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Schreiambulanz: Hilfe für Schreibabys und Eltern


Dein Baby schreit. Es schreit und schreit. Nichts kann es beruhigen. Medizinische Ursachen für das andauernde Weinen sind ausgeschlossen. Du fühlst, dass Du und Dein Baby dringend Hilfe brauchen, denn die Nerven liegen blank. Bei einer Schreiambulanz bekommen Du, Dein Partner und Euer Nachwuchs Unterstützung. Erfahre hier, wem die Schreiambulanz hilft, wie die Beratung abläuft und finde im großen Verzeichnis nach PLZ eine Anlaufstelle in Deiner Nähe.

Was ist eine Schreiambulanz? 

In Deutschland gibt es seit 30 Jahren sogenannte Schreiambulanzen. Diese machen es sich zur Aufgabe, Eltern mit Schreibabys und Kindern mit Regulationsstörungen eine Hilfestellung zu bieten. 

Die erste Anlaufstelle für Eltern und ihre Babys war die Münchner Sprechstunde für Schreibabys. Mittlerweile existieren Schreiambulanzen im gesamten Bundesgebiet. Sie wenden sich mit ihrem Angebot speziell an Eltern von Kindern zwischen 0 und 3 Jahren.  

Die Organisation und Arbeitsweisen der einzelnen Schreiambulanzen sind unterschiedlich. Sie sind verschiedenen Einrichtungen unterstellt, deshalb arbeiten einige Anlaufstellen für Schreibabys zwar kostenlos, bei vielen ist aber ein Eigenanteil zu tragen. Am besten klärst Du die Kostenübernahme vorab. 

Schreiambulanz: Für wen die richtige Anlaufstelle? 

Eine Schreiambulanz kannst Du aufsuchen, wenn Dein Baby sehr viel und lange schreit. Aber für Eltern ist es manchmal schwierig einzuschätzen, ob ihr Baby übermäßig lange und häufig weint. Denn prinzipiell ist das Schreien eine ganz normale Ausdrucksweise von Säuglingen.

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An der folgenden Faustregel für Schreibabys kannst Du Dich orientieren:

Schreibabys schreien mindestens

  • über einen Zeitraum von 3 aufeinanderfolgenden Wochen,
  • an mindestens 3 Tagen pro Woche
  • und für mindestens 3 Stunden durchgehend.
  • Wenn Dein Baby laut dieser Definition ein Schreibaby ist, kannst Du auf jeden Fall eine Schreiambulanz aufsuchen, um Dir Hilfe zu holen. Auch wenn Dein Kind weniger weint, Du aber das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt, dann suche Dir Hilfe. Das gilt selbst dann, wenn Dein Baby scheinbar ganz normal ist, Du aber eine starke Überforderung spürst. 

    Die Anlaufstelle ist aber auch für Säuglinge da, die schlecht essen, motorisch unruhig sind, kein Interesse am Spielen zeigen und/oder auffällig wenig schlafen. Die betroffenen Babys leiden oft unter Regulationsstörungen. Das heißt, sie können mit ihren eigenen Emotionen noch nicht umgehen. Es ist völlig natürlich, dass der Umgang mit Gefühlen und Bedürfnissen erst gelernt werden muss. Nur manche Babys haben dabei größere Anlaufschwierigkeiten als andere.  

    Fälle, in denen die Schreiambulanz hilft:

  • Du hast ein Schreibaby
  • Verdacht, dass etwas mit Deinem Baby nicht stimmt
  • Du fühlst Dich überfordert
  • Dein Baby benimmt sich auffällig (Regulationsstörung)
  • Es ist gut, wenn Du Dir möglichst schnell professionelle Unterstützung suchst. Zum Einen können so körperliche Ursachen für das Schreien ausgeschlossen werden. Zum Anderen kann ein rasches Eingreifen verhindern, dass die Situation immer schlimmer wird.

    Durch das exzessive Schreien schluckt Dein Baby viel Luft. Diese führt wiederum dazu, dass es Blähungen und Bauchweh bekommen kann. Dadurch schreit es dann noch mehr. Dieser Teufelskreis lässt sich oft nur schwer selbst durchbrechen.  

    Also denk daran: Selbst wenn Dein Baby weniger weint als es die Faustregel für Schreibabys angibt, darfst Du Dir Hilfe holen. Wenn die Nerven blankliegen, oder Du das Gefühl hast, dass mit Deinem Nachwuchs etwas nicht stimmt, dann sprich mit dem Kinderarzt, der Hebamme oder eben einer Schreiambulanz.  

    Wie hilft die Schreiambulanz weiter? 

    Im ersten Schritt möchten die Ansprechpartner eine möglichst konkrete Diagnose der Situation stellen. Dabei ist in der Regel die Mithilfe der Eltern gefragt. Sie werden oftmals aufgefordert, ein Tagebuch über das Schreiverhalten Ihres Babys zu führen. Teilweise gibt es auch Fragebögen, die Eltern ausfüllen müssen.  

    Es werden verschiedene Bereiche des Lebens beleuchtet. Die Ansprechpartner der Schreiambulanzen erkundigen sich über das Familienleben, den Alltag, die Schwangerschaft und andere Faktoren. Dadurch wollen sie sich ein umfassendes Bild der Gesamtsituation machen.  

    Behalte im Hinterkopf, dass es den Beratern nicht darum geht, Dich zu verurteilen. In jeder Familie gibt es Probleme.

