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Dein Baby lässt sich nicht ablegen? 9 wertvolle Tipps für Tag und Nacht


Ein Baby stellt den gewohnten Alltag und die Familienroutinen für gewöhnlich erst einmal auf den Kopf. Die Nächte werden (wieder) kürzer, das Stillen oder Füttern muss sich einspielen und alle Mitglieder der Familie brauchen Zeit, um sich kennenzulernen und aufeinander einzuspielen. Wenn das Baby sich zusätzlich nicht ablegen lässt und 24/7 Mamas Körper spüren möchte, kann das zur besonderen Herausforderung werden. Du hast keine Möglichkeit mehr, um in Ruhe auf die Toilette zu gehen? Das Geschwisterkind sehnt sich nach ungeteilter Aufmerksamkeit? Hier erhältst Du wichtige Informationen und Tipps, die Dir helfen können möglichst kräfteschonend mit der Situation rund um Dein Baby, das sich nicht ablegen lässt, umzugehen.

Warum Dein Baby sich nicht ablegen lässt

Wichtig zu wissen: Das Verhalten Deines Babys ist vollkommen normal und altersgerecht. Nach 9 Monaten umgeben von Deinem Herzschlag in Deiner Gebärmutter braucht es Zeit, um sich schrittweise an die neue Außenwelt zu gewöhnen. Was nämlich oft in Vergessenheit gerät: Menschenbabys sind Traglinge und physiologische Frühgeburten, die steinzeitliche Instinkte mitbringen. Im Vergleich zu anderen Säugetieren sind sie hochgradig von ihren Bezugspersonen abhängig und ihrer Umgebung schutzlos ausgeliefert. Das macht sich natürlich im Verhalten vieler Babys bemerkbar.

Mögliche Ursachen dafür, dass sich Dein Baby nicht ablegen lässt, auf einen Blick:

  • Dein vertrauter Herzschlag, Deine bekannte Stimme – der Platz auf Deinem Arm gibt Sicherheit.
  • Dein Baby weiß noch nicht, dass du wiederkommst, wenn du den Raum verlässt.
  • Seine steinzeitlichen Instinkte wirken wie eine Alarmanlage: Schreit Dein Baby beim Ablegen los, möchte es auf sich aufmerksam machen, um nicht vergessen zu werden. Ein liegendes Baby in der freien Natur war schließlich in Lebensgefahr!
  • Dein Baby nimmt sich zu Beginn noch als Einheit mit Dir wahr anstatt als eigenständiges Wesen.
  • Die Sehschärfe Deines Babys entwickelt sich noch. Es kann erst einmal nur ca. 30 cm weit sehen. Neugeborene sehen zudem ziemlich unscharf.
  • Dein Baby durchläuft gerade einen Wachstumsschub, der eine neue Wahrnehmung der Umwelt mit sich bringt und seine vertraute Welt Kopf stehen lässt.

Keine Angst vor dem Verwöhnen!

Anders als oft suggeriert wird darfst Du Deinem Baby also bedenkenlos genau die Nähe geben, die es braucht. Tragen, Schuckeln, Kuscheln? Immer gerne! Auch Hebamme Jule Tilgner beschreibt in ihrem Buch „Mutter werden“:

Es gibt kein “zu viel” Tragen.

Gerade in den ersten Wochen, in Wachstumsschüben und auch noch in späteren Lebensphasen brauchen unsere Kinder unsere Nähe. Deinem Baby hilft Körperkontakt, um sich anzupassen, sich sicher zu fühlen und ganz in seinem Tempo auf dieser Welt anzukommen. Und auch bei älteren Babys über 6 Monaten oder Kleinkindern findet nach dem Erkunden der Umwelt immer wieder eine Rückversicherung statt:

  • „Sind Mama und Papa da?“
  • „Halten sie mich, wenn ich es brauche?“

Kann Dein Kind diese Fragen mit „ja“ beantworten, fühlt es sich verwurzelt genug, um sich nach und nach zu lösen und eigenständiger zu werden. Was braucht Dein Kind also? Das Gefühl der Bindung und Sicherheit, die Du ihm durch das Tragen gibst. Die Angst vor dem Verwöhnen kannst Du dabei getrost ablegen! In Wahrheit stärkst du Dein Kind nämlich nachhaltig.

