Kurkumin eine sehr instabile Struktur besitzt, was bedeutet, dass es rasch mit anderen Stoffen reagiert.

Grundsätzlich wird der Wirkstoff Kurkumin vom menschlichen Körper auch nicht besonders gut aufgenommen (schlechte Bioverfügbarkeit), wodurch er dort nur begrenzt wirken kann.

So ist es möglich, dass Untersuchungen im Labor (in vitro) zu positiven Ergebnissen führen, während der Nachweis der gesundheitsförderlichen Wirkung am Menschen (in vivo) bisher nicht gelang. So zumindest lautet die Aussage einer Forschungsarbeit von Kathryn M. Nelson und ihrem Team.  

Positive Wirkungsnachweise von Kurkumin

Ich habe mir selber 9 verschiedene Kurkuma-Studien genauer angeschaut: Tatsächlich liefen die meisten Untersuchungen nicht über einen längeren Zeitraum und sie wurden nicht im Rahmen einer Doppelblind-Studie am Menschen (weder Versuchsleiter noch Teilnehmer wissen, ob sie den Wirkstoff oder ein Placebo verabreichen) durchgeführt. Beides sind aber wichtige Voraussetzungen dafür, eine Wirksamkeit eindeutig nachzuweisen.

  • Gedächtnis: Eine erste Doppelblind-Studie, bei der eine positive Wirkung von Kurkumin auf das Gedächtnis festgestellt wurde, gibt es mittlerweile auch. Dabei wurden dementen Erwachsenen über 18 Monate zweimal täglich 90 mg Kurkumin oder ein Placebo verabreicht. Tatsächlich verbesserten sich bei den Probanden, die Kurkumin nahmen, die Sprache, das visuelle Gedächtnis sowie die Aufmerksamkeit. Infolgedessen steigerte sich auch die Stimmung

Obwohl sich schon viele Studien mit der Wirksamkeit von Kurkumin beim Menschen beschäftigt haben, ist diese immer noch nicht sicher geklärt.

Darüber hinaus stellt sich auch die Frage, ob die Einnahme von Kurkuma in der Schwangerschaft einen Nutzen hat oder vielleicht sogar schaden kann. 

Nebenwirkungen von Kurkuma

Obwohl es sich bei Kurkuma um ein natürliches Mittel handelt, kann es zu unerwünschten Wirkungen nach der Einnahme kommen. Das gilt besonders für eine übermäßige Aufnahme von Kurkumin.  

Bei Überdosierung können folgende Symptome auftreten:  

  • Blähungen 
  • Durchfall 
  • Übelkeit 
  • Sodbrennen 
  • Schmerzen im Verdauungstrakt 

Es sei dazugesagt, dass manche Menschen auch größere Mengen von Kurkuma problemlos vertragen.

Aktuell empfiehlt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) Erwachsenen die Einnahme von maximal 3 mg Kurkumin pro kg Körpergewicht pro Tag.

Allerdings gilt das nicht für Frauen, die ein Kind erwarten. Da es bisher zu wenige Daten gibt, wird die Einnahme von Kurkuma-Zubereitungen in der Schwangerschaft nicht empfohlen.

Kurkuma-Präparate in der Schwangerschaft?

Kurkuma klingt auf den ersten Blick nach einem vielversprechenden Naturheilmittel. Gerade wenn Du ein Kind erwartest, verzichtest Du bei gesundheitlichen Problemen wahrscheinlich lieber auf chemische Arznei.

Viele Schwangere möchten gerade in dieser besonderen Zeit ihrem Körper etwas Gutes tun. Schließlich vollbringt er eine wahre Meisterleistung, wenn ein neues Leben in ihm entsteht und wächst.

Das Baby im Bauch wird über die Nabelschnur mit allem versorgt, was es braucht. Wenn die werdende Mama selbst gut mit Nährstoffen versorgt ist, hat auch das Baby beste Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung. Kein Wunder also, dass viele werdende Mütter sich überlegen, in der Schwangerschaft zu Kurkuma-Präparaten zu greifen. Diese sind erhältlich als:

  • Kurkuma-Kapseln
  • Kurkuma-Tee
  • Kurkuma-Pulver

Wissenschaftler und Experten raten Schwangeren aber von Kurkuma-Zubereitungen ab, weil die Wirkung von Kurkumin auf Mutter und Kind in der Schwangerschaft noch nicht ausreichend erforscht ist.

Kurkuma als Wehenauslöser

Der Kurkuma wird nachgesagt, sie könne den Östrogenspiegel beeinflussen (auch hier fehlen allerdings aussagekräftige Belege). Falls der Wirkstoff Kurkumin Einfluss auf das Östrogen hat, könnte er vorzeitige Wehen auslösen, vor allem bei einer hohen Dosis.

