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Listeriose in der Schwangerschaft

Kurz nachdem ich den positiven Schwangerschaftstest in der Hand hielt, kamen sie – die gut gemeinten Ratschläge: Tu dies nicht, tu das nicht. Iss auf gar keinen Fall Rohmilchkäse! Und nimm dich in Acht vor einer Listeriose in der Schwangerschaft! Ich wusste bis dahin nicht mal, welcher Käse aus Rohmilch ist, geschweige denn was Listerien sind und warum man die in der Schwangerschaft gar nicht gebrauchen kann. Also fing ich an zu recherchieren, denn gefährden wollte ich mein ungeborenes Baby natürlich nicht. Meine Ergebnisse möchte ich gerne mit euch teilen.

Warum ist eine Listeriose in der Schwangerschaft so gefährlich?

Listeriose ist eine Infektionskrankheit, die durch Bakterien (Listerien) ausgelöst wird. Typischerweise erfolgt die Infektion durch den Verzehr befallener Lebensmittel. Einem gesunden Immunsystem können die Listerien meistens nichts Schlimmes anhaben. Schwangere sind jedoch anfälliger für Infektionen, da ihr Immunsystem während dieser Zeit anders arbeitet. Entsprechend steigt auch die Gefahr für eine Infektion mit Listerien. Während die Infektion der Schwangeren selber meistens nicht ernsthaft schadet, kann sie über die Plazenta an das Baby weitergegeben werden.

Eine Listeriose in der Schwangerschaft kann für das Ungeborene schlimme Folgen haben: Zu Beginn der Schwangerschaft kann es zu einer Fehlgeburt kommen. Später drohen Organschädigungen, die zu einer Totgeburt führen können, wenn die Schädigungen zu groß sind.

Laut Robert Koch Institut stehen etwa zehn Prozent aller gemeldeten Listeriose-Fälle im Zusammenhang mit Schwangerschaften – hierzu zählen sowohl Infektionen der Mutter, als auch Infektionen des Neugeborenen. Zehn Prozent von Hundert klingt erst mal nicht viel – man weiß aber nicht, wie hoch diese Zahl wäre, wenn sich nicht so viele Schwangere an die gängigen Ernährungsempfehlungen halten würden. Deshalb findet ihr im Folgenden Tipps zur Vermeidung der gefährlichen Listeriose in der Schwangerschaft.

Listeriose in der Schwangerschaft – welche Lebensmittel sind tabu?

Rohmilch

Um einer Listeriose in der Schwangerschaft vorzubeugen, solltet ihr auf einige Lebensmittel verzichten. Hierzu gehört Rohmilchkäse. Wenn ihr jetzt wie ich ratlos vorm Käseregal steht: Rohmilchkäse muss als solcher gekennzeichnet sein. Bei verpacktem Käse findet ihr den Hinweis direkt auf der Verpackung. An der Käsetheke steht er auf den Schildern – im Zweifel fragt einfach beim Käsefachverkäufer nach.

Beispielhafte Käsesorten, die Rohmilch enthalten können:

  • Brie,
  • Camembert,
  • Emmentaler.

Als Rohmilchkäse wird übrigens Käse bezeichnet, der aus Milch hergestellt wird, die vor der Käseherstellung nicht behandelt wurde. Sie ist also nicht pasteurisiert, um Bakterien abzutöten. Deswegen sind Rohmilchkäsesorten besonders anfällig für Listerien, die eine Listeriose in der Schwangerschaft auslösen können.

Entsprechend solltet ihr natürlich auch keine anderen Rohmilchprodukte zu euch nehmen.

Rohes Fleisch

Ein blutiges Steak, Tatar oder ein Mettbrötchen – lieber nicht! Auch rohe Fleischprodukte können Listerien enthalten und so nach dem Verzehr eine Listeriose in der Schwangerschaft auslösen.

Weitere beispielhafte Fleischwaren, die roh verzehrt werden:

  • Rohschinken,
  • Salami,
  • Teewurst.

Geräucherte Fisch- und Fleischprodukte

Auch geräucherte Fisch- und Fleischprodukte solltet ihr lieber vermeiden, denn auch sie können Listerien enthalten.

Beispielhafte Produkte:

  • Räucherlachs,
  • Geräucherter Schinken.

Vorgeschnittene Salate

Vermeintlich gesund locken vorgeschnittene Salate in der Mittagspause. Greift lieber selber zum Messer, denn in den verzehrfertigen Salaten tummeln sich nicht selten Listerien.

Weitere Tipps zur Vermeidung einer Listeriose in der Schwangerschaft

Listerien werden auf unterschiedliche Wege auf Lebensmittel übertragen: 1. Bei der Gewinnung, zum Beispiel beim Melken. 2. Bei der Bearbeitung, zum Beispiel während der Schlachtung. 3. Durch die Umwelt – zum Beispiel durch einen unhygienischen Kühlschrank. Neben dem Verzicht auf die genannten Lebensmittel, helfen folgende Tipps zur Vorbeugung gegen eine Listeriose in der Schwangerschaft:

  • Taut eingefrorene Speisen lieber in der Mikrowelle auf, anstatt langsam über Nacht im Kühlschrank.
  • Gekochte Speisen solltet ihr nicht später als 24 Stunden nach Zubereitung essen.
  • Schneidet rohes Fleisch auf einem separaten Brett und spült das verwendete Messer gründlich ab.
  • Fleisch sollte immer gut durchgegart sein.
  • Gemüse und Obst sollten gründlich gewaschen werden.

Listeriose in der Schwangerschaft – erkennen und behandeln

Eine Listeriose in der Schwangerschaft wird mit Antibiotika behandelt. Das Problem ist, dass die Symptome schwierig zu erkennen sind. Manchmal treten keine auf, manchmal ähneln sie einer Grippe – mit Fieber, Hals- und Muskelschmerzen. Also gilt während der Schwangerschaft: Vorsicht ist besser als Nachsicht! Finger weg von Salami & Co – auch wenn’s schwerfällt.

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