Mein Baby lässt sich nicht ablegen: Eine Herausforderung im Alltag

Sein Baby nah bei sich zu haben, zu riechen und zu kuscheln kann so schön sein! In unserer modernen Welt sorgen wir als Eltern jedoch meist alleine als Kleinfamilie für unsere Kinder, anstatt uns in einer Gemeinschaft mit anderen abwechseln zu können. Ob Berufstätigkeit eines Elternteils, alleinerziehend mit Baby, ein High-Need-Baby, das 24 Stunden intensive Begleitung braucht: Eine Vielzahl an Szenarien kann besonders mit einem Baby, das sich nicht ablegen lässt, schnell an die Kraftreserven gehen.

Nicht umsonst gibt es das Sprichwort „Um ein Kind großzuziehen braucht es ein ganzes Dorf.“ Gemeint sind mehrere, nahestehende Bezugspersonen als Entlastung für Dich und Deinen Partner. Insbesondere, wenn noch ein Geschwisterkind da ist, das ebenfalls Aufmerksamkeit und Nähe braucht, stehen viele Familien heute vor einer großen Herausforderung, wenn sich ihr Baby nicht ablegen lässt.

4 Tipps, die Dir das Baby-Ablegen tagsüber erleichtern

Dein Baby lässt sich den ganzen Tag nicht ablegen? Der Haushalt bleibt liegen, deine Bedürfnisse bleiben auf der Strecke und eventuell ist da sogar ein Geschwisterkind, das Dich braucht? Nähe ist schön und gut! Aber du fragst Dich, wie Du den Bedürfnissen Deines Babys und Euch als Rest der Familie gerecht werden kannst?

Diese 4 wertvollen Tipps erleichtern Dir den Umgang mit der Situation am Tag:

1. Investiere in eine gute und passende Trage oder ein Tragetuch!

„Je mehr Körper- und Hautkontakt Dein Baby in der ersten Zeit erfährt, desto besser.“

erklärt Hebamme Jule Tilgner. Der einfachste Weg, um ihm diesen Körperkontakt zu geben ist das Tragen in einer geeigneten Trage oder einem Tragetuch. So kann Dein Baby Dich spüren und Du hast gleichzeitig die Hände frei, um Dich dem Haushalt, Erledigungen & Co. zu widmen.

Wichtig zu wissen:

  • Trage Dein Baby immer mit dem Gesicht zu Dir in der sogenannten Anhock-Spreiz-Haltung!
  • Wähle eine wirklich passende Trage! Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl an Modellen, die nicht alle geeignet für Euch sind. Daher empfehle ich: Einmal eine Trageberatung in Anspruch nehmen und langfristig das Tragen mit gesundem Rücken genießen!

Sobald Dein Baby seinen Kopf eigenständig halten kann, lässt es sich auch auf dem Rücken tragen. Das bedeutet für Dich:

  1. Mehr Bewegungsfreiheit allgemein.
  2. Raum, sich dem Geschwisterkind zuzuwenden, wenn es Hilfe beim Essen oder im Bad braucht.
  3. Die Möglichkeit, sicher mit Baby am Körper zu kochen.
  4. Dinge wie Spülmaschine ausräumen, Wäschekörbe tragen, an der Supermarktkasse bezahlen werden einfacher.

Für mich als alleinerziehende Mama wäre ein Alltag ohne Trage nicht vorstellbar gewesen!

2. Du möchtest Dich frei bewegen? Diese Alltagsretter dürfen nicht fehlen!

So schön das Tragen Deines Babys auch sein kann und so unkompliziert es sich in den Alltag integrieren lässt, Du möchtest Dich zwischendurch sicher auch einmal völlig frei bewegen können. Sport für Dein Wohlbefinden, Exklusivzeit mit dem zweiten Kind oder einfach Mal eine Pause auf dem Sofa nur für Dich – all das darf sein!