    Es ist wichtig, bei dem Termin offen und ehrlich zu sein. Nur so kann Deinem Baby geholfen werden.

    Stelle Dich darauf ein, dass ein Besuch bei Dir Zuhause vereinbart wird. Ein Mitarbeiter der Schreiambulanz kommt gegebenenfalls bei Dir vorbei, um Euch im Alltag kennenzulernen. Das dient dazu, mögliche Ursachen für das andauernde Weinen, die Schlaf- oder Essstörungen zu erkennen.

    Vielleicht liegt eine Unverträglichkeit vor, die den frisch gebackenen Eltern bisher nicht aufgefallen ist? Es können viele kleine Alltagssituationen als Auslöser für das Weinen dienen. Der Berater schaut sich alle Abläufe genau an und analysiert, was verändert werden könnte. 

    In einem gemeinsamen Gespräch wird schlussendlich die Diagnose besprochen. Außerdem gibt die Anlaufstelle wertvolle Tipps mit auf den Weg.

    Diese Fragen kann die Schreiambulanz beantworten:

  • Wie kannst Du Dein Baby beruhigen?
  • Welche Optionen gibt es, um das Schreien zu reduzieren?
  • Was kannst Du tun, um die Nerven nicht zu verlieren?
  • Welche Ratschläge konkret folgen, ist individuell sehr verschieden. Sie hängen unter anderem von den Auslösern und der Familienkonstellation ab.   

    Schreiambulanzen-Verzeichnis nach PLZ 

    Falls Du gerne eine Schreiambulanz aufsuchen möchtest, dann suche Dir am besten eine Einrichtung in Deiner Nähe. So ersparst Du Dir die Strapazen einer langen Anreise. Im Folgenden findest Du ein Verzeichnis von Schreiambulanzen in der gesamten Bundesrepublik:

    Schreiambulanzen PLZ 0


    Schreiambulanzen PLZ 1


    Schreiambulanzen PLZ 2


    Schreiambulanzen PLZ 3


    Schreiambulanzen PLZ 4


    Schreiambulanzen PLZ 5


    Schreiambulanzen PLZ 6


    Schreiambulanzen PLZ 7


    Schreibabyambulanzen PLZ 8


    Schreiambulanzen PLZ 9


    Alternativen zur klassischen Schreiambulanz 

    Wie Du in der Tabelle siehst, gibt es verschiedenste Anlaufstellen für Eltern mit Schreibabys. Neben der klassischen Schreiambulanz erhalten Betroffene auch hier erste Hilfe:

    • Hebammen
    • Ärzte
    • Psychologen
    • Elterncoaches
    • Profamilia
    • Caritas
    • Wellcome 
    • und viele andere Einrichtungen
    Meine Empfehlung: Suche zunächst in Deinem näheren Umfeld nach professioneller Unterstützung.

    Frage Deine Hebamme oder den Kinderarzt nach Rat. Vielleicht besitzen sie die notwendige Ausbildung, um Dir und Deinem Schreibaby direkt zu helfen. Falls nicht, dann können sie Dir möglicherweise eine nahegelegene Anlaufstelle empfehlen.  

    Solltest Du Dich nicht richtig beraten fühlen, dann suche den Kontakt zu einer nahegelegenen Schreiberatungsstelle. Die Tabelle oben ist nur eine kleine Auswahl der vielen Schreiambulanzen in Deutschland. Bei elternsein.info kannst Du gezielt nach Anlaufstellen in Deinem Einzugsbereich suchen.  

    Telefonische Hilfe für Eltern mit Schreibabys 

    Falls Du den Weg zur Schreiambulanz mit Deinem brüllenden Baby nicht schaffst, dann gibt es Hotlines, die Dir telefonisch zur Verfügung stehen:

    • Krisentelefon des kbo-Kinderzentrums: 0800/7100900 (Fr – So 19-22 Uhr) 
    • Elterntelefon: 0800/ 111 0 550 (Mo, Mi, Fr 9-17 Uhr, Di, Do 9-19 Uhr) 

    Beide Nummern sind kostenlos.  

    Hilfsangebote per Mail oder Chat 

    Wenn Deine Grenzen überschritten sind …

    Wertvolle Ratschläge, wie Du ein Schreibaby beruhigen kannst, findest Du in dem Beitrag von Hebamme Christina.  

    Falls Du das Gefühl hast, die Nerven zu verlieren, dann darfst Du das Zimmer verlassen. Geh einen Moment auf den Balkon oder in den Garten. Dort atmest Du durch, während das Baby an einem sicheren Ort (z.B. in seinem Bettchen) schreit. Schnapp Dir Dein Telefon und bitte Deinen Partner, die Freunde, Großeltern oder einen professionellen Ansprechpartner um Hilfe

    Jeder, der ein Baby hat, kennt die schwierigen Momente. Schlafmangel und Überforderung machen allen frisch gebackenen Eltern massiv zu schaffen. Wenn das Baby dann noch exzessiv schreit, ist das eine heftige Belastung.

    Was aber auf keinen Fall passieren darf ist, dass Du Dein Baby schüttelst!

    Dadurch können schwerste Verletzungen entstehen. Die körperliche Sicherheit Deines Kindes hat Vorrang. Falls dies bedeutet, dass Du für 10 Minuten in den Keller oder vor die Haustüre treten musst, ist das völlig in Ordnung.


    Hast Du das Angebot einer Schreiambulanz in Anspruch genommen? Inwiefern hat Dir und Deinem Baby die Beratung geholfen? 
     

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