Zum Ende Deiner Schwangerschaft könntest Du diesen Effekt für Dich nutzen: Wenn Du bereits in der 40. Schwangerschaftswoche bist und sich noch nichts tut, könntest Du Kurkuma zur Förderung der Wehentätigkeit einsetzen. Vorher ist aber unbedingt eine Rücksprache mit Deinem Frauenarzt und/oder Deiner Hebamme erforderlich.  

Kontraindikationen von Kurkuma

  • Lebererkrankungen
  • Gallenblasenentzündung
  • Gallensteine
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Einnahme bestimmter anderer Medikamente

Solltest Du unter einer Lebererkrankung oder Gallenblasenentzündung leiden, ist Kurkuma wahrscheinlich kein gutes Mittel für Dich. Es kann unter Umständen zu Leberschäden führen. Das liegt vorwiegend daran, dass Kurkuma mit Medikamenten reagieren kann.

Kurkuma steigert die Produktion von Gallensaft. Wer unter Gallensteinen leidet und Kurkuma nimmt, der könnte eine Kolik verursachen.  

Auch falls Du Gerinnungshemmer nimmst, lässt Du besser die Finger von dem Wirkstoff. Er kann nämlich zusätzlich die Blutgerinnung hemmen. Durch den eventuell zu großen Einfluss auf die Blutgerinnung, können in der Schwangerschaft Blutungen ausgelöst werden.

➔ Wahrscheinlich liest Du an der ständigen Verwendung von “kann” und “könnte” schon heraus, dass keine dieser Wirkungen eindeutig wissenschaftlich belegt ist. Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass es aktuell noch keine aussagekräftigen Studien zu Kurkuma in der Schwangerschaft gibt.

Aus diesen Gründen solltest Du in der Schwangerschaft besser auf Kurkuma-Präparate verzichten:

➔ Die Wirksamkeit von Kurkumin ist wissenschaftlich noch nicht ausreichend belegt.
➔ Die Einnahme von Kurkuma in der Schwangerschaft wird von Experten nicht empfohlen.
➔ Kurkuma kann potenziell vorzeitigen Wehen oder Blutungen auslösen.

Zur Sicherheit solltest Du auch nach der Geburt bis zum Ende der Stillzeit auf Kurkuma-Präparate verzichten oder sie nur in enger Absprache mit Ärzten einnehmen.  

Fazit Kurkuma in der Schwangerschaft: Präparate nein, Curry ja!

Die gute Meldung kommt zu Schluss. Die Vorsichtsmaßnahmen zu Kurkuma beziehen sich allesamt auf Nahrungsergänzungsmittel, weil diese hohe Dosen Kurkumin enthalten.

Es spricht aber nichts dagegen, wenn Du in der Schwangerschaft Kurkuma in kleinen Mengen als Gewürz mit dem Essen zu Dir nimmst. Ein leckeres Curry, ein gelb-würziges Salatdressing oder Gemüse mit orientalischem Aroma sind für werdende Mütter kein Tabu, solange die Schwangerschaft problemlos verläuft und der Frauenarzt damit einverstanden ist.

❌ Du brauchst auf Kurkuma in der Schwangerschaft nur in Form von Pillen, Tees und Tinkturen zu verzichten.

✔️ Als Gewürz kannst Du sie in kleinen Mengen weiterhin einsetzen.

Die Menge macht den Unterschied. In niedriger Dosierung ist Kurkuma in der Schwangerschaft im Normalfall unbedenklich.

Tipp: Achte beim Kauf von Kurkuma-Gewürzen unbedingt auf eine angemessene Qualität. Im Juli 2022 veröffentlichte Ökotest eine Studie zu Kurkuma-Pulvern. Dabei fielen 18 der 21 getesteten Produkte durch. Sie waren mit zu hohen Mengen an Mineralöl, Pestiziden und/oder Krebsgiften belastet. Wenn Du auf Kurkuma in der Schwangerschaft nicht verzichten möchtest, dann wähle gut getestete Produkte in Bio-Qualität.

Bei Auffälligkeiten in Deiner Schwangerschaft oder Fragen wende Dich bitte direkt an Deine Gynäkologin / Deinen Gynäkologen. Und wenn Deine Zweifel bezüglich Kurkuma doch zu groß sind, dann lass sie vorsichtshalber weg. Es gibt viele andere Lebensmittel, die Du für eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft genießen darfst.

Unsere Texte zu Gesundheitsthemen ersetzen keinesfalls den Arztbesuch.
Mehr Infos dazu findest Du hier.

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