Macht Dein Baby seine Schläfchen tagsüber nur an Deinem Körper, kann eine Federwiege helfen. Sie wiegt es durch sanfte Bewegungen, die den Mutterleib imitieren, in den Schlaf. Hört sich gut an? Ja! Und lässt sich ab der Geburt bis zu etwa 15 kg Körpergewicht einsetzen. Um bei dieser eher teuren Anschaffung sicher zu sein, dass sie ein Zugewinn für Euch ist, kannst Du sie auch vorab zum Ausleihen bestellen.

Wertvolle Alltagshelfer, um eine Dusche für Dich genießen und am Tisch mit freien Händen essen zu können, sind außerdem eine Babywippe und ein Hochstuhl mit Neugeboreneneinsatz. Ist Dein Baby schon mehr als 3 Monate alt und zeigt Interesse an seiner Umgebung lohnt sich ein spannender Spielebogen, um Dir ein paar Minuten am Tag für Dich zu verschaffen.

3. Dein Baby lässt sich plötzlich gar nicht mehr ablegen? Wissen über Wachstumsschübe hilft!

Alle Eltern kennen sie: Die Zeiten, wenn das Baby alles ablehnt, was sonst so gut funktioniert hat. Es lässt sich gar nicht mehr ablegen, ist weinerlich und schläft schlechter. Jede Dusche, jede Mahlzeit, jeder Toilettengang kann jetzt zur Tortur werden, die Dein Baby schreiend und Dich selbst gestresst zurücklässt. Hält dieser Zustand über mehrere Tage an droht pure Erschöpfung und Verzweiflung.

Was Dir jetzt helfen kann ist Wissen über die Entwicklungsschritte Deines Babys. In dem Buch „Oje, ich wachse!“ etwa beschreibt van de Rijt die mentalen Entwicklungssprünge von Babys während der ersten 14 Lebensmonate und wie man damit als Eltern umgehen kann.

Während die „Erziehungstipps“ meiner Meinung nicht 1:1 übernommen werden sollten, kann das Wissen über die Sprünge und was in diesen Phasen mit Deinem Baby passiert unheimlich viel Druck nehmen. So bekommst Du eine Ahnung, wie sehr die Welt Deines Schatzes durch seine veränderte Wahrnehmung der Umgebung gerade im Wanken ist und warum Dein Baby Dich so braucht. Löst das Eure Situation? Leider nein! Aber es macht sie erfahrungsgemäß leichter und versichert Dir, dass die Phase vorbeigehen wird. Manchmal hilft schon das.

4. Quicktipp: Osteopathie kann bei Baby, das sich nicht ablegen lässt, helfen!

Mag Dein Baby es generell nicht gerne auf dem Rücken zu liegen und wird sofort unruhig? Ein Gang zum Osteopathen kann sich lohnen! Egal, ob es per Kaiserschnitt oder natürlich zur Welt gekommen ist, die Geburt kann bei Babys zu Blockaden führen, die das Liegen unangenehm machen.

Mehr über Osteopathie bei Babys erfährst Du in Julias Interview mit der Kinder-Osteopathin Sabine Häfner.

Dein Baby lässt sich auch nachts nicht ablegen?

Insbesondere in den ersten Wochen nach der Geburt ist der Nähebedarf eines Babys sehr hoch. Dein Baby findet nur auf Deinem Bauch (oder dem Deines Partners) zur Ruhe und lässt sich auch nachts nicht ablegen? Verständlich! Die angenehme Körperwärme, die sich auf- und ab bewegende Brust, der vertraute Herzschlag – hier kann es wirklich loslassen und entspannen. Das Schlafen im halben Liegen mit ständiger Angst, dass Dein Baby zur Seite herunterrutscht, ist für Euch als Eltern jedoch meist weniger erholsam.

