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Schmerzfreies Stillen – So bereitest Du Dich vor

Stillen kann ganz wunderbar sein – aber es kann auch unglaublich schmerzen! Warum das sein kann, was man selber gegen die Schmerzen tun kann und wann man lieber den Arzt oder Hebamme zur Hilfe holt, liest Du hier:

Vorbereitung ist (nicht immer) alles:

Bei dem Vorbereitungskurs hat uns die Hebamme empfohlen, die Brustwarzen nach der Dusche immer schroff mit dem Handtuch abzutrocknen um sie ein wenig abzuhärten. Das haben wir alle gemacht und gehofft, damit wäre alles getan und das Stillen würde nun auch schmerzlos verlaufen. Bei mir hat es nicht gereicht und ich habe mich beim zweiten Kind besser darauf vorbereitet.

Warum Stillen schmerzen kann & wie Du Dich darauf vorbereiten kannst:

  1. Die Brustwarzen sind sensibel – Wie gesagt, nichts bereitet Dich ganz auf’s Stillen vor und es kann vorkommen, dass die Brustwarzen einfach überfordert sind und richtig wehtun. Hier haben wir einige Tipps, wie Du in dem Fall vorgehen kannst. Im Voraus kaufst Du am Besten eine Stillsalbe (wie beispielsweise diese hier), die du schon im Krankenhaus benutzen kannst.
  2. Die Brüste sind zu voll – Klingt vielleicht komisch, aber der Körper weiß am Anfang noch nicht, wie viel Hunger Dein Baby hat. Wenn die Milch das erste Mal “einschießt” können die Brüste sehr voll sein und Dein Baby kann noch nicht so viel trinken. Die Brüste sind sehr warm und hart. Außerdem tut es weh, wenn man sie anfasst. Hier ist es gut, wenn Du schon etwas zum kühlen bereit hast. Tiefgekühlte Erbsen eignen sich beispielsweise gut, da sie sich an die Form anpassen. Wenn es nicht besser wird und Du Dich fiebrig und schlapp fühlst, dann hole Dir ärztliche Hilfe ein.
  3. Das Baby trinkt nicht richtig – Wenn das Baby sich oft verschluckt oder schreit, kann es sein, dass das Baby nicht richtig trinken kann. Manchmal kommt die Milch zu schnell oder zu langsam. Da kommt Frust auf und die Brüste werden nicht richtig geleert. Hier hilft oft eine Änderung der Stillposition. Wenn die Milch zu schnell raus kommt, kann man versuchen im Liegen zu stillen.  Andere möglichen Stillpositionen siehst du hier. Wenn keine Praktik richtig hilft, frag Deine Hebamme oder Arzt/Ärztin, ob die Zunge bei Deinem Kind “angebunden” ist. Manche Babys können nicht richtig trinken, weil das Zungenbändchen zu kurz ist. Meistens kann das ambulant behandelt werden.
  4. Es ist nicht genügend Milch da – Frage Deine Hebamme schon vorher, wie Du Deinen Milchfluss unterstützen kannst. Natürlich ist reichlich trinken sehr wichtig, aber man kann beispielsweise auch Molke Produkte essen oder trinken, um die Milchproduktion zu steigern. Manchmal will das Baby aber einfach nur nuckeln. Vielleicht willst Du einen Schnuller probieren, um Deinen Brustwarzen eine Pause zu geben.
  5. Sport – Hier muss man die Brüste so gut einpacken, dass sie kaum bewegt, aber trotzdem nicht gequetscht werden. Es ist sehr wichtig, denn auch mehrere Monate nach der Geburt sind die Brüste noch angeschwollen von der Milchproduktion. Hier hilft nur eine gute Beratung im Sportladen und einen guter Sport-BH.
  6. Nachwehen – Ziemlich gemein, oder? Eigentlich ist alles vorbei, aber trotzdem kommen diese schmerzhaften Nachwehen beim Stillen. Warum? Der Gebärmutter zieht sich wieder zusammen. Nach dem ersten Kind habe ich noch nichts gespürt. Beim zweiten Kind hatte ich drei Tage lang diese Unterleibsschmerzen beim Stillen. Bei manchen Frauen sind die Schmerzen so heftig, dass sie Schmerzmittel einnehmen müssen. Falls es so ist, rede mit Deiner Hebamme. (Mehr zum Thema Nachwehen liest Du hier).
  7. Beim Abstillen – Obwohl es vielleicht nur noch wenig Milch ist, die Dein Baby trinkt, ist es eine Umstellung für deinen Körper und die Milch sammelt sich. Am besten man hört nicht zu schnell auf, sondern verabschiedet sich innerhalb von ein bis zwei Wochen langsam davon. Dabei kann Minze oder Salbei sehr helfen (als Tee, zum Beispiel), um die Milchproduktion einzustellen. Nach dem Abstillen, musste ich ein paar Tage später ein letztes Mal abpumpen. Hier findest Du weitere Tipps zum Thema Abstillen.

Wenn es nicht besser wird?

Wenn alles nicht hilft, oder Du Fieber und grippeähnliche Symptome bekommst, dann melde Dich zum nächstmöglichen Zeitpunkt bei Deiner Hebamme oder Deinem Arzt/Ärztin. Frage immer nach, wenn Dir was unklar ist, denn selbst beim zweiten oder dritten Kind kann es sein, dass das Baby nicht richtig trinken kann oder will. Viele Krankenhäuser bieten auch eine Stillberatung an und es lohnt sich immer, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ich hoffe Du kannst diese Zeit mit deinem Baby geniessen. Alles Gute!

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