Diese 4 Tipps können Dir helfen, Dein Baby zufrieden und entspannt neben Dir im Beistellbett oder im Eurem Elternbett abzulegen:

  1. Neugeborene können ihre Körpertemperatur noch nicht vollständig alleine regulieren, daher kann es helfen den Platz neben Dir mit einem Kirschkernkissen vorzuwärmen. (Achtung: Das Kissen sollte warm und nicht heiß sein. Nimm’ es wieder aus dem Bett, wenn Du Dein Baby hineinlegst. Benutze auf keinen Fall eine heiße Wärmflasche, daran könnte sich Dein Baby ernsthaft verbrennen!)
  2. Halte Körperkontakt und lass’ es auch im Schlaf spüren, dass Du da bist.
  3. Vielen Babys hilft es, erst einmal in Seitenlage einzuschlafen. In der Rückenlage sind sie angreifbarer und damit oft unsicherer. Auch Babys, die viel spucken, liegen nach dem Trinken meist lieber auf der Seite.
  4. Lass’ Dein Baby auf Deinem Bauch einschlafen. Warte 15-20 Minuten bis es tief schläft und lege es dann sanft in Seitenlage neben Dir ab.

Und last but not least: Es ist nicht ungewöhnlich für Babys, zu Beginn nur auf dem Bauch ihrer Mama zu schlafen. Solange Du nicht unter Einfluss von Medikamenten oder Drogen stehst, stellt das in der Regel auch kein Problem dar. Im Gegenteil: Dein Schlaf als Mutter ist so leicht und rein instinktiv würdest Du Dich nicht herumdrehen und Dein Kind erdrücken. Seitliche Absicherung kannst Du Dir durch ein Stillkissen geben. Ein Vorteil ist sogar: Dein Kind wird durch Deine Atmung zum regelmäßigen Atmen animiert, was dem plötzlichen Kindstod entgegenwirken kann.

Extratipp: Baby schlafend aus der Trage ablegen

Ob tagsüber oder am Abend – ist Dein Baby im Auto oder in der Trage eingeschlafen, kann dieser Trick aus der Kinästhetik beim „Umbetten“ bzw. Ablegen helfen:

  1. Lasse Dein Baby mit den Füßen anstatt mit seinem Rücken zuerst auf der Matratze aufkommen.
  2. Beuge anschließend sanft in einer Drehbewegung seine Beine.
  3. Lasse es über den Po auf die Seite sinken.
  4. Rolle es erst dann auf den Rücken.

Viele Babys schlafen so besser weiter als wenn sie unvermittelt abgelegt werden. Dein Baby wacht besonders leicht auf? Ein Vorwärmen der Matratze mit einem Wärmekissen und das Halten von Körperkontakt z.B. durch eine aufgelegte Hand auf dem Babybauch – auch für einige Minuten nach dem ins Bett legen – kann das erfolgreiche Ablegen unterstützen. Bei ganz kleinen Babys trägt ein Wärmekissen an den Füßen außerdem oft zu längeren Schlafphasen bei.

Fazit: Mindset im Blick behalten

Generell lässt sich sagen, dass das Tragebedürfnis von Babys naturgegeben hoch ist. Abgedroschen, aber wahr: So anstrengend es insbesondere für Dich als Mama manchmal sein kann, wenn Euer Baby sich überhaupt nicht ablegen lässt – so schnell geht die Zeit auch wieder vorbei! Irgendwann weiß ein gut gebundenes Kind, dass es auch ohne Körperkontakt in Sicherheit ist. Bis dahin kann es neben den genannten Tipps und Tricks hilfreich sein in die Annahme zu kommen und das eigene Mindset anzupassen: Dein Baby teilt sich Dir mit, es braucht Deine Nähe, es handelt instinktiv richtig und gesund – was für ein Geschenk! Mit jedem Tragemoment schenkst Du ihm die so benötigte Sicherheit und förderst Eure Bindung und sein Vertrauen nachhaltig. Dieser Blickwinkel bringt Entspannung und macht auch die anstrengenden Phasen etwas leichter.

Und seien wir mal ehrlich: Diesen unbeschreiblich schönen Babygeruch wirst Du später noch so einige Male vermissen…

Dein Baby lässt sich nicht ablegen? Wie geht es Dir damit? Was hilft Dir besonders im Alltag? Wir freuen uns Auf Deinen Kommentar!

Quellen:

Schmidt, N.: Artgerecht – das andere Baby-Buch: Bedürfnisse natürlich stillen. Gesunde Entwicklung fördern. Naturnah erziehen. (2015).

Tilgner, J./Friese M.: Mutter werden. Dein Begleiter durch die erste Zeit nach der Geburt. (2019)

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